Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Diagnostik von Wirbelsäulenerkrankungen bei Hunden mit Hilfe der Computertomographie im Vergleich zur Myelographie

Zander, Stefanie

The present study is based on 100 dogs pertaining to the patient population of the Small Animal Hospital of the Hannover School of Veterinary Medicine. These patients were presented with various spinal cord lesions, each of which was confirmed by surgical or patho-histological means. Following a general physical examination and a detailed neurological examination for a clinical localization of the suspected lesion, survey radiographs, computed tomography study, and myelography were performed in each case. The patients were divided into five groups depending on the final diagnosis attained during surgery or patho-histological examination. The largest group (n=57) was represented by dogs diagnosed with intervertebral disc disease (IVDD), followed by traumatic lesions (n=15), vertebral instabilities (n=13), neoplastic lesions (n=9), and fibrocartilaginous emboli (n=6). The employed diagnostic modalities were evaluated concerning the possibility to determine the exact localization of the spinal lesions as well as the correct diagnosis. With the help of the neurological examination it was possible to correctly determine the affected region in all cases with the exception of few dogs with IVDD. In three cases of the IVDD group, neurological examination was not possible as these dogs were referred under general anesthesia. Of the remaining 54 dogs with IVDD, 90.7% (n=49) were correctly localized on neurological examination. Of the 34 cases of confirmed lateralized IVDD only four were identified in the neurological examination. Survey radiographs led to a diagnosis in 14 cases of the 57 IVDD dogs, none of the lateralizations could be determined on plain radiographs. In 54.4% (n=31) of the IVDD cases, myelography enabled a diagnosis. Computed tomography (CT) correctly identified the IVDD in 91.2% of the cases. Concerning the lateralization, myelography identified 32.4% (n=11) and CT identified 94.1% (n=32). On statistical analysis, CT was superior to the other imaging techniques (survey radiography, myelography) with a p-value of <0.005. In the direct comparison of myelography and CT, the latter showed a significantly higher diagnostic accuracy. In this group of dogs the sensitivity of CT and myelography amounted to 98.2% and 83.3%, respectively. The positive predictive value of CT was 91.5% and of myelography 60%. Survey radiographs correctly identified eight out of 15 (53.3%) traumatic lesions. Lateralized processes could not be determined. The exact localization was identified in CT in 93.3% and two out of three lateralizations were also shown. The myelography was able to identify the lesion only in a lower number of cases (61.5%) and no lateralization could be determined. In the patients with cauda equina compression syndrome, the lesion was successfully identified by survey radiograph in five out of eleven cases (45.5%), no lateralization was identified. All of the patients with cauda equina compression syndrome, including the cases with lateralization, were identified with the help of CT. With the myelography, this was only reached in 81.8% (n=9) and none of the lateralizations were identified. In the two dogs with cervical instability (Wobbler syndrome), survey radiographs and myelography led to the correct diagnosis, whereas CT only identified one of the cases. In the nine dogs with neoplastic lesions an identification of the localization was possible in three cases with survey radiographs. Myelography resulted in a correct localization in 66.7%, two of four lateralizations were identified. With the CT it was possible to make a tentative diagnosis of neoplasia in 88.9% of the cases. All of the lateralizations present were identified. Survey radiographs did not allow an identification of any of the cases with fibrocartilaginous emboli (FCE). CT led to a tentative diagnosis of FCE in two out of six cases. These two cases were subsequently confirmed in the patho-histological examination. Non of the FCE cases were identified in the myelography.  

