Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Sampling, detection and tenacity of Campylobacter jejuni strains isolated from different laying hen flocks

Ahmed, Marwa Fawzy El Metwaly

Campylobacter jejuni (C. jejuni) is currently one of the most important food borne zoonotic agents worldwide with annually hundreds of thousands of human cases. To be able to establish effective control measures toward C. jejuni, the knowledge of sources and reservoirs as well as the means of transmission of this organism is of great importance. C. jejuni is most often transmitted through chicken meat to humans. High prevalences are also known for laying hens, although infections over the egg play only a minor or no role. However, C. jejuni is excreted in significant amounts in the faeces in layer houses. Also over the air transmission is possible, because contaminated feces particels are released and can be distributed as part of the airborne dust in the house and via the exhaust air in the barns environment. If contaminated poultry manure is applied on fields as organic fertilizer, C. jejuni can be transmitted from this source to other animal house environment. Laying hen holdings and their airborne, liquid and solid fecal emissions represent a reservoir for C. jejuni whose transmission potential is not yet well understood. To better assess sources, occurrence and distribution of C. jejuni, different studies on survival of C. jejuni were done in freshly collected laying hens feces. In naturally contaminated feces C. jejuni can survive up to 6 days as demonstrated by colony cultures. There was a difficulty to detect culturable C. jejuni from air. Most of the sampling instruments were not gentle enough to isolate culturable C. jejuni, although there are such reports in the literatures on the possibility of recovery and cultivation of C. jejuni from the air. In contrast, DNA of C. jejuni was successfully recovered from air and dust samples with subsequent isolation and identification when appropriate air sampling methods are applied. It seems necessary to develop more gentle air collection methods for C. jejuni. Because of the very low cultural detection rate of C. jejuni in the air, the air is currently assigned to play a subordinate role in the risk assessment for humans. However, the role of applied contaminated poultry manure as fertilizer in the dissemination of C. jejuni is poorly understood. Little is also known about the function and importance of the so-called "dormant C. jejuni". These bacteria still show signs of low metabolic activity, but are not culturable any more. However, it is assumed that the bacteria in this stage under certain favorable circumstances, can achieve their vitality and viability again. Our investigations showed that the ATP content in C. jejuni cells which are in a dormant (not culturable) state dis not significantly differ from the ATP content of dead in C. jejuni cells. This may be taken as an idication that the dormant state represents a transition form to cell death. However, more specific investigations are necessary to clarify this assumption. The clearest results provided the prevalence studies and the study of genetic diversity. First, the high prevalence of C. jejuni was confirmed in the laying hens. From 330 cloacal swabs from 11 flocks of laying hens (30 per flock) of 11 different regional and widely spaced farms 172 C. jejuni samples were positive. The prevalence increased with age of birds, means that, the longer the laying period lasted, the higher the detection rate. Particular outstanding is the fact that with the increasing age of the birds during their life span, the genetic diversity of C. jejuni also increased. While in the flock with 20 weeks age -at the beginning of the laying period- only one flaA type was detected, while in birds with 52 weeks of age, already 9 different flaA types were found. The observation of different flaA types could be referred to the known genetic instability of C. jejuni which probably caused mutations although the actuator(s) could not be identified. An entry from the outside air or by vectors is also possible. An exchange of flaA type between the studied and widely spaced houses did obviously not take place as in the various laying hen flocks no identical flaA types were observed, while in the positive samples of single flocks multiple flaA types were found, but these types always remained limited to the respective flock. FlaA typing should be taken further in account, as it seems to be important for epidemiological questions as the transmission over the air or from faeces which were applied to land. These studies indicate that with the help of specific hygiene and analytical measures we can improve our knowledge so far that an effective interruption of the transmission pathways of C. jejuni appears to become possible in the near future.

