Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Einfluss einer wiederholten Applikation von Gonadotropin-Releasing-Hormon auf die Fruchtbarkeit azyklischer Milchkühe

Bläsing, Hanna

It was the objective of this study to find out, whether or not the treatment with the GnRH-analogue Buserelin could improve the fertility of acyclic dairy cows in comparison with an untreated control group. Furthermore, it was tested, if the repeated application of small doses of Buserelin had a better effect than a single injection. For this field trial, 868 cows from nine dairy herds in Lower Saxony were examined. They had not been detected in estrus until 50 days postpartum. When there was no palpable corpus luteum at two manual transrectal examinations of the ovaries in a ten-day interval, cows were assigned to one of three groups. The cows in group 51 were injected with 4 mg (1 ml) Buserelin once daily for five days. The animals in group 55 received a single injection of 20 mg (5 ml) Buserelin and the cows in group 50 (control group) remained untreated. 178 cows were defined as acyclic and therefore, were included in the study. This is a percentage of 3.9 % of the population (n=4612) or 20.5 % of the 868 cows presented as anestrous. Cows were examined by rectal palpation five and ten days after the treatment (Days 65 and 75 postpartum). A palpable corpus luteum on either day was considered as a sign for the resumption of ovarian activity. Cows were subjected to the farm’s usual breeding program. Pregnancy diagnosis was performed after service and the measures of fertility were determined (interval from calving to first insemination (CFI), days open (DO), interval from first insemination to conception (FIC), number of services, first service conception rate (FSC), pregnancy rate (PR) and pregnancy index (PI)). The frequency of cows with a palpable corpus luteum was statistically significantly lower in group 51 (five injections of 1 ml Buserelin) than in the other groups (14.5 % vs. 43.9 % group 50 and 63.2 % group 55). There was no significant difference between the groups in the fertility measures CFI, DO, FIC, average number of services, FSC and PI. Pregnancy rate from all services during lactation was statistically significantly lower in cows receiving a single injection of 5 ml Buserelin (group 55) than in the other groups (72.7 % vs. 89.1 % group 50 and 92.2 % group 51). Even though the ovarian reactions to the treatment with five small doses of Buserelin seemed to be worse than in the other groups because of a lower percentage of a detectable corpus luteum, later on, there were hardly any differences in the measures of fertility between the groups. The animals were further assigned to groups according to their number of lactation (group 1: heifers, group 2: number of lactation ³ 2). Cows and heifers were compared within and between the different treatment groups. The measures of fertility CFI, DO, FIC, number of services during the lactation, FSC and PI did not differ statistically significantly between the groups. Both, heifers and cows that received five injections of Buserelin (group 51) had significantly less often a palpable corpus luteum after treatment than animals in the other groups. Within the untreated control group, cows had significantly more services than heifers until day 200 postpartum. The pregnancy rate of heifers was significantly higher than that of the cows. The pregnancy rate of all services of heifers in group 55 (single injection of Buserelin) was significantly lower than that of the heifers which received five doses of Buserelin (group 51). Overall, fertility measures of heifers were slightly better than those of cows. The animals were also grouped according to their milk yield of the second test-day postpartum (group 1: > 40 kg milk per day, group 2: £ 40 kg milk per day). There was no significant difference in any of the analyzed parameters. In addition, the cows were also split into groups according to their body condition on Day 60 postpartum (group 1: body condition score BCS £ 2.5, group 2: BCS 2.75 or 3.0, group 3: BCS ³ 3.25). The animals with the lowest body condition scores had significantly more often a palpable corpus luteum following treatment than the cows with the highest scores. However, the CFI, DO and FIC of the animals in group 3 (highest BCS) were significantly shorter than in the other groups. The ovarian cycles of the well conditioned cows resumed later, but these cows became pregnant earlier than the cows in thinner condition. In conclusion, the fertility measures of all acyclic cows examined in this trial were far below the desired reference values with heifers yielding slightly better results than cows. Repeated injections of small doses of Buserelin did not have a significant effect on reproductive performance compared with a single injection. Fertility of acyclic cows that had been treated with Buserelin was not statistically significantly higher than that of acyclic cows without treatment.