Grundlage der vorliegenden Untersuchung waren 100 Hunde mit unterschiedlichen, operativ oder pathohistologisch abgesicherten Wirbelsäulenerkrankungen aus dem Patientengut der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Nach einer klinischen Allgemein- und speziellen neurologischen Untersuchung zur Eingrenzung der Lokalisation der Läsion wurden Röntgennativaufnahmen, eine Computertomographie (CT) und eine Myelographie des betroffenen Wirbelsäulenabschnittes durchgeführt. Anhand der gestellten Diagnosen, die auf den Ergebnissen der Operation bzw. der pathohistologischen Untersuchung basierten, wurden die Patienten in fünf Gruppen eingeteilt. Die Hunde mit einer Diskopathie (n=57) bildeten die stärkste Gruppe, gefolgt von traumatisch bedingten Veränderungen (n=15), Instabilitäten (n=13), tumorösen Erkrankungen (n=9) und fibrocartilaginösen Embolien (FCE; n=6). Die verschiedenen Untersuchungsverfahren wurden in Bezug zu den Operations- bzw. Sektionsergebnissen hinsichtlich der Möglichkeit, eine korrekte Lokalisation der Läsion bzw. Diagnosestellung zu erhalten ausgewertet. Insbesondere wurde die Wertigkeit der Computertomographie gegenüber der Myelographie beurteilt. Durch die neurologische Untersuchung konnte, bis auf wenige Hunde der Diskopathiegruppe, in allen Fällen der betroffene Wirbelsäulenbereich eingegrenzt werden. In der Diskopathiegruppe war bei drei Hunden keine neurologische Untersuchung möglich, da sie in Narkose eingeliefert wurden. Die Eingrenzung der Lokalisation gelang in dieser Gruppe in 90,7% der Fälle (49/54). Nur vier der 34 vorhandenen Lateralisationen konnten nachgewiesen werden (11,8%). Bei 57 Hunden mit Diskopathie konnte die Diagnose in 14 Fällen anhand der Nativröntgenaufnahmen gestellt werden. Hier war es in keinem Fall möglich, eine Lateralisation zu bestimmen. Die Myelographie lieferte in 54,4% der Fälle (n=31) ein richtiges Ergebnis und die CT führte bei 91,2% der Hunde zur richtigen Diagnose. Im Hinblick auf die Lateralisationen konnten mit der Myelographie 32,4% (n=11), mit der CT dagegen 94,1% (n=32) der Fälle richtig identifiziert werden. Damit war die CT den beiden anderen bildgebenden Untersuchungsverfahren (Nativröntgen, Myelographie) mit p= < 0,005 deutlich überlegen. Auch beim alleinigen Vergleich der CT mit der Myelographie war die CT deutlich besser. Die Sensitivität der Computertomographie in dieser Gruppe lag bei 98,2%, die der Myelographie bei 83,3%. Die Genauigkeit, mit der die richtige Diagnose bezogen auf alle Untersuchungen gestellt wurde, lag für die Computertomographie bei 94,7% und für die Myelographie bei 56,6%. Der prädektive Wert der Computertomographie lag bei 91,5%, der der Myelographie bei 60%. Bei den Patienten mit traumatischen Veränderungen konnten die Läsionen in acht von 15 Fällen (53,3%) mit Hilfe der Nativröntgenaufnahmen richtig erkannt werden. Eine Lateralisation wurde in keinem Fall diagnostiziert. Durch die CT gelang ein besseres Ergebnis und zusätzlich war es möglich, den veränderten Bereich differenziert zu beschreiben und insbesondere Knochenfragmente, primäre Hämatome und Sekundärveränderungen deutlich zu machen. Die exakte Lokalisation und Diagnose gelang hier bei 93,3% der Fälle; zwei von drei Lateralisationen wurden erkannt. Die Myelographie schnitt hier mit 61,5% schlechter ab; es wurde keine Lateralisation erkannt. Bei den Patienten mit einem Cauda-equina-Kompressionssyndrom konnte mit den Nativröntgenaufnahmen in fünf von elf Fällen (45,5%) die Läsion richtig identifiziert werden; keine der beiden Lateralisationen wurde erkannt. Mit der CT konnten alle elf Patienten inklusive der Lateralisationen richtig diagnostiziert werden, mit der Myelographie gelang das nur bei neun der elf Patienten (81,8%) und es konnte keine Lateralisation nachgewiesen werden. Bei den beiden Hunden mit Wobbler-Syndrom konnte die Diagnose sowohl im Nativröntgen als auch mit der Myelographie gestellt werden. Die CT lieferte nur bei einem Hund eine richtige Diagnose. Bei den tumorösen Veränderungen gelang es mittels der Nativröntgenaufnahme in drei von neun Fällen, eine Verdachtsdiagnose zu stellen und den Bereich zu lokalisieren. Die Myelographie erbrachte in sechs der neun Fälle ein korrektes Ergebnis. Es konnten zwei von vier Lateralisationen erkannt werden. Mit der CT war es aufgrund des Sichtbarwerdens von Umfangsvermehrungen, Osteolysen, Verdrängungen von Gewebe in acht von neun Fällen möglich, eine Verdachtsdiagnose zu stellen. Alle vier Lateralisationen konnten dargestellt werden. In der Gruppe der Patienten mit einer FCE konnte durch die Nativröntgenaufnahmen kein Fall erkannt werden. Mit der CT war in zwei Fällen eine Verdachtsdiagnose möglich, die sich durch die Ergebnisse der pathohistologischen Untersuchung untermauern ließen. Die Myelographie lieferte in keinem Fall eine Verdachtsdiagnose.  

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Zander, Stefanie: Diagnostik von Wirbelsäulenerkrankungen bei Hunden mit Hilfe der Computertomographie im Vergleich zur Myelographie. Hannover 2002. Tierärztliche Hochschule.

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