Campylobacter jejuni (C. jejuni) zählt derzeit zu dem bedeutendsten Lebensmittel getragenen Zoonoseerregern weltweit mit jährlich Hundertausenden von Erkankten. Um wirksame Bekämpfungsmaßnahmen durchführen zu können, ist die Kenntnis der Quellen und Reservoire sowie der Übertragungswege des Erregers von großer Bedeutung. Am häufigsten wird C. jejuni über Hähnchenfleisch auf den Menschen übertragen. Hohe Prävalenzen sind aber auch von Legehennen bekannt, obwohl Infektionen über das Ei nur eine untergeordnete bis keine Rolle spielen. Allerdings wird C. jejuni in erheblichen Mengen mit dem Kot in Legehennenställen ausgeschieden. Auch über die Luft ist eine Übertragung möglich, da kontaminierte Kotpartikel frei gesetzt werden und als Anteil des Luftstaubes im Stall als auch über die Abluft in die Stallumgebung verteilt werden können. Wird der anfallende Geflügelkot als organischer Dünger auf Felder ausgebracht, gelangt damit auch C. jejuni in die weitere Stallumgebung. Legehennenhaltungen und ihre luftgetragenen sowie festen Abgänge stellen folglich ein Reservoir für C. jejuni dar, über das nur relativ wenige Kenntnisse vorliegen. Um Quellen, Auftreten und Verbreitung von C. jejuni besser einschätzen zu können, wurden verschiedene Untersuchungen zur Überlebensfähigkeit von C. jejuni in frisch abgesetztem Legehennenkot vorgenommen. In natürlich kontaminiertem Kot kann C. jejuni bis zu 6 Tagen kultivierbar überleben. Schwierig gestaltet sich der Nachweis kultivierbarer C. jejuni aus Luft. Die meisten eingesetzten Geräte sammeln nicht schonend genug, um eine Kultivierung vornehmen zu können, obwohl es in der Literatur solche Berichte über Gewinnung und Kultivierung gibt. Erfolgreich lässt sich die DNA aus Luft und Staubproben mit entsprechenden Aufarbeitungsmethoden isolieren und identifizieren. Es scheint notwendig, spezielle und an C. jejuni angepasste schonende Sammelverfahren zu entwickeln. Aufgrund der doch sehr geringen kulturellen Nachweisrate aus Luft, wird dem Luftpfad derzeit nur eine untergordnete Rolle in der Gefährdungsbeurteilung für den Menschen  zugewiesen. Allerdings ist zur Rolle von als Dünger ausgebrachtem kontaminiertem Geflügelkot bei der Verbreitung von C. jejuni wenig bekannt. Wenig bekannt ist auch über die Funktion und die Bedeutung der so genannten „dormant C. jejuni“, die zwar meist noch geringe metabolische Aktivität zeigen, sich aber nicht mehr kultivieren lassen. Es wird jedoch vermutet, dass die Bakterien in diesem Stadium unter bestimmten günstigen Umständen ihre Vitalität und Vermehrungsfähigkeit wieder erlangen können. Unsere Untersuchungen dazu zeigten, dass sich der ATP Gehalt in C. jejuni Zellen, die sich im ruhenden (nicht kultivierbaren) Stadium befinden, nicht signifikant von den ATP Konzentrationen in abgetöteten C. jejuni Zellen unterscheidet. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass der ruhende Zustand eine Übergangsform zum Zelltod darstellt. Weitere Untersuchungen sind jedoch notwendig, um diese Vermutung zu bestätigen. Die eindeutigsten Ergebnisse lieferten die Prävalenzstudien und die Untersuchung der genetischen Diversität. Zunächst wurde die hohe Prävalenz an C. jejuni in den Legehennenhaltungen bestätigt. Von 330 Kloakentupfern aus 11 Legehennenherden (30 pro Betrieb) von 11 verschiedenen und weit regional auseinanderliegenden Betrieben waren 172 C. jejuni positiv. Die Prävalenz nahm mit dem Alter der Tiere zu, das heißt, je länger die Legeperiode dauerte, desto höher war die Nachweisrate. Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass mit dem Alter der Tiere und ihrer Nutzungsdauer auch die genetische Diversität von C. jejuni zunahm. Während in der Herde, die sich in der 20 Lebenswoche – also zu Beginn der Legeperiode – befand, nur ein Subtyp auftrat, waren es in einem Betrieb, dessen Tiere sich in der 52 Woche befanden, bereits 9 verschiedene Subtypen. Die Bildung der Subtypen erfolgt bei der bekannten genetischen Instabilität von C. jejuni vermutlich vorwiegend durch Mutationen, der oder die Auslöser konnten hier allerdings nicht näher identifiziert werden. Ein Eintrag von außen über die Luft oder Vektoren ist ebenso möglich. Ein Austausch von Subtypen zwischen den untersuchten und auch weit auseinander liegenden Ställen fand offensichtlich nicht statt, da in keinem der verschiedenen Ställe identische Subtypen auftraten, während in den positiven Proben durchaus Mehrfachdetektionen eines Subtypen auftraten, die aber stets auf den betreffenden Stall begrenzt blieben. Die Subtypisierung sollte weiter verfolgt werden, da sie sich auch für epidemiologische Fragestellungen, wie die Übertragung über die Luft oder durch Kotausbringung zu eignen scheint. Die Untersuchungen deuten an, dass mit Hilfe gezielter hygienischer und analytischer Maßnahmen wir unsere Kenntnisse soweit verbessern können, dass eine wirksame Unterbrechung der Überrtagungswege von C. jejuni in absehbarer Zeit möglich erscheint.

Quote

Citation style:

Ahmed, Marwa Fawzy El Metwaly: Sampling, detection and tenacity of Campylobacter jejuni strains isolated from different laying hen flocks. Hannover 2012. Tierärztliche Hochschule.

Rights

Use and reproduction:
All rights reserved

Export