Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Die Überprüfung eines Hufdruckmesssystems in Kombination mit dreidimensionalen Hochfrequenzvideoaufnahmen zur Bewegungsanalyse beim Pferd

Lange, Claudia

In der vorliegenden Arbeit sollte ein kinetisches Analyseverfahren (HoofTM-System der Fa. Tekscan®) zur differenzierten Hufdruckmessung in Kombination mit einer kinematischen Methode zur dreidimensionalen Hochfrequenzvideoanalyse (Fa. SIMI) auf ihre Anwendbarkeit beim Pferd überprüft werden. Dazu wurden synchron kinetische und kinematische Aufnahmen zur Untersuchung der Hufbalance der Vordergliedmaßen von zehn Pferden auf dem Laufband im Schritt und im Trab erstellt. Es konnte gezeigt werden, dass sich das HoofTM-System (Tekscan®) aufgrund der guten Handhabbarkeit und sofortiger Auswertung mit anwenderfreundlicher Software unter praxisnahem Zeitaufwand gut für die Beurteilung der Hufbalance im Klinikalltag eignet. Darüber hinaus waren mit den kinetischen Untersuchungen von 20 Vordergliedmaßen Aussagen zur Fußung, zur Kraftverteilung und zum Abrollvorgang möglich. Dazu wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für Mikroelektronische Systeme (Leibniz Universität Hannover) eine Software entwickelt, die erste Schritte zur Automatischen Datenanalyse ermöglichte. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen zeigen, dass im Schritt erwartungsgemäß die laterale Fußung vorherrscht. Im Trab ist dagegen neben der lateralen auch die plane Fußung erkennbar. Pferde, deren Zehenachse in der seitlichen Ansicht nach palmar gebrochen war, zeigten eine Zehenfußung, Pferde mit zum Huf passendem Fesselstand dagegen eine plane Fußung oder eine nicht pathologische Trachtenfußung. Mit Hilfe von Aufnahmen vergleichsweise langer Bewegungssequenzen wurde erstmals die intraindividuelle Wiederholbarkeit der vorherrschenden Fußung ermittelt. Diese lag durchschnittlich bei 80 %. Weiterhin wurde die Belastung des Hufes mithilfe der Maximalkraft, dem Impuls und dem Kräfteschwerpunkt analysiert. Dabei zeigte sich eine stärkere Belastung der dorsalen und der lateralen Hufregionen. Es konnte gezeigt werden, dass die Hufhälfte, deren Tragrand zuerst den Boden berührt, während der Stützbeinphase stärker belastet ist, was die Berechtigung der Fußungstheorie für die Hufzubereitung untermauert. Außerdem konnten spezifische Verlagerungsformen des Kräfteschwerpunktes während der Abrollphase unterschieden werden, auf deren Grundlage weiterführende Untersuchungen zum Abrollvorgang mit dem vorliegenden System möglich sind. Das Abrollen der Hufe fand hauptsächlich über den lateralen Aspekt der Zehe statt. Die vorliegenden Ergebnisse gelten aufgrund der nahezu einheitlichen Stellung der Zehenachse der untersuchten Pferde für die enge Zehenstellung. Die zum Teil signifikanten Unterschiede in den erhobenen Parametern zwischen Schritt und Trab zeigen für eine optimale Beurteilung der Hufbalance die Notwendigkeit der bewegungsanalytischen Untersuchung in beiden Gangarten auf. Für die Videoanalyse wurde eine neue Methode entwickelt, mit der der Fußungszeitpunkt und die Fußung in lateromedialer Ebene anhand berechneter Beschleunigungskurven aus kinematischen Daten ermittelt wurden. Die kinematischen Ergebnisse dazu konnten aufgrund der Synchronisation mit der Druckmessung evaluiert werden, wobei keine signifikanten Unterschiede zwischen beiden Methoden festgestellt wurden. Allerdings erwies sich die Ermittlung der Art der Fußung mit Hilfe kinematischer Daten in Einzelfällen als nicht zuverlässig. Der Zeitaufwand für die Durchführung und die Datenauswertung der Videoanalyse war zudem deutlich höher als bei der ausschließlichen Anwendung der Hufdruckmessung, die daher für die Beurteilung der Hufbalance, wie sie in der vorliegenden Arbeit erfolgte, als ausreichend und geeignet angesehen wird.   Es konnte jedoch auch gezeigt werden, dass kinematisch-kinetisch kombinierte Untersuchungen mit dem vorliegenden Analysesystem am Pferd möglich sind. Die Besonderheit liegt dabei in der vergleichsweise moderaten Preislage der verwendeten Ausrüstung, sodass derartige Untersuchungen zukünftig in größerem Umfang durch ein breiteres Anwenderspektrum möglich erscheinen. Neben der hier untersuchten Fußung können dabei weitere kinematisch erfassbare Aspekte des Bewegungsablaufes, z. B. die Gelenkswinkel von Gliedmaßen, Hals und Rücken oder die Schrittlänge, die Gliedmaßenführung und die Vor- und Rückführwinkel der Vorder- und Hintergliedmaßen, in Zusammenhang mit der gleichzeitig an den Hufen einwirkenden Kraft analysiert werden. 

