Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Untersuchungen zur Therapie des fragmentierten Processus coronoideus medialis der Ulna des Hundes

Dening, Ricarda

In the present study 230 joints from 200 dogs were examined. In all patients a fragmented medial coronoid process of the ulna was found and removed by arthroscopy. All patients were examined at least 6 months after the procedure. The previous clinical examination, as well as the operation and follow-up were documented as accurate as possible. In order to determine the success of the different forms of therapy, the degree and duration of the lameness and the degree of arthritis before the procedure, the articular changes present in the joint (type of fracture and mobility, synovitis, chondromalacia and cartilage fissures in the humerus and the ulna), as well as the degree of arthritis after the arthroscopy and the recovery were evaluated. Orthopaedic and radiographic post-operative examinations could be performed in 152 elbows; the remaining 78 joints were evaluated by means of a specially-designed questionnaire. Thirty of the 200 dogs enrolled in this study were operated on both sides; in 8 of such cases both arthroscopies were made on the same day. Patients had a mean age of 2.1 years, and 45 % of them were younger than 1 year. The mean weight was 32 kg, with a range of 12-77 kg. The arthroscopy was performed in a total of 38 different breeds, in which a male to female ratio of  2 : 1 was observed. The recovery time was statistically-significant shorter in those patients that were operated shortly after the beginning of the lameness. The articular changes in the joints correlated well with the degree of osteoarthritis. Besides, the degree of osteoarthritis increased in 64 % (n = 98/152) of the patients, in spite of the arthroscopy. The degree of mobility of the fragment had a significant influence in the degree of osteoarthritis. The previous presence of a OCD chip had no negative influence in the success of the therapy. There was no relationship between the different types of fractures, and the presence of chondromalacia or fissures with the recovery. A great proportion of the patients were Retriever (40,5 %), and Labrador Retrievers represented 28,5 % of the cases; 17 of these Labrador Retrievers were operated on both sides; besides, 22 elbows (37,9 %) in this breed showed a osteochondritis disecans (OCD) chip as an additional finding. The other breeds evaluated in this study showed similar results to those described for the Labrador Retriever, with regard to recovery after the arthroscopy and increase of the osteoarthritic changes; the only remarkable finding was an increase of the osteoarthritis in the contra-lateral joint.

In den vorliegenden Untersuchungen wurden 200 Hunde mit 230 Gelenken einbezogen. Bei allen Patienten lag ein fragmentierter Processus coronoideus medialis der Ulna vor, der jeweils arthroskopisch entfernt wurde. In die Untersuchungen wurden nur Hunde in die Untersuchung einbezogen, die klinisch und röntgenologisch bzw. mit Hilfe eines Fragebogens nachkontrolliert werden konnten. Alle Patienten wurden nach mindestens sechs Monaten nachuntersucht. 152 Ellbogengelenke konnten in der Klinik orthopädisch und röntgenologische kontrolliert werden. Die übrigen 78 Gelenke wurden mittels Fragebogen kontrolliert. Sowohl im Rahmen der Voruntersuchung, der Operation und der Kontrolle wurden die Befunde genauestens dokumentiert. Um Aussagen über den unterschiedlichen Therapieerfolg zu treffen, wurden der Grad der Lahmheit und die Dauer der Lahmheit vor der Operation, die arthrotischen Veränderungen zum Zeitpunkt der Operation, spezielle intraartikulärer Befunde (Frakturtyp und Mobilität, Synovialitis, Chondromalazien und Usuren am Humerus und der Ulna), sowie der die Behandlungsergebnisse, der Arthrosegrad zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung und die Arthrosezunahme erhoben. Von den 200 untersuchten Tieren wurden 30 an beiden Ellbogen, acht von ihnen am gleichen Tag operiert. Das durchschnittliche Alter lag bei 2,1 Jahren, wobei 45 % der Patienten jünger als ein Jahr waren. Das durchschnittliche Gewicht betrug 32 kg. Die Spannweite wurde mit zwölf bis 77 kg angegeben. Insgesamt wurden 38 verschiedene Rassen arthroskopiert. 40,5 % davon waren Retriever; Golden Retriever  mit n = 12 Hunde und Labrador Retriever mit n = 57 Hunde.  Im Verhältnis von bei  2 : 1 männlich zu weiblichen Tieren lag der Geschlechterquotient. Insgesamt konnte ohne Berücksichtigung der intraartikulären Befunde in 63,9 % der Fälle (147/230) ein „sehr gutes“ und in 29,1 % der Fälle (67 /230) ein „gutes“ Behandlungsergebnis erzielt werden. Bei weiteren 6,1 % der Fälle war das Ergebnis „befriedigend“ und in nur     0,9 % (2/230) „unbefriedigend“. Die Behandlungsergebnisse waren statistisch gesehen besser, je kürzer der Abstand zwischen dem Auftreten der Lahmheit und der Operation lag. Eine bestehende Synovialitis im Gelenk förderte zudem eine stärkere Arthrosebildung. Ein Fortschreiten der Arthrose konnte durch den arthroskopischen Eingriff nicht verhindert werden. Bei 64 % der untersuchten Gelenke (n  =  98/152) wurde eine Zunahme der Arthrosen festgestellt. Die Ausprägung der Mobilität des Fragments hatte signifikante Einwirkungen auf den Grad der Arthrosen. Das Vorliegen einer OCD hat keinen negativen Einfluss auf den Therapieerfolg. Es konnten zudem keine Auswirkungen von unterschiedlichen Frakturtypen, Chondromalazien und Usuren auf das Behandlungsergebnis nachgewiesen werden. Ein Einfluss der Rasse auf das Behandlungsergebnis und die Arthroseentwicklung konnte nicht nachgewiesen werden. Nur eine deutlichere Arthrosezunahme der kontralateralen, nicht operierten Seite konnte beobachtet werden.

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Dening, Ricarda: Untersuchungen zur Therapie des fragmentierten Processus coronoideus medialis der Ulna des Hundes. Hannover 2011. Tierärztliche Hochschule.

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