Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Zur Bedeutung von Art und Intensität der Vermahlung für die Verdaulichkeit von organischer Substanz und Stärke bei Einsatz von Weizen und Mais in der Fütterung von Mastputen

Bank, Stefanie

Background of the present study were efforts in the field to utilize intact, i.e. not crushed or ground cereals in the combined feeding (cereals plus supplementary feed) or in the production of pelleted complete diets. For farmers, the combined feeding of fattening turkeys is an economically interesting alternative to the established concept of complete diets (waiver of grinding, transportation, etc. = cost reduction). This raises the question whether and to what extent a particle size reduction of grains is necessary for a high digestibility and therefore efficient use of the feed (especially starch) by the animal. Furthermore, it should be tested whether an addition of grit (= insoluble silicates) influences the digestibility, if the cereals are fed as intact grain or crushed varieties to the turkeys. To answer these questions, balance studies with turkey hens (BUT Big 6, age: 5-23 weeks) were performed by using the collection method. Prior to each feeding trial, the animals were adapted to the diet for five days, followed by a period of excreta collection over three days. The proportion of grain particles smaller than 1 mm ranged from 0.04 (intact grains) to 26.0 % (after grinding), and that of particles less than 0.4 mm from 0 (intact grains) to 21.6 % (after grinding). Starch contents in feeds and excreta were determined polarimetrically. In addition some feed and excreta samples were examined by an enzymatic method of starch determination. Organic matter was not corrected for uric acid content. The influence of grinding intensity of wheat and corn as well as addition of grit on the digestibility of organic matter and starch was investigated. At first, turkey hens were fed exclusively with wheat or corn (in different grinding intensities). Then a combined feeding, consisting of supplementary feed and grain (ratio = 50:50) in different grinding intensities was offered. In the third phase of the trial a combined feeding with grit addition was investigated. The main results of this thesis can be summarized as follows: 1. When turkeys were fed with intact wheat exclusively, the digestibility of organic matter (= om) and starch was significantly higher (79.9 resp. 98.4 %; p ? 0.05) in comparison to crushed or ground wheat. This resulted in the following ranking regarding digestibility rate of organic matter (om): intact better than finely ground or crushed better than ground. Of starch: intact better than crushed better than finely ground or ground. 2. When turkeys were fed with intact wheat and supplementary feed at an exact ratio of 50:50, the digestibility of organic matter (at 5-9 weeks of age) and starch (at 5-9 and 16-19 weeks of age) was either significantly higher (p ? 0.05) than in crushed or ground wheat or did not differ significantly (at 11-15 weeks of age). This resulted in the following ranking regarding digestibility rate of om and starch (5-9 w): intact better than crushed; of om (11-15 and 16-19 w) and starch (11-15 w): intact better than crushed better than ground; of starch (16-19 w): intact ≥ crushed ≥ ground. 3. The digestibility of organic matter and starch was significantly higher (p ≤ 0.05) when crushed corn and supplementary feed were offered than in turkeys fed intact or finely ground corn. There was a negative effect on the digestibility when corn was ground too fine. Following ranking regarding digestibility rate of om was found: crushed better than intact or finely ground, of starch: crushed better than intact better than finely ground. 4. Adding grit to intact wheat or corn and supplementary feed resulted in a significantly higher (p ≤ 0.05) digestibility of organic matter (76.8 vs. 73.1 resp. 74.7 vs. 72.2 %) only in turkeys up to 15 weeks of age. Fine grinding of grains (wheat/corn) for further use in feeding of fattening turkeys is not necessary to reach a higher digestibility and utilization of the feed. Intensive grinding has even shown adverse effects on digestibility in this thesis. When intact grain is offered, addition of grit is recommended, especially for turkeys less than15 weeks old. Intention of these studies was to make a point on the digestibility of differently treated cereals, not on the performance of the turkeys. Feed intake may be affected adversely, regarding top performance, more intensive grinding may be necessary, despite starch not being digested efficiently as a result of higher feed intake.

