Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Spezielle Untersuchungen zur Erhöhung der Zuverlässigkeit bei der Vorhersage des Ovulationszeitpunktes der Stute

Osmers, Jan-Hendrik

Predicting the time of ovulation in the mare is an essential factor for the success of complex equine breeding programs involving frozen semen and embryo-transfer, by saving costs and labor time in equine stud farm medicine. The artificial use of hormones in studfarm practice has become a widely used tool to shorten the physiological long estrus of the mare and therefore enhance the success of equine breeding programs. Human chorionic gonadotropin (hCG) and GnRH implants are the most commonly used ovulation inducing agents. Despite their proven effectiveness, several disadvantages have been reported. Since there is no published data on the effect of the GnRH analogue Gonadorelin [6-D-Phe] (Gonavet Veyx ®) on ovulation in horses, it was the aim of this study to evaluate whether a single intramuscular injection is able to induce ovulation within 48 hours. A total of 82 mares received a treatment with 100 µg of Gonadorelin [6-D-Phe] as soon as estrus and a follicle-diameter >35 mm were detected. Manual rectal palpation and ultrasound examination were performed in 12-hour-intervals after the treatment. Eighty-five percent of mares ovulated within 48 hours. Of the 18 untreated control mares, 38% ovulated within 48 hours. The mean duration until ovulation in the Gonadorelin [6-D-Phe] and control group was 41±10,17 and 57±15,15 (p < 0,05) hours, respectively. The efficacy of Gonadorelin [6-D-Phe] in inducing ovulation within 48 hours post application increased from early breeding season in February - March (75,9 %) to mid and late season in April - July (89,95%). An influence of a mare`s age and/or reproductive status on the response to Gonadorelin [6-D-Phe] - treatment could not be observed. Gonadorelin [6-D-Phe] can be considered as a reliable and easy-to-use alternative to induce ovulation in the mare. Ovulation inducing agents are a useful tool in equine veterinary practice. Yet they are not able to replace the understanding of the physiologic changes of the preovulatory follicle to predict ovulation. Therefore, knowledge of these characteristic echotexture- and vascular changes becomes increasingly important. A total of 93 warmblood mares were used in this study to characterize the chronologic appearance of six discrete ultrasound parameters. Results reveal the solitary appearance of an anechoic band, loss of spherical shape and granulosa echogenicity to be poor indicators of an impending ovulation. However, in combination with serration of granulosa, apex formation or concentration of blood flow at the follicular base, a more precise prediction of ovulation is possible. Nearly all of the 71 ovulation-induced mares showed a combination of these parameters during the last hours before ovulation, a strong increase in percentage of mares with serration of granulosa and apex formation could be observed in the group of the control mares (n=17) at the last examination before ovulation (h -12). In the induced mares, 6 (± 4) hours before ovulation, a distinct formation of the serrated granulosa was visible; concentrated blood flow was noticeable at the follicular base 5 (± 3) hours before ovulation and as the last sign of impending ovulation, formation of an apex was detected at hour - 3,5 (± 2). Applying these results to spontaneously ovulating mares suggests serration of granulosa and the formation of follicular apex as the strongest indicators for an ovulation within the aformentioned hours.

