Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Behandlung von Fohlen mit Tulathromycin (Draxxin) zur Vorbeugung der Rhodococcus equi-Pneumonie

Bach, Nicole

The aim of this study was to evaluate if the prevalence R. equi-pneumonia in foals of a farm with endemic rhodococcosis is decreased by metaphylactic treatment with Tulathromycin. Further, the count of R. equi was evaluated in feces and in tracheobronchial secretions and foals were observed for adverse effects during long term treatment with Tulathromycin. R. equi-isolates which were sampled during the treatment in feces and in tracheobronchial secretions were analyzed for their antimicrobial susceptibility to several antibiotics. 24 „Draxxin-Foals“ received Tulathromycin (Draxxin®, 10 %-injectable solution, Pfizer-GmbH, Karlsruhe, Germany) 2,5 mg/kg as a single i.m.-injection at the age of ten days. The injection was repeated once per week until the “Draxxin-Foals” were weaned at five to six months. Feces and tracheobronchial secretions were analyzed for the count of R. equi regularly. 24 non treated foals of the same year were defined as the reference group. All foals underwent a weekly clinic and sonographic examination for pulmonary abscesses. Foals with pulmonary abscesses or with leukocytosis (≥ 18.000 cells/µl blood) without pulmonary findings were excluded from the study. During the whole observation period 76,2 % of the foals of the “Draxxin-Group” and 100,0 % of the foals of the reference group developed pulmonary abscesses. There was no statistic significant difference between the two groups (p = 0,074). There was also no statistic significant difference between the groups in the clinical score, white blood cell count , abscess count, “abscess-score”, age at diagnosis, duration of treatment with Azithromycin/Rifampicin after the diagnosis “pulmonary abscesses” and recidives. The shedding of R. equi increased lightly but not statistically significant during the treatment with Tulathromycin from day ten to day 70. At 70 days of age there was a statistic significant correlation between the shedding of R. equi in feces and in tracheobronchial secretions (R = 0,574; p = 0,008). The MIC values of 21 R. equi isolates for the tested antibiotics were similar to previously published data. In this study Tulathromycin was found to be “inactive” against R. equi- isolates in vitro (MIC90 ≥ 1024 µg/ml). This probably explains why the “Draxxin-Foals” developed pulmonary abscesses during the treatment. The MIC values are significant higher than the maximal concentration of Tulathromycin in the pulmonary epithelial lining fluid (PELF) and in bronchoalveolar cells (BAC) of healthy foals. Therefore Tulathromycin has to be considered effectless against R. equi.

In der vorliegenden Studie wurde untersucht, ob auf einem Gestüt mit endemischer Rhodokokkose die Morbidität und/oder der Schweregrad der Erkrankung von R. equi-Pneumonien bei Fohlen durch eine Tulathromycinmetaphylaxe reduziert werden. Des Weiteren sollte geklärt werden, ob während der Tulathromycinmetaphylaxe weniger R. equi im Kot und im Tracheobronchialsekret (TBS) ausgeschieden wird, und ob bei Langzeitapplikation Nebenwirkungen auftreten. An gestütseigenen R. equi-Isolaten, die während der Tulathromycinmetaphylaxe aus Kot und TBS gewonnen wurden, wurde die In-Vitro-Empfindlichkeit gegenüber ausgewählten Makroliden, Rifampicin und Trimethoprim-Sulfamethoxazol geprüft. 24 „Draxxin-Fohlen“ erhielten ab dem zehnten Lebenstag einmal wöchentlich bis zum Absetzen mit fünf bis sechs Monaten Tulathromycin (Draxxin®, 10 %-ige Injektionslösung, Pfizer-GmbH, Karlsruhe) 2,5 mg/kg i.m. Der Kot und das TBS der „Draxxin-Fohlen“ wurde in regelmäßigen Abständen auf den R. equi-Gehalt untersucht. 24 unbehandelte Fohlen desselben Jahrgangs bildeten die Referenzgruppe. Alle Fohlen wurden wöchentlich klinisch und ultrasonographisch auf das Vorliegen von Lungenabszessen untersucht. Fohlen mit Lungenabszessen oder mit einer Leukozytose (≥ 18.000 Zellen/µl Blut) ohne Lungenbefunde wurden aus der Studie ausgeschlossen. Bei 76,2 % der „Draxxin-Fohlen“ und bei 100 % der Referenzfohlen konnten im Laufe des Beobachtungszeitraumes ultrasonographisch Lungenabszesse nachgewiesen werden. Die Erkrankungsrate unterschied sich zwischen den beiden Gruppen nicht signifikant (p = 0,074). Ebenso unterschieden sich klinischer Score, Leukozytenzahl im Blut, Abszessanzahl, „Abszess-Score“, Erkrankungsalter, Dauer der Behandlung mit Azithromycin/Rifampicin nach der Diagnose „Lungenabszesse“ und Rezidivhäufigkeit zwischen den beiden Gruppen nicht signifikant. Die Ausscheidung von R. equi im Kot nahm trotz der wöchentlichen Tulathromycingabe vom zehnten bis zum 70. Lebenstag leicht aber nicht statistisch signifikant zu. Im Alter von 70 Tagen ergab sich ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen dem Nachweis von R. equi im TBS und dem Nachweis im Kot (R = 0,574; p = 0,008). Die MHK-Werte von 21 gestütseigenen R. equi-Isolaten gegenüber ausgewählten antimikrobiellen Wirkstoffen lagen im Rahmen derjenigen von anderen Studien. Tulathromycin erwies sich in der vorliegenden Studie als in vitro inaktiv gegenüber den getesteten R. equi- Isolaten (MHK90-Wert ≥ 1024 µg/ml). Hier liegt die Erklärung, weshalb die „Draxxin-Fohlen“ während der Tulathromycinmetaphylaxe an abszedierenden Pneumonien erkrankten. Die MHK-Werte sind deutlich höher als die maximale Konzentration von Tulathromycin in der Pulmonary Epithelial Lining Fluid (PELF) und den bronchoalveolären Zellen (BAZ) von gesunden Fohlen, womit Tulathromycin als unwirksam gegenüber einem der wichtigsten Verursacher von abszedierenden Pneumonien beim Fohlen angesehen werden muss.

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Bach, Nicole: Behandlung von Fohlen mit Tulathromycin (Draxxin) zur Vorbeugung der Rhodococcus equi-Pneumonie. Hannover 2011. Tierärztliche Hochschule.

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