Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Spezielle ultrasonographische Untersuchungen zur uterinen, ovariellen und follikulären Durchblutung bei der Stute im periovulatorischen Zeitraum

Kneitz, David

The aim of this study was to illustrate alterations in blood flow of the A. uterina, A. ovarica, the follicles and the corpus luteum in mares with the help of colour doppler sonography. All examinations were carried out on mares which were referred to the Lower Saxonian National State Stud Celle for artificial insemination in the breeding season 2008 (January – July). The mares were allocated to two groups: Group A (n = 23) included spontaneously ovulating mares and was comprised of barren mares (n = 11) and nursing mares (n = 12). From three days prior to ovulation until two days afterwards, examinations were carried out daily in 24 hour intervals. Group B (n = 21) included mares which received an intravenous application of 1500 international units (IU) of human chorionic gonadotropin (hCG, Ovogest R5000, Intervet GmbH, Unterschleißheim) to terminate ovulation. A similar distinction between barren mares (n = 9) and nursing mares (n = 12) was made. On detecting a sufficiently sized (approx. 35mm) follicle, hCG was applied at 6 a.m., following the first ultrasonographic examination (0 hours). Subsequent examinations were carried out 12, 24, and 30 hours thereafter, then every two hours until ovulation. In addition, a final examination took place 12 hours after ovulation. A transient decrease in mean arterial blood flow (Vmean) was noted in th A. uterina between 48 and 24 hours before ovulation. A similar course was noted for the blood flow volume (BFV), while the resistance to blood flow (PI) progressed in an inverse proportional manner. Due to the shorter examination intervals in Group B, a steady, yet constant increase in Vmean and BFV was detected while a considerable decrease in blood flow parameters were observed starting from ovulation until 12 hours thereafter. Before ovulation, PI reached a relatively constant level. After ovulation, however, a slight increase, inversely proportional to the courses of Vmean and BFV, was noted. Furthermore, a negative correlation between plasma estrogen levels (Estradiol17ß) and uterine BFV was found in both Group A (r = -0,45; p < 0,05) and Group B (r = -0,75; p < 0,05). In Group A Vmean of the A. ovarica remained on a relatively constant level between 48 hours before ovulation until ovulation. However, a significant decrease was noted from ovulation until 24 hours afterwards. Similar trends were observed for BFV, while, again, PI revealed an inversed course. In Group B, a slight increase in Vmean was detected two to four hours before ovulation, followed by a decrease until 12 hours afterwards. The course of PI was directly inverted. A weak correlation (r = 0,46; p < 0,05) was noted between PI of A. uterina and A. ovarica in Group A. Starting 48 hours before ovulation, the area (cm2) of blood supply (A) of the follicular wall in Group A increased more significantly in the nursing mares than the barren mares. Moreover, an increase in the intensity of blood flow (I) was observed starting 48 hours before ovulation. In this parameter, however, no differences were noted between the nursing mares than the barren mares. In Group B an increase in A and I was detected in the period 24 to 12 hours before ovulation, while a subsequent decrease in these parameters were noted between four and two hours before ovulation. In comparison, parameters in Group A were slightly elevated to Group B. Blood supply of the corpus luteum in Group A remained on a constant level until 48 hours after ovulation. Similar to follicular blood supply, nursing mares revealed an increased luteal blood supply compared to barren mares. Regarding I in the corpus luteum, a non-significant reduction was observed until 48 hours after ovulation. In Group B, a decrease in A and I was detected in the corpus luteum starting 12 hours after ovulation. Thereby, the barren mares tended to have increased values compared to nursing mares. Novel technology enables an increased precision in determining the exact time of ovulation. However, due to great interspecies variations, a reliable prognosis of ovulation based on follicular blood supply can still only be given immediately before ovulation

