Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Behandlung von Lungenabszessen bei Fohlen

Rödiger, Anne-Kathrin

The objectives of the present study were to compare the relative efficacy of 3 antimicrobial protocols for the treatment of pulmonary abscesses in foals and to determine the frequency of spontaneous resolution of subclinical pulmonary lesions on a breeding farm with endemic Rhodococcus equi (R. equi) pneumonia in foals. Foals with ultrasonographic evidence of pulmonary abscesses = 1.0 cm in diameter (n = 128) were randomly allocated to 1 of 4 equal treatment groups: Foals of group 1 were treated with tulathromycin (2.5 mg/kg, i.m. once weekly); foals of group 2 were treated with azithromycin in monotherapy (10 mg/kg, p.o., once a day). Group 3 received azithromycin (10 mg/kg, p.o., once a day) in combination with rifampin (10 mg/kg p.o. twice daily) and group 4 was the control group without antimicrobial treatment. In order to monitor the development of the pulmonary abscesses and the foal’s clinical status under these conditions, once a week clinical examination and white blood cells (WBC) count were performed and twice weekly the thorax was evaluated sonographically for signs of pneumonia or abscesses. Foals were classified as free of pulmonary disease and removed from the study if the results after 42 days of treatment of three consecutive ultrasound examinations of the lung released no pathological findings, the animals presented no clinical symptoms and WBC count was below 15000 cells/µl. In the two weeks after the treatment was ceased, clinical investigation and ultrasonographic lung investigation were performed in order to diagnose a possible recurrence. Treatment of pulmonary abscesses was successful in 68 (53.1%) foals of this study. In the foals treated with tulathromycin 62.5% were healthy after 68.9 ± 34.5 days of treatment. In the foals treated with azithromycin 53.1% were healthy after 63.0 ± 24.6 days of treatment and in the rifampin/azithromycin group 53.1% were treated successfully after 78.9 ± 39.0 days. Spontaneous recovery occurred in 14 of the 32 foals of the control group (43.8%) in 78.7 ± 31.6 days. The proportion of foals that responded to the initial therapy, duration of therapy, the proportion of foals needing a change of treatment, and the number of days to the change of therapy were not significantly different between the four groups. Foals needing a change of treatment had a significantly higher abscess score and a significantly higher number of abscesses on day of diagnosis of pulmonary abscesses than foals that responded to the initial therapy. In addition, foals needing a change of treatment were significantly younger and less heavy on day of diagnosis of pulmonary abscesses than foals that responded to the initial treatment. These results do not allow a conclusion on the clinical effectiveness of the antimicrobials chosen here for the treatment of pneumonia in foals. However, earlier studies could be confirmed, in which spontaneous healing of the pulmonary abscesses was observed in foals. In the light of the data presented here it can be recommended to include foals exhibiting clearer pulmonary changes for further studies on the effectiveness of different antibiotics in the treatment of R. equi pneumonia.

