Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Untersuchung zum Vorkommen und zur Kolonisationsdynamik von Methicillinresistenten Staphylococcus aureus (MRSA) bei Schweinen in Zuchtbeständen in Nordwestdeutschland

Meyer, Lars

In this study the occurrence of MRSA in breeding farms has been investigated on several occasions during the breeding phase. To investigate the intraherd-prevalence of the six participating breeding farms, 60 nasal swabs have been taken and divided into twelve single and 48 four pools per farm. After that the longitudinal study started with marking four sows and three piglets per sow in every farm and a continuous sampling. The sows have been sampled at the stabling in the farrowing crate, then short time before birth and short time after birth, at the weaning and when leaving the breeding centre. All times with a nasal and a vaginal swab. The piglets have been sampled with a nasal swab short time after birth, at the weaning and before leaving the flatdeck. To accompany these investigations additional dust- and sock-swabs have been taken in the environment of the stable on every sampling occasion. The study continued during two reproduction periods to attempt a reduction of MRSA between the periods by taking different measures in the farms. The results show a varying image of the intraherd-prevalence with a wide spread of 0 % to 70 % and an average of 20 % to 28 %. The started longitudinal study shows a detection rate of 0 % to 100% by the sows in the first reproduction period, reaching the maximum of MRSA-evidence by the time of weaning. In the piglets the MRSA-prevalence rose continuously to nearly 100 % when leaving the flatdeck. In the second reproduction period no reduction of MRSA-evidence could be achieved by better cleaning and disinfection. Also the use of “Effective Microorganisms” to create a nonspecific competitive flora didn’t reduce the evidence of MRSA. Just in one farm the MRSA-evidence could be reduced through the combination of better cleaning and disinfection and the abandonment of the use of prophylactic antibiotics. In the second reproduction period the maximum of evidence in the sows has been found short time after birth with a rate of 58 %, the piglets reached their maximum of MRSA-evidence with 82 % when leaving the flatdeck. Over both reproduction periods various risk factors could be identified: positive sows, MRSA in the environment and the peers in the stable increased the probability of MRSA-colonization of the piglets significantly. The sows showed a relatively low stability of colonization but piglets often remained positive. The usage of antibiotics is expected to increase the probability of colonization with MRSA. Overall, an effective reduction of the MRSA-entry is not easily implemented and requests further research.

In der vorliegenden Studie wurde das Vorkommen von MRSA in Zuchtbeständen an verschiedenen Zeitpunkten der Aufzuchtphase untersucht. Zur Ermittlung geeigneter Bestände ist vor Beginn der Studie die Intraherdenprävalenz der sechs partizipierenden Bestände mittels 60 Nasentupfer ermittelt worden, von denen zwölf als Einzeltupfer und 48 als Viererpools untersucht wurden. Im Anschluss wurden in jedem Bestand vier Muttersauen und pro Sau drei Ferkel markiert und fortlaufend untersucht. Die Muttertiere wurden bei Einstallung in den Abferkelstall, kurz vor Geburt, kurz nach Geburt, beim Absetzen sowie beim Verlassen des Deckzentrums nasal und vaginal auf MRSA untersucht. Die Untersuchung der Jungtiere erfolgte bei Geburt, beim Absetzen sowie beim Verlassen des Flatdecks mittels Nasentupfer. Flankierend wurden Staub- bzw. Sockentupferproben der Umgebung zu jedem Untersuchungszeitpunkt entnommen. Die Untersuchung wurde in zwei Reproduktionszyklen durchgeführt, wobei zwischen den Zyklen Maßnahmen zur Reduktion der MRSA-Nachweise ergriffen wurden. Die Resultate ergaben ein variierendes Bild der Intraherdenprävalenz mit einer Spanne von 0 % bis 70 % und einem Mittel von 20 % bis 28 %. Die gestartete Longitudinaluntersuchung im ersten Durchgang ergab bei den Sauen Nachweisraten zwischen 0 % und 100 %, wobei das Maximum der MRSA-Nachweise von 54 % beim Absetzen gefunden wurde. Bei den Ferkeln stieg die MRSA-Prävalenz kontinuierlich bis auf nahezu 100 % beim Verlassen des Flatdecks. Im zweiten Durchgang konnte durch eine verbesserte Reinigung und Desinfektion keine Reduktion der MRSA-Nachweise erreicht werden; auch der Einsatz „Effektiver Mikroorganismen“ zur Etablierung einer unspezifischen Konkurrenzflora verringerte die Nachweisraten nicht. Lediglich in einem Bestand wurde die MRSA-Prävalenzrate reduziert, indem neben besserer Reinigung und Desinfektion auf die Anwendung prophylaktischer Antibiotika verzichtet wurde. Im zweiten Durchgang fand sich das Nachweismaximum der Sauen unmittelbar post partum mit einer Nachweisrate von 58 %, das Nachweismaximum der Ferkel mit einer Nachweisrate von 82 % beim Verlassen des Flatdecks. Über beide Durchgänge hinweg ließen sich diverse Risikofaktoren identifizieren: Positive Elterntiere, Nachweise in der Umgebung sowie bei Altersgenossen im Stall erhöhten die Wahrscheinlichkeit einer MRSA-Kolonisation bei den Jungtieren signifikant. Sauen zeigten eine relativ geringe Kolonisationsstabilität, Ferkel hingegen verblieben häufig positiv. Die Anwendung von Antibiotika erhöht vermutlich die Wahrscheinlichkeit einer Besiedlung mit MRSA. Insgesamt ist eine effektive Reduktion des MRSA-Eintrages nicht einfach zu verwirklichen und bedarf weiterer Forschungen.

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Meyer, Lars: Untersuchung zum Vorkommen und zur Kolonisationsdynamik von Methicillinresistenten Staphylococcus aureus (MRSA) bei Schweinen in Zuchtbeständen in Nordwestdeutschland. Hannover 2011. Tierärztliche Hochschule.

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