In der vorliegenden Arbeit sollte ein kinetisches Analyseverfahren (HoofTM-System der Fa. Tekscan®) zur differenzierten Hufdruckmessung in Kombination mit einer kinematischen Methode zur dreidimensionalen Hochfrequenzvideoanalyse (Fa. SIMI) auf ihre Anwendbarkeit beim Pferd überprüft werden. Dazu wurden synchron kinetische und kinematische Aufnahmen zur Untersuchung der Hufbalance der Vordergliedmaßen von zehn Pferden auf dem Laufband im Schritt und im Trab erstellt. Es konnte gezeigt werden, dass sich das HoofTM-System (Tekscan®) aufgrund der guten Handhabbarkeit und sofortiger Auswertung mit anwenderfreundlicher Software unter praxisnahem Zeitaufwand gut für die Beurteilung der Hufbalance im Klinikalltag eignet. Darüber hinaus waren mit den kinetischen Untersuchungen von 20 Vordergliedmaßen Aussagen zur Fußung, zur Kraftverteilung und zum Abrollvorgang möglich. Dazu wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für Mikroelektronische Systeme (Leibniz Universität Hannover) eine Software entwickelt, die erste Schritte zur Automatischen Datenanalyse ermöglichte. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen zeigen, dass im Schritt erwartungsgemäß die laterale Fußung vorherrscht. Im Trab ist dagegen neben der lateralen auch die plane Fußung erkennbar. Pferde, deren Zehenachse in der seitlichen Ansicht nach palmar gebrochen war, zeigten eine Zehenfußung, Pferde mit zum Huf passendem Fesselstand dagegen eine plane Fußung oder eine nicht pathologische Trachtenfußung. Mit Hilfe von Aufnahmen vergleichsweise langer Bewegungssequenzen wurde erstmals die intraindividuelle Wiederholbarkeit der vorherrschenden Fußung ermittelt. Diese lag durchschnittlich bei 80 %. Weiterhin wurde die Belastung des Hufes mithilfe der Maximalkraft, dem Impuls und dem Kräfteschwerpunkt analysiert. Dabei zeigte sich eine stärkere Belastung der dorsalen und der lateralen Hufregionen. Es konnte gezeigt werden, dass die Hufhälfte, deren Tragrand zuerst den Boden berührt, während der Stützbeinphase stärker belastet ist, was die Berechtigung der Fußungstheorie für die Hufzubereitung untermauert. Außerdem konnten spezifische Verlagerungsformen des Kräfteschwerpunktes während der Abrollphase unterschieden werden, auf deren Grundlage weiterführende Untersuchungen zum Abrollvorgang mit dem vorliegenden System möglich sind. Das Abrollen der Hufe fand hauptsächlich über den lateralen Aspekt der Zehe statt. Die vorliegenden Ergebnisse gelten aufgrund der nahezu einheitlichen Stellung der Zehenachse der untersuchten Pferde für die enge Zehenstellung. Die zum Teil signifikanten Unterschiede in den erhobenen Parametern zwischen Schritt und Trab zeigen für eine optimale Beurteilung der Hufbalance die Notwendigkeit der bewegungsanalytischen Untersuchung in beiden Gangarten auf. Für die Videoanalyse wurde eine neue Methode entwickelt, mit der der Fußungszeitpunkt und die Fußung in lateromedialer Ebene anhand berechneter Beschleunigungskurven aus kinematischen Daten ermittelt wurden. Die kinematischen Ergebnisse dazu konnten aufgrund der Synchronisation mit der Druckmessung evaluiert werden, wobei keine signifikanten Unterschiede zwischen beiden Methoden festgestellt wurden. Allerdings erwies sich die Ermittlung der Art der Fußung mit Hilfe kinematischer Daten in Einzelfällen als nicht zuverlässig. Der Zeitaufwand für die Durchführung und die Datenauswertung der Videoanalyse war zudem deutlich höher als bei der ausschließlichen Anwendung der Hufdruckmessung, die daher für die Beurteilung der Hufbalance, wie sie in der vorliegenden Arbeit erfolgte, als ausreichend und geeignet angesehen wird.   Es konnte jedoch auch gezeigt werden, dass kinematisch-kinetisch kombinierte Untersuchungen mit dem vorliegenden Analysesystem am Pferd möglich sind. Die Besonderheit liegt dabei in der vergleichsweise moderaten Preislage der verwendeten Ausrüstung, sodass derartige Untersuchungen zukünftig in größerem Umfang durch ein breiteres Anwenderspektrum möglich erscheinen. Neben der hier untersuchten Fußung können dabei weitere kinematisch erfassbare Aspekte des Bewegungsablaufes, z. B. die Gelenkswinkel von Gliedmaßen, Hals und Rücken oder die Schrittlänge, die Gliedmaßenführung und die Vor- und Rückführwinkel der Vorder- und Hintergliedmaßen, in Zusammenhang mit der gleichzeitig an den Hufen einwirkenden Kraft analysiert werden.

Vorschau

Zitieren

Zitierform:

Lange, Claudia: Die Überprüfung eines Hufdruckmesssystems in Kombination mit dreidimensionalen Hochfrequenzvideoaufnahmen zur Bewegungsanalyse beim Pferd. Hannover 2011. Tierärztliche Hochschule.

Rechte

Nutzung und Vervielfältigung:
Alle Rechte vorbehalten

Export