Hintergrund der vorliegenden Untersuchungen sind Bemühungen in der Fütterungspraxis um Verwertung ganzen, d. h. nicht zerkleinerten Getreides in der kombinierten Fütterung (Getreide plus Ergänzungsfutter) oder in der Herstellung von pelletiertem Alleinfutter (ein Teil des Getreides wird unzerkleinert der Pelletierung zugeführt). Die kombinierte Fütterung von Mastputen ist für den Putenmäster eine ökonomisch sehr interessante Alternative zum üblichen Alleinfütterungskonzept (Verzicht auf Vermahlung, Transport, etc. = Kostensenkung). Dabei stellt sich die Frage, ob und in welchem Maße eine Zerkleinerung des eingesetzten Getreides für eine möglichst hohe Verdaulichkeit und somit effiziente Nutzung des Futters (insbesondere der Stärke) durch das Tier notwendig ist. Des Weiteren soll geklärt werden, ob eine Zulage von Grit (= unlösliche Silikate) Einfluss auf die Verdaulichkeit nimmt, wenn das Getreide gar nicht oder unterschiedlich intensiv zerkleinert in der Putenfütterung zum Einsatz kommt. Zu diesem Zweck wurden Verdaulichkeitsstudien nach der Kollektionsmethode mit weiblichen Mastputen (BUT Big 6; Alter: 5-23 Wochen) durchgeführt. Jeder Fütterungsversuch bestand aus einer sechstägigen Adaptationsphase und einer dreitägigen Kollektionsphase, in der alle Exkremente gesammelt wurden. Der Anteil an Getreidepartikeln kleiner als 1 mm variierte zwischen 0,04 (intaktes Getreide) und 26,0 % (geschrotetes Getreide), und bei Partikeln kleiner als 0,4 mm zwischen 0 (intaktes Getreide) und 21,6 % (geschrotetes Getreide). Die Stärkegehalte in Futter und Exkrementen wurden standardmäßig polarimetrisch bestimmt, ergänzend fand aber auch eine methodische Überprüfung mittels enzymatischer Bestimmung der Stärkegehalte statt. Eine Harnsäurekorrektur erfolgte nicht. Es wurde der Einfluss der Zerkleinerungsintensität von Weizen und Mais sowie einer Zulage von Grit auf die Verdaulichkeit der organischen Substanz (oS) sowie der Stärke untersucht. Diese Parameter wurden in der ersten Versuchsphase bei ausschließlichem Angebot von Getreide (Weizen und Mais in jeweils unterschiedlicher Zerkleinerungsintensität) geprüft. In der zweiten Versuchsphase wurde ein pelletiertes Ergänzungsfutter mit Weizen oder Mais in jeweils unterschiedlicher Zerkleinerungsintensität in Kombination (50:50) angeboten. In der dritten Versuchsphase erfolgte schließlich eine Zulage von Grit zu einer kombinierten Fütterung (pelletiertes Ergänzungsfutter plus Weizen oder Mais in jeweils unterschiedlicher Zerkleinerungsintensität). Die wesentlichen Ergebnisse dieser Arbeit lassen sich wie folgt zusammenfassen: Erhielten die Puten ausschließlich intakten Weizen, war die Verdaulichkeit der organischen Substanz mit 79,9 % sowie der Stärke mit 98,4 % signifikant höher (p ≤ 0,05) als bei Angebot von grob gebrochenem oder geschrotetem Weizen. Dabei ergab sich nachfolgende Rangierung für organische Substanz (oS): intakt besser als feiner geschrotet oder grob gebrochen besser als geschrotet. Für Stärke: intakt besser als grob gebrochen besser als feiner geschrotet oder geschrotet. 2. Bei gleichzeitigem Angebot von intaktem Weizen und Ergänzungsfutter war die Verdaulichkeit der organischen Substanz (bei 5-9 Wochen alten Tieren) sowie der Stärke (bei 5-9 sowie 16-19 Wochen alten Tieren) entweder signifikant höher (p ≤ 0,05) als bei grob gebrochenem oder geschrotetem Weizen oder unterschied sich nicht signifikant (bei 11-15 Wochen alten Tieren). Es ergab sich folgende Rangierung für oS u. Stärke (5-9 W): intakt besser als grob gebrochen; für oS (11-15 u. 16-19 W) u. Stärke (11-15 W): intakt gleichwertig mit grob gebrochen oder geschrotet; für Stärke (16-19 W): intakt ≥ geschrotet ≥ grob gebrochen. 3. Bei gleichzeitigem Angebot von grob gebrochenem Mais und Ergänzungsfutter war die Verdaulichkeit der organischen Substanz sowie der Stärke signifikant höher (p ≤ 0,05) als bei Einsatz von intaktem oder feiner geschrotetem Mais. Eine zu intensive Zerkleinerung des in der kombinierten Fütterung eingesetzten Mais wirkte sich also eher nachteilig auf die Verdaulichkeit des Mischfutters aus. Es ergab sich folgende Rangierung für oS: grob gebrochen besser als intakt oder feiner geschrotet. Für Stärke: grob gebrochen gleichwertig mit intakt besser als feiner geschrotet. 4. Die Zulage von Grit (= unlösliche Silikate) zu intaktem Getreide und Ergänzungsfutter (50:50) führte zu einer signifikant höheren (p ≤ 0,05)Verdaulichkeit der organischen Substanz (Weizen: 76,8 gegenüber 73,1 %; Mais: 74,7 gegenüber 72,2 %) nur bei Tieren bis zum Alter von 15 Wochen. Eine feine Zerkleinerung des in der kombinierten Fütterung von Mastputen eingesetzten Getreides ist für eine möglichst günstige Verdaulichkeit und damit effiziente Nutzung des Futters durch das Tier nicht notwendig. Eine intensive Zerkleinerung hatte in diesen Untersuchungen sogar eher nachteilige Effekte auf die Verdaulichkeit. Bei Einsatz von intaktem Getreide ist ein zusätzliches Angebot von Grit sinnvoll, insbesondere bei jüngeren Tieren (< 15 Wochen). Die Untersuchungen zielten auf Aussagen zur Verdaulichkeit bei unterschiedlicher Getreidebearbeitung, nicht aber auf eine Maximierung der Leistung der Tiere. Vermutlich ist aber bei Angebot intakten Getreides die Futteraufnahmemenge nachteilig beeinflusst, so dass im Sinne höchster Leistungen eine intensivere Zerkleinerung erforderlich sein kann, auch wenn unter diesen Bedingungen die Stärke nicht ganz so effizient genutzt wird.

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Bank, Stefanie: Zur Bedeutung von Art und Intensität der Vermahlung für die Verdaulichkeit von organischer Substanz und Stärke bei Einsatz von Weizen und Mais in der Fütterung von Mastputen. Hannover 2010. Tierärztliche Hochschule.

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