Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Stimulierbarkeit der Hormonsensitiven Lipase bei Großpferd und Pony im Hinblick auf das Hyperlipämie-Syndrom

Riebandt, Nadine

The topic of the present study was the incubation of isolated adipocytes of horses (wormblod) and ponies (Shetland Pony) with dbcAMP. Thus should stimulate hormone-sensitive lipase proximal to the receptors and cause a release of FA out of the cells. With a pH-sensitive measuring system the resulting decrease in pH within the medium has been detected by fluorophotometry so that comparative conclusions between both species could be drawn concerning their rate of lipolysis. For these investigations specimens from the subcutaneous adipose tissue of the inguinal region and the abdominal cavity have been used. They were taken from anaesthetised ponies and from horses and ponies delivered to a slaughterhouse following their evisceration. The aim of these attempts was to contribute to the education of the aetiology of the hyperlipaemia syndrome in ponies. To analyse the results the animals have been grouped according to different aspects. Thus an influence emanating from the gender on the lipolysis has been tested that however has been lacking within this study. On the other hand it has been possible to prove a dependance of the FA release to the location of the collected tissue. Adipose tissue deriving from the abdominal cavity appeared to be significantly more active as subcutaneous inguinal fat depots relating to lipolysis. This finding corresponds to the multiple statements within the literature. It has been astonishing that in the comparison of the species adipocytes from horses inguinal tissue could be stimulated in a superior extent as cells of ponies. Even though the stimulation of adipocytes with dbcAMP has been investigated prior in this study the incitement comparing with NE / ADA has been integrated in the examinations as well. The results align with the exaltations made by BREIDENBACH et al. (1999). It was evident that ponies’ adipocytes react with explicitly larger rate of lipolysis to stimulation with NE / ADA than cells from horses. The supplement of dbcAMP to the incubation medium containing fat cells from ponies caused no difference referring to the degree of FA release in comparison with NE / ADA. While the rate of lipolysis in horses’ adipocytes has been significantly greater following dbcAMP stimulation than incitement with NE / ADA. The stimulation with dbcAMP leaded to comparable rates of lipolysis in abdominal fat cells in both species. According to this the present study can not give a conclusive response to the molecular basis of the augmented tendency to lipolysis in ponies in comparison with horses. Further investigations are necessary to elucidate whether the α-adrenergic receptors play an important role. Distal to the receptors it has to be clarified how far other regulating mechanisms of the hormone-sensitive lipase, such as Gs-proteins, Gi-proteins and insulin, are of importance.

Gegenstand der vorliegenden Studie war die Inkubation von isolierten Adipocyten von Großpferden und Ponys mit DBcAMP. Dadurch sollte die HSL postrezeptoral angeregt und eine Freisetzung von FS aus den Zellen erreicht werden. Anhand eines pH-sensitiven Messsystems wurde die resultierende pH-Wertabnahme im Medium fluorophotometrisch detektiert, so dass vergleichend zwischen beiden Spezies Rückschlüsse bezüglich der stattgefundenen Lipolyserate gezogen werden konnten. Für die Untersuchungen wurden Gewebeproben aus Bauchhöhlen- und subkutanem Inguinalfett verwendet, die von anästhesierten bzw. ausgeweideten Schlachttieren gewonnen worden sind. Ziel der Versuche war es, einen weiteren Beitrag zur Aufklärung der Ätiologie des Hyperlipämie-Syndroms der Ponys zu leisten. Zur Auswertung der Ergebnisse erfolgte eine Gruppierung der beprobten Tiere gemäß unterschiedlicher Gesichtspunkte. So wurde ein möglicher Einfluss des Geschlechts auf die Lipolyse getestet, der jedoch, entgegen der Berichte anderer Autoren, in dieser Studie ausblieb. Dagegen konnte eine Abhängigkeit der Fettsäurefreisetzung von der Lokalisation des entnommenen Gewebes nachgewiesen werden, wobei sich das Bauchfett als lipolytisch signifikant aktiver erwies als das subkutane Gewebe aus dem Inguinalbereich. Dieser Befund entspricht den in der Literatur gemachten Angaben. Erstaunlich war die Beobachtung, dass im Vergleich der Spezies das Inguinalfett der Pferde in höherem Maße stimulierbar war als das der Ponys. Obwohl in dieser Studie vorrangig die Stimulation der Adipocyten mit DBcAMP untersucht wurde, wurde vergleichend auch die Anregung durch NA / ADA in die Betrachtungen einbezogen. Die Ergebnisse deckten sich mit der Erhebungen von BREIDENBACH et al. (1999). Es wurde deutlich, dass die Zellen der Ponys mit auffallend höherer Lipolyse auf die Inkubation mit NA / ADA reagierten als die der Pferde. Der Zusatz von DBcAMP zum Inkubationsmedium bewirkte bei den Ponyfettzellen keinen Unterschied im Ausmaß der Freisetzung von FS verglichen mit NA / ADA, während die Lipolyserate der Adipocyten von Großpferden nach DBcAMP signifikant höher war als nach NA / ADA-Anregung. Die DBcAMP-Stimulierung führte bei den Bauchhöhlenfettzellen zu vergleichbaren Lipolyseraten beider Spezies. Die vorliegende Studie kann demnach über die molekulare Basis der erhöhten Lipolyseneigung des Ponys im Vergleich mit Großpferden noch keine schlüssige Antwort geben. Es bleibt zu prüfen, ob prärezeptoral die α-Rezeptoren eine entscheidende Rolle spielen. Postrezeptoral muss geklärt werden, inwiefern weitere Regulationsfaktoren der HSL(Gs-Proteine, Gi-Proteine, Insulin) von Bedeutung sind.

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Riebandt, Nadine: Stimulierbarkeit der Hormonsensitiven Lipase bei Großpferd und Pony im Hinblick auf das Hyperlipämie-Syndrom. Hannover 2005. Tierärztliche Hochschule.

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