Mit der vorliegenden Arbeit sollte ermittelt werden ob Tulathromycin, im Vergleich zu Azithromycin und zu der Kombination von Azithromycin und Rifampicin, als wirksames Therapeutikum bei einer Pneumonie bei Fohlen eingesetzt werden kann. Hierfür wurden 128 Fohlen eines deutschen Warmblutgestütes, welche ultrasonographisch an einer Pneumonie erkrankt waren, untersucht. Die Fohlen wurden mit einem randomisierten Verfahren in vier verschiedenen Gruppen à 32 Fohlen eingeteilt. Die Tiere der Gruppe 1 wurden mit Tulathromycin (2,5 mg/kg KGW, i.m., einmal wöchentlich) behandelt, die der Gruppe 2 mit Azithromycin (10 mg/kg KGW, p.o., einmal täglich). Die Fohlen der 3. Gruppe erhielten eine Kombinationstherapie aus Rifampicin (10 mg/kg KGW, p.o., zweimal täglich) und Azithromycin (10 mg/kg KGW, p.o., einmal täglich). Die vierte Gruppe stellte eine Kontrollgruppe dar, in der keine Antibiotika verabreicht wurden. Um den Erfolg der vier Behandlungsprotokolle bewerten zu können, wurden alle Fohlen wöchentlich klinisch untersucht und die Blutleukozyten bestimmt. Des Weiteren fand zweimal wöchentlich eine ultrasonographische Untersuchung der Lunge aller Patienten statt. Die Behandlung wurde nach mindestens 42 Tagen als erfolgreich beendet, wenn die Fohlen mindestens die letzten 10 Tage in der klinischen sowie der ultrasonographischen Untersuchung unauffällig waren und die Anzahl der Blutleukozyten unter 15.000 Zellen/µl Blut lag. In den zwei darauffolgenden Wochen wurde an die klinische Untersuchung eine ultrasonographische Lungenuntersuchung angeschlossen, um eventuell auftretende Rezidive zu erkennen. Von den 128 Fohlen der Studie konnten 68 (53,1%) unter den oben genannten Therapieprotokollen genesen bzw. ohne Therapie selbst heilen. Unter der Tulathromycin-Behandlung (Gruppe 1) wurden 62,5% der Fohlen nach 68,9 ± 34,5 Tagen geheilt. Unter der Azithromycin- (Gruppe 2) und Rifampicin/Azithromycin-Therapie (Gruppe 3) waren es 53,1% der 32 Fohlen, welche genesen sind, wobei die Azithromycin-Monotherapie mit 63,0 ± 24,6 Tagen kürzer andauerte, als die Kombinationstherapie mit Rifampicin (78,9 ± 39,0 Tage). Bei der unbehandelten Gruppe (4) konnte bei 43,8% der Fohlen eine Selbstheilung nach durchschnittlich 78,7 ± 31,6 Tagen beobachtet werden. Es bestand allerdings kein signifikanter Unterschied zwischen den vier Behandlungsgruppen hinsichtlich der Anzahl der genesenen Fohlen oder der Therapiedauer. Einen signifikanten Unterschied ergab sich jedoch im Alter und Gewicht sowie dem Erkrankungsgrad zum Zeitpunkt der Diagnosestellung zwischen den genesenen (n = 68) und nicht genesenen (n = 60) Fohlen. Tiere, bei denen aufgrund einer Verschlechterung ihres Gesundheitsstatus, das Therapieprotokoll geändert werden musste oder diese behandelt werden mussten (Fohlen der Kontrollgruppe), waren zu Erkrankungsbeginn mit 77,4 ± 35,1 Lebenstagen und einem durchschnittlichen Gewicht von 155,9 ± 41,9 kg deutlich jünger und leichter als die genesenen Fohlen, welche am Tag der Diagnosestellung 99,4 ± 34,8 Tage alt und 179,7 ± 50,9 kg schwer waren. Zudem war zu erkennen, dass die nicht genesenen Fohlen mit einer Anzahl von 2,8 ± 1,5 Lungenabszessen und einem dazugehörigen Abszess-Score von 4,2 ± 2,3 cm bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung deutlichere pathologische Befunde aufwiesen als die Fohlen, die während der Studie gesund wurden (Anzahl an Lungenabszessen: 2,3 ± 1,6, Abszess-Score: 3,2 ± 2,3 cm). Mit diesen Ergebnissen lässt sich keine Aussage über die klinische Wirksamkeit der oben aufgeführten Behandlungsmethoden bei einer Pneumonie bei Fohlen treffen. Es konnten allerdings frühere Studien bestätigt werden, welche bei einer Diagnose im frühen Stadium eine Spontanheilung der Lungenabszesse beschrieben und in denen gezeigt wurde, dass jüngere und leichtere Fohlen eher einer Therapie bedürfen als ältere und damit schwerere Fohlen. Somit ist für weitere Studien über die Wirksamkeit verschiedener Antibiotika zu empfehlen, dass die Fohlen deutlichere Lungenveränderungen aufweisen sollten, um eventuelle Spontanheilungen ausschließen zu können.

Quote

Citation style:

Rödiger, Anne-Kathrin: Behandlung von Lungenabszessen bei Fohlen. Hannover 2011. Tierärztliche Hochschule.

Rights

Use and reproduction:
All rights reserved

Export