In dieser Arbeit wurde untersucht, ob die Behandlung azyklischer Milchkühe mit dem GnRH-Analog Buserelin die Fruchtbarkeit im Vergleich zu einer Kontrollgruppe verbessert. Weiterhin wurde überprüft, ob die wiederholte Applikation kleiner Dosen von Buserelin wirkungsvoller ist als eine einzelne Injektion. Für diese Feldstudie wurden auf neun Milchviehbetrieben in Niedersachsen 868 Kühe untersucht, bei denen in einem Zeitraum von 50 Tagen nach der Abkalbung noch keine Brunstsymptome festgestellt wurden. Wenn bei zwei rektalen Palpationen im Abstand von zehn Tagen keine Gelbkörper fühlbar waren, wurden die Tiere einer von drei Versuchsgruppen zugeordnet. Den Tieren der Gruppe 51 wurde an fünf aufeinanderfolgenden Tagen je 4 Mikrogramm (1 ml) Buserelin injiziert, die Tiere der Gruppe 55 bekamen eine Injektion von 20 Mikrogramm (5 ml) Buserelin und die Kühe der Kontrollgruppe 50 blieben unbehandelt. Insgesamt erfüllten 178 Tiere die Kriterien für Azyklie und wurden in die Studie einbezogen. Dies entspricht einem Anteil von 3,9 % an der Gesamtpopulation (n=4612) und von 20,5 % der als anöstrisch vorgestellten Kühe. Nach der Behandlung wurden die Kühe erneut untersucht (Tag 65 und 75 post partum); ein fühlbarer Gelbkörper wurde dabei als Zeichen für ein Wiedereinsetzen der Ovartätigkeit gewertet. Außerdem wurde eine Trächtigkeitsuntersuchung nach der Besamung durchgeführt und die Fruchtbarkeitskennzahlen Rastzeit (RZ), Güstzeit (GZ), Verzögerungszeit (VZ), Erstbesamungserfolg (EBE), Anzahl der Besamungen, Gesamtträchtigkeitsrate (GTR) und Trächtigkeitsindex (TI) erfasst. Nach der Behandlung mit fünf mal 1 ml Buserelin hatten die Tiere der Gruppe 51 signifikant seltener einen Gelbkörper als die Tiere der anderen beiden Gruppen (14,5 % vs. 43,9 % Gruppe 50 und 63,2 % Gruppe 55). Die RZ, GZ und VZ, die mittlere Anzahl an Besamungen, der EBE und der TI unterschieden sich dagegen nicht signifikant. Die GTR aller Besamungen der Laktation war in der einmal behandelten Gruppe 55 signifikant niedriger als in den anderen beiden Gruppen (72,7 % vs. 89,1 % Gruppe 50 und 92,2 % Gruppe 51). Die Tiere, die mit fünf kleinen Dosen Buserelin behandelt wurden, haben zwar klinisch weniger auf die Behandlung reagiert, da sie signifikant seltener einen Gelbkörper hatten, später zeigten sich aber kaum Unterschiede bei den Fruchtbarkeitsparametern zwischen den einzelnen Gruppen. Die Tiere wurden außerdem nach Laktationsnummer in Gruppen aufgeteilt. Dabei wurden Färsen und Kühe ab der zweiten Laktation jeweils innerhalb der Versuchsgruppen und zwischen den Gruppen verglichen. Es gab keine signifikanten Unterschiede bei den Parametern RZ, GZ, VZ, Anzahl der Besamungen in der gesamten Laktation, EBE und TI. Sowohl die Färsen als auch die Kühe der fünfmal mit Buserelin behandelten Gruppe hatten jeweils signifkant seltener einen Gelbkörper als die Tiere der anderen beiden Gruppen. Die Kühe der Kontrollgruppe wurden bis zum Tag 200 p.p. signifikant häufiger besamt als die Färsen. Die GTR der Färsen aller Gruppen zusammen war signifikant höher als die GTR der Kühe. Die GTR aller Besamungen der Laktation war bei den Färsen der Gruppe 55 signifikant niedriger als bei den Färsen der Gruppe 51. Insgesamt war die Fruchtbarkeit der Färsen etwas besser als die der Kühe, die Unterschiede waren bei einigen Parametern aber nur numerisch. Bei der Aufteilung der Tiere nach der Milchleistung der zweiten Kontrolle nach der Abkalbung (Gruppe 1: > 40 kg Tagesgemelk, Gruppe 2: £ 40 kg Tagesgemelk) gab es bei keinem untersuchten Parameter signifikante Unterschiede zwischen den Kühen mit hoher und niedriger Leistung. Anhand der Körperkondition an Tag 60 nach der Abkalbung wurden die Kühe in drei Gruppen unterteilt (Gruppe 1: BCS £ 2,5, Gruppe 2: BCS 2,75 oder 3,0, Gruppe 3: BCS ³ 3,25). Die Tiere mit den niedrigsten BCS-Werten hatten signifikant häufiger einen tastbaren Gelbkörper nach der Behandlung als die Tiere der Gruppe mit der höchsten Körperkondition. Allerdings war die  RZ, GZ und VZ der Kühe mit den höchsten BCS-Werten signifikant geringer als in den anderen beiden Gruppen. Die dickeren Kühe waren zwar später zyklisch als die dünneren Tiere, wurden aber im Verlauf der Laktation früher tragend. Die Fertilität aller untersuchten azyklischen Kühe war insgesamt herabgesetzt, die meisten Fruchtbarkeitskennzahlen waren bei den Färsen numerisch oder signfikant besser als bei den Kühen, erreichten aber nicht die angestrebten Werte für eine zufriedenstellende Fruchtbarkeit. Die wiederholte Applikation kleiner Dosen von Buserelin hatte im Vergleich zur einmaligen Injektion keinen höheren Einfluss auf die untersuchten Parameter. Außerdem war die Fruchtbarkeit der mit Buserelin behandelten Tiere nicht signifikant besser als die der Kontrollgruppe.

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Bläsing, Hanna: Einfluss einer wiederholten Applikation von Gonadotropin-Releasing-Hormon auf die Fruchtbarkeit azyklischer Milchkühe. Hannover 2011. Tierärztliche Hochschule.

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