Die Bestimmung des Ovulationszeitpunktes ist ein essentieller Faktor für den Erfolg moderner Pferdezuchtprograme mit immer ausgereifteren biotechnologischen Methoden, wie dem Einsatz von Tiefgefriersperma und Embryotransfer. Der artifizielle Einsatz von Hormonen zur Ovulationsinduktion wird schon seit Jahren dazu genutzt, die physiologisch sehr lange Rosse der Stute zu verkürzen, damit Samenportionen einzusparen und die Trächtigkeitsaussicht der Stute zu erhöhen.  Humanes Chorion Gonadotropin (hCG) und GnRH-Implantate sind die gängigsten Präparate zur Ovulationsinduktion. Trotz ihrer bestätigten Wirkung sind einige negative Effekte in der Literatur beschrieben. Da es bisher keine publizierten Ergebnisse über den Einsatz des GnRH-Analogons Gonadorelin [6-D-Phe] (Gonavet Veyx ®) gibt, war ein Ziel dieser Studie zu überprüfen, ob Gonadorelin [6-D-Phe] als mögliche Alternative zu den bereits zur Ovulationsinduktion zugelassenen Präparaten in Frage kommt. Nach Feststellung einer deutlichen Rossesymptomatik und eines Follikels > 35 mm, erhielten 82 Stuten eine einmalige intramuskuläre Injektion von 100 µg Gonadorelin [6-D-Phe], 18 Stuten erhielten keine Injektion und dienten als Kontrollgruppe. Ab diesem Zeitpunkt wurden die Stuten alle 12 Stunden untersucht, um den Ovulationszeitpunkt festzustellen. Fünfundachtzig Prozent der behandelten Stuten ovulierten innerhalb von 48 Stunden nach der Injektion. Nur 38 % der 18 Kontrollstuten ovulierten innerhalb dieser Zeit. Die durchschnittliche Dauer bis zur Ovulation lag bei 41±10,17 und 57±15,15 Stunden (p < 0,05) für die behandelten und die nicht behandelten Stuten. Die Effizienz der Ovulationsinduktion innerhalb von 48 Stunden stieg im Verlauf der Zuchtsaison von 75,9 % (Februar und März) auf 89,9 % von April bis Juli. Ein Effekt des Alters und des reproduktiven Status der Stute auf die Wirkung von Gonadorelin [6-D-Phe] konnte nicht festgestellt werden. Nach diesen Ergebnissen kann Gonadorelin [6-D-Phe] als einfach zu applizierende Alternative zu den bereits zur Ovulationsinduktion zugelassenen Präparaten empfohlen werden. Der Einsatz dieser ovulationsinduzierenden Hormone ist ein praktisches Hilfsmittel in der equinen Gynäkologie. Allerdings können sie die Notwendigkeit des Verständnisses der physiologischen Veränderungen des präovulatorischen Follikels zur Ovulationsvorhersage nicht ersetzen. Aus diesem Grund kommt dem Wissen über die ultrasonographisch feststellbaren Veränderungen des Follikels kurz vor der Ovulation immer größere Bedeutung zu. Die Daten von 93 Stuten wurden in dieser Studie verwand, um das chronologische Auftreten von 6 definierten Parametern zu charakterisieren. Die Formveränderung des präovulatorischen Follikels, das Auftreten einer anechogenen Zone sowie die Granulosaechogenität sind relativ schlechte Parameter um eine Ovulation vorherzusagen. Wenn sie allerdings in Verbindung mit einer Granulosaserration, einer Apexbildung und einer Konzentration des follikulären Blutflusses an der Follikelbasis einhergehen, ist eine recht präzise Vorhersage der Ovulation möglich. Nahezu alle 71 ovulationsinduzierten Stuten zeigten eine Kombination dieser Parameter kurz vor der Ovulation. Ein signifikanter Anstieg der Stuten mit Granulosaserration und Apexbildung konnte bei der letzten Untersuchung der Kontrollstuten festgestellt werden. Bei den ovulationsinduzierten Stuten konnte durchschnittlich 6 (±4) Stunden vor der Ovulation eine deutliche Granulosaserration beobachtet werden; die Konzentration des follikulären Blutflusses an der Follikelbasis zeigte sich 5 (±3) Stunden vor der Ovulation und als letzter Parameter konnte eine Apexbildung 3,5 (±2) Stunden prae ovulationem beobachtet werden. Die Kombination dieser Ergebnisse stellt die Granulosaserration und die Apexbildung als die geeignetsten Parameter heraus, um die nahende Ovulation vorherzusagen.

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Osmers, Jan-Hendrik: Spezielle Untersuchungen zur Erhöhung der Zuverlässigkeit bei der Vorhersage des Ovulationszeitpunktes der Stute. Hannover 2011. Tierärztliche Hochschule.

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