Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Ermittlung von Risikofaktoren in Schweinemastbetrieben in unterschiedlicher Kategorisierung des Salmonellenmonitorings in Niedersachsen

Gotter, Verena

Based on national and international legislation, the prevention of the introduction of Salmonella into the food chain begins on the primary level of production – the farm level. This study is a case-control study conducted on 67 farms in Category I (controls) and 104 farms in Category III (cases) of the German Salmonella-Monitoring system. The objective of this study was to develop a “check-list of risk factors” against Salmonella-infections which could be easily implemented by farmers and veterinarians alike on farms within the study region. The risk factors were to be identified by use of a questionnaire and by taking samples from the surroundings of the pigs. The questionnaire consisted of 6 parts and 5 appendices which covered the topics of animal management, feed/water, hygiene and biosecurity (internal and external). The samples were swabs taken from the surroundings of the pigs and were analyzed via real-time PCR. Several known risk factors from literature were confirmed by this study for example: the contact of other animals to the pigs, the pigs coming from more than one origin and the feeding of pellets. New factors were also identified: wearing the protective clothing outside of the barn increased the risk of Salmonella-infection five-times and having only one transporter for all age groups of the farm increased the risk 11-times. However some factors were also identified which are inconsistent with previous knowledge: thus not cleaning the hygienic lock and wearing dirty boots seemed to decrease the risk of infection. This is not only contrary to the general concept of hygiene, but also to the results from sampling the environment of the animals. Here it could be demonstrated that farms in Category III had a statistical significantly higher amount of Salmonella-positive samples in the pen floors, the hallways within the compartments, the driving boards and the central hallway of the barn. Due to this heterogeneity of the results, it can be assumed that while on the one hand there are such risk factors which one can define as “basic-risks”, but that on the other hand there are factors, especially in the area of cleaning and disinfection (C+D), which can have a diverse effect on the Salmonella-prevalence of a farm. For the mitigation strategies on farm level this means that first the so-called “basic-risks” must be assessed. After this step, an individual “risk-profile” of the farm based on the exact knowledge of all procedures must be established. The focus of this profile must then not be if certain measures are done, but how they are done.

Basierend auf nationalen und internationalen Gesetzen wird der Eintrag von Salmonellen in die Lebensmittelkette unter anderem auf der Ebene der Primärproduktion (sprich der Betriebsebene) bekämpft. Die vorliegende Studie führte auf 67 Betrieben der Kategorie I und 104 Betrieben der Kategorie III des Salmonellen-Monitorings eine Fall-Kontroll-Studie durch. Aufgrund der Ergebnisse eines Fragebogens und den Untersuchungen von Umgebungsproben der Schweine, sollte eine Checkliste für Landwirte und Tierärzte erstellt werden, welche die Bekämpfung der Salmonelleninfektion in Betrieben der Hochverdichtungsregion der Tierhaltung in Niedersachsen vereinfachen sollte. Der Fragebogen bestand aus 6 Abschnitten und 5 Anlagen. Er basierte auf einer Umfassenden Literaturrecherche und umfasste die Themenbereiche: Haltung, Management, Futter/Wasser, Hygiene und Biosecurity (interne und externe). Die Proben waren Wischproben aus der Umgebung der Schweine, welche mittels real-time PCR auf Genomfragmente von Salmonellen untersucht wurden. Die Auswertungen des Fragebogens bestätigten einige bekannte Risikofaktoren aus der Literatur (z.B. der Kontakt zu anderen Tierarten, Schweine aus mehr als einer Herkunft, Pellets als Futterkonfektion). Neue Faktoren wurden ebenfalls nachgewiesen: so erhöht das Tragen von Schutzkleidung außerhalb der Ställe das Salmonellen-Risiko um das fünf-fache und sollte der Betrieb alle Altersgruppen an Schweinen mit demselben Transporter transportieren, so erhöht sich das Salmonellen-Risiko sogar um das 11-fache. Allerdings wurden ebenfalls Risikofaktoren nachgewiesen, die widersprüchlich erscheinen: so verringern das nicht-reinigen der Hygieneschleuse  und die Anwesenheit von dreckigen Stiefeln das Risiko für eine Salmonellen-infektion. Diese Risiken stehen außerdem im Gegensatz zu den Ergebnissen der Untersuchung der Tierumgebung auf Salmonellen. So konnte nachgewiesen werden, dass Kategorie III-Betriebe signifikant mehr Salmonellen-positive Proben beim Sammelkot, den Gängen im Abteil, den Treibrettern und den Zentralgängen hatten. Aufgrund der Heterogenität der Ergebnisse lässt sich schlussfolgern, dass es zwar einerseits Faktoren gibt, welche man als „Grundrisikofaktoren“ bezeichnen könnte, andererseits es eine Vielzahl an weiteren Faktoren, vor allem im Bereich der Reinigung und Desinfektion (R+D) gibt, deren genaue Auswirkung auf die Salmonellenprävalenz eines Betriebes unterschiedlich sein kann. Deshalb sollte bei der Salmonellen-Bekämpfung auf Betriebsebene zunächst geklärt werden, ob diese Grundrisikofaktoren bestehen oder nicht. Danach muss ein individuelles „Risikoprofil“ des Betriebes erstellt werden, welches die genauen Abläufe unter die Lupe nimmt. In diesem Zusammenhang geht es dann nicht nur darum zu fragen, ob etwas z.B. R+D der Treibbretter gemacht wird, sondern vor allem wie es gemacht wird.

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Gotter, Verena: Ermittlung von Risikofaktoren in Schweinemastbetrieben in unterschiedlicher Kategorisierung des Salmonellenmonitorings in Niedersachsen. Hannover 2011. Tierärztliche Hochschule.

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