Ziel dieser Arbeit war es, im periovulatorischen Zeitraum auftretende Veränderungen der Durchblutung von A. uterina, A. ovarica, der Follikel und der Gelbkörper der Stute mit Hilfe der Farbdopplersonographie darzustellen. Die Untersuchungen wurden an Stuten durchgeführt, die während der Zuchtsaison 2008 (Januar – Juli) zur instrumentellen Samenübertragung im Niedersächsischen Landgestüt Celle eingestellt waren. Die Stuten wurden in zwei Gruppen unterteilt. Gruppe A (n = 23): spontan ovulierende Stuten; davon güste Stuten (n = 11) und Stuten mit Fohlen bei Fuß (n = 12). Die Untersuchungen erfolgten drei Tage vor bis zwei Tage nach Ovulation einmal täglich im Abstand von 24 h. Gruppe B (n = 21): Stuten bei denen durch intravenöse Injektion von 1500 internationalen Einheiten (IU) humanen Choriongonadotropins (Ovogest R5000, Intervet GmbH, Unterschleißheim) eine Ovulationsterminierung durchgeführt wurde. Auch hier wurde zwischen güsten Stuten (n = 9) und Stuten mit Fohlen bei Fuß (n = 12) unterschieden. Die Injektion mit hCG erfolgte, als ein ausreichend großer Follikel (ca. 35 mm) vorhanden war, um 6 Uhr morgens im Anschluss an die erste ultrasonographische Untersuchung (Stunde 0). Die nachfolgenden Untersuchungen fanden 12 h, 24 h und 30 h später statt, anschließend alle zwei h bis zur Ovulation. Außerdem noch einmal 12 h nach erfolgter Ovulation. Bei der Durchblutung der A. uterina fiel ab 48 h vor Ovulation bei Gruppe A die mittlere Blutflussgeschwindigkeit (Vmean) bis 24 h nach erfolgter Ovulation, bevor ein erneuter Anstieg beobachtet wurde. Einen ähnlichen Verlauf zeigte das Blutflussvolumen (BFV). Der Blutflusswiderstand (PI) verhielt sich antiproportional. Im Verlauf der Gruppe B konnte aufgrund des sehr viel engeren Untersuchungsintervalls ein langsamer aber konstanter Anstieg von Vmean und BFV aufgezeigt werden, während von Zeitpunkt der Ovulation bis 12 h nach Ovulation ein deutlicher Abfall der Blutflussparameter beobachtet wurde. Einen relativ konstanten Wert erreichte PI vor der Ovulation. Nach der Ovulation war ein leichter Anstieg zu verzeichnen, der sich antiproportional zu BFV und Vmean verhielt. Des Weiteren wurde eine negative Korrelation zwischen den Plasmaöstrogenwerten (Östradiol17ß) und dem uterinen BFV sowohl in Gruppe A (r = -0,45; p < 0,05) als auch in Gruppe B (r = -0,75; p < 0,05) festgestellt. Im Blutfluss der A. ovarica blieb Vmean im Verlauf der Gruppe A von 48 h vor Ovulation bis zur Ovulation relativ konstant. Vom Zeitpunkt der Ovulation bis 24 h nach Ovulation wurde ein signifikanter Abfall ermittelt. Ähnliches gilt in dieser Gruppe für BFV, während sich PI entgegengesetzt verhielt. In Gruppe B konnte vier bis zwei h vor Ovulation ein ggrd. Anstieg von Vmean gemessen werden, bevor die Werte bis 12 h nach Ovulation wieder sanken. PI verhielt sich entgegengesetzt. Eine mäßig signifikante Korrelation (r = 0,46; p < 0,05) wurde zwischen PI von A. uterina und A. ovarica in Gruppe A beobachtet. Die durchblutete Fläche A (cm2) der Follikelwand nahm in Gruppe A ab 48 h vor Ovulation zu. Bei Stuten mit Fohlen bei Fuß lagen diese Werte signifikant höher als bei den güsten Stuten. Auch die Blutflussintensität (I) verzeichnete einen Anstieg ab 48 h vor Ovulation. Hier unterschieden sich die Stuten mit Fohlen bei Fuß und die güsten Stuten nicht. In Gruppe B konnte zwischen 24 und 12 h vor Ovulation ein Anstieg von A und I, zwischen vier und zwei Stunden vor Ovulation ein deutlicher Abfall von A und I verzeichnet werden. Bei einem Vergleich zwischen Gruppe A und B, liegen erstere mit leicht höheren Werten über denen der Gruppe B. A des Corpus luteum blieb in Gruppe A bis 48 h nach Ovulation relativ konstant. Vergleichbar mit der follikulären Durchblutung zeigten Stuten mit Fohlen bei Fuß eine höhere luteale Durchblutung als güste Stuten. Bei Betrachtung von I im Gelbkörper fiel ein nicht signifikanter Rückgang bis 48 h nach Ovulation auf. In Gruppe B war 12 h nach Ovulation ein Rückgang von A sowie ein Rückgang von I im Gelbkörper zu verzeichnen. Hier zeigten güste Stuten tendenziell höhere Werte als Stuten mit Fohlen bei Fuß. Durch fortschrittliche, neue Gerätetechnologie wird der genaue Ovulationszeitpunkt zunehmend eingrenzbarer sein, doch aufgrund der hohen stutenindividuellen Unterschiede ist eine Ovulationsprognose anhand der follikulären Durchblutung wohl auch in Zukunft nur kurz vor der Ovulation sicher möglich.

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Kneitz, David: Spezielle ultrasonographische Untersuchungen zur uterinen, ovariellen und follikulären Durchblutung bei der Stute im periovulatorischen Zeitraum. Hannover 2010. Tierärztliche Hochschule.

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