Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Genetische Analysen von züchterisch bedeutsamen Merkmalen beim Berner Sennenhund

Hartmann, Peter

The aim of this study was to analyse considerable traits in the breeding of Bernese mountain dogs. A multivariate estimation of breeding values for canine hip dysplasia (CHD), elbow dysplasia (ED) and humeral osteochondrosis (OCD) was made. Therefor the pedigree of eight generations of a gerrman population of Bernese mountain dogs and the radiographic screening results of cohorts from 1995-2008 were used. The number of included official scores were 5.513 for CHD, 5175 for ED and 1.240 for OCD. The heritabilities for these three traits were estimated at 0,26 +/- 0,02 for CHD, 0,22 +/- 0,02 for ED und 0,40 +/- 0,15 for OCD. The multivariate estimation of breeding values in a mixed linear model was made for the degree of severity of CHD, ED and OCD as well as for the occurrence of a fragmented coronoid process of the medial ulna (FCP) and the ED-score without FCP. The breeding value (eRZWP), which is used as the selection criterion, reached a certainty for the phenotyp of the offspring from 2,8-2,9% for CHD, 2,9% for ED, 1,1% for ED without FCP, 1,8% for FCP and 0,8-1,3% for OCD. The reason for the low predictive value of the eRZWP is the very high influence of the personal contribution to the result of the estimation and the very steady breeding values of the pedigree. These results suggest, that a multivariate estimation of breeding values does not lead to a faster progress in breeding against CHD, ED and OCD in Bernese mountain dogs and that there is no significant advantage in comparison to the phenotypical selection. Therefor it is necessary to develop new and better treatments of breeding Bernese mountain dogs. Further life expectancy and causes of death were determined to analyse the distribution of this diseases and the impact of life expectancy. Therefor data of 6971 dogs being alive, 2492 dead dogs and 1709 causes of deaths from 9453 animals of cohorts from 1995-2008 have been used. The censored life expectancy was 8.25 years extending 1.25 years over the non-censored life expectancy estimated at 7 years. The most often causes of death were tumors registered in 61% of all cases in this study. A renal failure was reported in 10% of cases and this was more often than any other cause which did not exceed 3.5%. Renal failures and infections with borreliosis had an influence on life expectancy even in 2- to 4-year-old dogs, whereas histiocytic sarkomas decreased life expectancy mainly in 7- to 10-year-old dogs.

Ziel dieser Arbeit war die Analyse züchterisch bedeutsamer Merkmale beim Berner Sennenhund. Es sollte eine multivariate Zuchtwertschatzung fur Huftgelenkdysplasie (HD), Ellenbogengelenkdysplasie (ED) und Osteochondrosis dissecans des Schultergelenkes (OCD) durchgführt werden. Hierzu wurden zuerst Heritabilitaten und Korrelationen für HD, ED und OCD multivariat geschätzt. Für die Auswertungen standen Pedigreedaten für acht Generationen und röntgenologische Untersuchungsergebnisse aus den Geburtsjahren 1995-2008 einer deutschen Population von Berner Sennenhunden zur Verfügung. HD-Befunde lagen für 5.513 Hunde, ED-Befunde fur 5.175 Hunde und OCD-Befunde fur 1.240 Hunde vor. Die geschätzten Heritabilitaten für die drei Merkmale lagen bei 0,26 +/- 0,02 für HD, 0,22 +/- 0,02 für ED und 0,40 +/- 0,15 für OCD. Die additiv-genetische Korrelation zwischen HD und ED betrug 0,31 +/- 0,06 zwischen HD und OCD 0,25 +/- 0,16 und zwischen ED und OCD -0,49 +/- 0,16. Die multivariate Zuchtwertschatzung im linearen Tiermodell erfolgte für die Schweregrade von HD, ED und OCD sowie für das Vorkommen von einem fragmentierten Prozessus coronoideus medialis ulnae (FPC) und den EDGrad ohne FPC. Der für die Selektion verwendbare erwartete Pedigreezuchtwert (eRZWP) erreichte eine Sicherheit für den zukünftigen Phänotyp der Nachkommen für HD von 2,8-2,9%, für ED von 2,9%, ED ohne FPC von 1,1%, FPC 1,8% und OCD von 0,8-1,3%. Die Ursache für die sehr geringe Vorhersagekraft des eRZWP ist durch den sehr hohen Einfluss der Eigenleistung auf das Ergebnis der Zuchtwertschätzung und die sehr gleichförmigen Zuchtwerte der Verwandtschaft zu erklären. Die Ergebnisse legen somit nahe, dass auch eine multivariate Zuchtwertschätzung zu keiner wesentlichen Beschleunigung des Zuchtfortschritts für HD, ED und OCD beim Berner Sennenhund führen wird und keine signifikanten Vorteile im Vergleich zur phänotypischen Selektion bringt. Es ist deshalb notwendig, neue, verbesserte Verfahren zur Zuchtwahl der Berner Sennenhunde zu entwickeln. Des Weiteren wurden Lebensdauer und Todesursachen untersucht, um die Verteilung der Erkrankungen und die Auswirkungen auf die Lebensdauer zu analysieren. Hierfür wurden 6971 Lebendmeldungen, 2492 Todmeldungen und 1709 ekannte Todesursachen von 9453 Tieren aus den Geburtsjahren 1995-2008 verwendet. Die mittels zensierten Daten geschätzte Lebenserwartung betrug 8,25 Jahre und war damit im Vergleich zur Lebensdauer der bereits verstorbenen Hunde um 1,25 Jahre länger. Häufigste Todesursachen waren tumoröse Erkrankungen mit einem Anteil von 61%. Erkrankungen der Nieren waren mit 10 % die nächst häufigsten Todesursachen. Die weiteren zum Tode führenden Erkrankungen lagen jeweils unter 3,5%. Erkrankungen der Nieren und Infektionen durch Borreliose führten vor allem bei jüngeren Tieren in einem Alter von zwei bis vier Jahren zu einer kürzeren Lebensdauer, wohingegen Tumore und das histiozytare Sarkom erst bei Hunden mit 7-10 Lebensjahren die Lebensdauer reduzierten.

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Hartmann, Peter: Genetische Analysen von züchterisch bedeutsamen Merkmalen beim Berner Sennenhund. Hannover 2011. Tierärztliche Hochschule.

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