Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Seroepidemiologische Untersuchung zur Verbreitung von Dictyocaulus viviparus in Milchviehherden in Deutschland

Schunn, Anne-Marie

Parasitic bronchitis caused by the bovine lungworm Dictyocaulus viviparus occurs worldwide in temperate areas. The present study was performed to determine the D. viviparus prevalence in dairy herds in the region East Frisia, Germany. Furthermore, the used MSP-ELISA was reviewed in a one-year longitudinal field study including 15 dairy cattle herds. Bulk tank milk examinations on lungworm prevalence in East Frisian dairy herds in 2008 resulted in a prevalence of 15.0 % seropositive dairy herds in January, 7.8 % seropositives in September, and 7.4 % seropositives in November on the condition of an in-herd prevalence of ≥20 %. Whilst the prevalence in January was significantly different from September and November, no significant differences were found between the East Frisian districts. In consequence of the one-year field study and a critical review of the previously used cut-off value of 0.493, individual and bulk tank milk samples were subjected to different cut-offs. For individual milk samples, the cut-off value of 0.573 was determined with each 100 % sensitivity and specificity. To ensure reliable detection of herds with an in-herd prevalence of ≥20 % the BTM cut-off was lowered to 0.410, corresponding to 100 % sensitivity and 97.32 % specificity. From the seasonality of the course of the bulk tank milk antibody titer curve it can be concluded that August or September seem to be best suited to perform serological herd screenings on lungworms, whereas increasing ODR values from January to April disclose a dairy herd with silent carriers of hypobiotic lungworms. Overall, the bulk tank milk ELISA proved to be a valuable tool for large-scale studies on lungworm prevalence as well as single herd diagnosis.

Die durch den Rinderlungenwurm Dictyocaulus viviparus verursachte parasitäre Bronchitis tritt weltweit in gemäßigten Klimazonen auf. Die vorliegende Studie diente der Erfassung der Prävalenz der Dictyocaulose in Milchviehherden in Ostfriesland. Ferner wurde der hierfür verwendete MSP-ELISA im Zuge einer einjährigen Studie mit 15 teilnehmenden Milchviehbetrieben unter Feldbedingungen überprüft. Tankmilchuntersuchungen zur Lungenwurm-Prävalenz in ostfriesischen Milchviehherden im Jahr 2008 ergaben für Januar 15,0 % seropositive Milchviehherden, für September 7,8 % und für November 7,4 % seropositive Milchviehherden, jeweils unter der Voraussetzung einer Intra-Herden-Prävalenz von ≥20 %. Während sich der Monat Januar hinsichtlich der Prävalenzrate statistisch signifikant von September und November unterschied, konnten zwischen den verschiedenen untersuchten ostfriesischen Landkreisen keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden. Infolge der Ergebnisse der einjährigen Feldstudie und kritischer Überprüfung des bislang verwendeten ELISA-Cut-offs von 0,493 wurden Einzeltiermilch- und Tankmilchproben unterschiedliche Cut-off-Werte zugeordnet. Für Einzeltiermilch wurde der Cut-off-Wert von 0,573 mit jeweils 100 % Sensitivität und Spezifität festgelegt. Zum sicheren Nachweis der Dictyocaulose in Herden mit einer Intra-Herden-Prävalenz von ≥20 % wurde der Cut-off für Tankmilch auf 0,410 gesenkt, was mit einer Sensitivität von 100 % und einer Spezifität von 97,32 % einherging. Von der Saisonalität des Tankmilchantikörpertiterverlaufs, die sich in einer zweigipfligen Kurve äußerte, lässt sich ableiten, dass die Monate August und September die günstigsten Untersuchungszeitpunkte für ein Herdenscreening auf Lungenwurmbefall darstellen. Werden in einer Milchviehherde stille Träger hypobiotischer Lungenwürmer befürchtet, können diese durch von Januar bis April ansteigende ODR-Werte aufgedeckt werden. Insgesamt kann der Tankmilch-ELISA als ein sehr gut geeigneter Test für Seroprävalenz-Studien als auch zur Diagnostik in einzelnen Herden beurteilt werden.

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Schunn, Anne-Marie: Seroepidemiologische Untersuchung zur Verbreitung von Dictyocaulus viviparus in Milchviehherden in Deutschland. Hannover 2012. Tierärztliche Hochschule.

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