Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Bestimmung von Autoantikörpern gegen Schilddrüsenhormone im Serum von Hunden und deren Einfluss auf die Schilddrüsendiagnostik

Piechotta, Marion

Hypothyroidism is one of the common endocrine disorders in dogs. Primary hypothyroidism is caused by autoimmune thyroiditis and idiopathic atrophy. Autoantibodies against Thyreoglobulin (TgAA) occur in dogs with autoimmune thyroiditis and are used as an early screening test for hypothyroidism. Autoantibodies against thyroid hormones (THAA) appear together with Thyreoglobulin autoantibodies. If these autoantibodies interfere with chemiluminescent-immunoassay used to measure T4-concentration, in which case falsly elevated T4 levels would occur. In this study thyroid hormone autoantibodies were measured in 1088 dogs with clinical signs of hypothyroidism and in a group of 110 clinically healthy dogs. THAA were not detected in any of the healthy dogs. However in the dogs with clinical signs of hypothyroidism, autoantibodies against T3 (T3AA) were found in 3.8 % of cases and autoantibodies against T4 (T4AA) in 0.5 % of cases, suggesting that the occurrence of THAA is rare. In contrast to another publication there was no significant difference in presence of THAA in female and male dogs. When the THAA results were evaluated with T4-and TSH-values, THAA were found more frequently in dogs with low T4 and elevated TSH. THAA correlated significantly with increased TSH levels, independent of the thyroxin concentration. THAA were more common in mongrel dogs. However Golden Retriever, Pointer, Labrador Retriever, Yorkshire Terrier and Dachshund are breeds which are more likely to have THAA. In autoantibody positive dogs, a decrease in autoantibody concentrations during substitution therapy with levo-thyroxin could clearly be demonstrated. Furthermore, there was no effect on TRH-stimulation tests in dogs with THAA. To investigate if the chemiluminescent immunoassay (CIA) for T4-measurement is affected by T4AA, T4-concentrations were measured by radioimmuno assay (RIA) and high performance liquid chromatografie (HPLC) in T4AA positive serum and in serum from control dogs. There was no evidence of falsely elevated T4-levels when comparing results measured by HPLC and chemiluminescent assay. In this study T4AA was found only in five of the 1088 investigated dogs. Four of these dogs had very low T4-levels together with increased TSH. These results indicate that an additional test for THAA is not required in hypothyroid dogs. But that additional autoantibody testing in those dogs with clinical signs of hypothyroidism and nonspecific T4- and TSH-values could help to diagnose autoimmune thyroiditis.

Die Hypothyreose zählt zu den häufigsten endokrinen Erkrankungen des Hundes. Als Ursache einer primären Hypothyreose wird die autoimmune Thyreoiditis oder eine idiopathische Atrophie der Schilddrüse beschrieben. Autoantikörper gegen Thyreoglobulin (TgAA) treten im Zusammenhang mit einer autoimmunen Thyreoiditis auf und können auch diagnostisch als früher Indikator für eine autoimmune Thyreoiditis genutzt werden. Autoantikörper gegen Schilddrüsenhormone kommen als Subsets der TgAA vor. Es war vorstellbar, dass Autoantikörper gegen Thyroxin im Chemilumineszenzimmunoassay zur Messung der TT4-Konzentration interferieren und zu falsch hohen Thyroxinwerten führen. In der vorliegenden Arbeit wurden bei 1088 Hunden, mit einem klinischen Verdacht auf eine Schilddrüsenunterfunktion, Autoantikörper gegen Schilddrüsenhormone bestimmt. Zusätzlich wurden 110 gesunde Hunde auf das Vorhandensein von Autoantikörpern untersucht. Bei keinem der klinisch gesunden Tiere konnten THAA nachgewiesen werden. Dagegen wurden bei 3,8 % Hunden mit einem klinischen Verdacht auf eine Hypothyreose Autoantikörper gegen T3 und bei 0,5 % Autoantikörper gegen T4 nachgewiesen. Die vorliegenden Untersuchungen und die Literaturrecherche zeigten, dass THAA selten vorkommen. Im Gegensatz zu veröffentlichten Studien, konnte in der vorliegenden Arbeit keine Geschlechtsdisposition für THAA gezeigt werden. Die Autoantikörperergebnisse wurden im Zusammenhang mit den TT4- und TSH-Konzentrationen der hypothyreoseverdächtigen Hunde beurteilt. Mit statistischer Signifikanz wurden mehr Autoantikörper gegen Schilddrüsenhormone (THAA) bei Hunden mit niedrigen TT4-Konzentrationen und einer deutlich erhöhten TSH-Konzentration nachgewiesen. Zudem konnten signifikant mehr THAA bei Hunden mit einer erhöhten TSH-Konzentration nachgewiesen werden, unabhängig von der TT4-Konzentration. Besonders häufig wurden THAA bei Mischlingen nachgewiesen. Zu den häufigsten Rassen mit THAA gehörten Golden Retriever, Pointer, Labrador Retriever, Yorkshire Terrier und Teckel. Unter Substitutionstherapie autoantikörperpositiver Hunde konnte gezeigt werden, dass es zu einem Absinken des Serumspiegels an Autoantikörpern im Verlauf der Substitutionstherapie mit Schilddrüsenhormonen kam. TRH-Teste autoantikörperpositiver Hunde zeigten keinen übereinstimmenden Verlauf, der einen Einfluss der Autoantikörper auf Stimulationsteste vermuten ließe. Die zusätzliche TT4-Konzentrationsbestimmung mit einem Radioimmunoassay (RIA) und einer Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) bei T4AA-positiven Hunden und einer klinisch gesunden Kontrollgruppe zeigte keinen Hinweis auf falsch hohe TT4-Werte im CIA. Fünf der 1088 untersuchten Hunde waren T4AA-positiv. Vier der fünf Hunde hatten niedrige TT4-Konzentrationen und deutlich erhöhte TSH-Konzentrationen. Diese Befunde deuten darauf hin, dass der diagnostische Nutzen einer zusätzlichen Bestimmung von Autoantikörpern gegen Schilddrüsenhormone bei hypothyreoten Hunden als gering zu beurteilen ist. Die erhobenen Daten zeigen aber auch, dass bei einigen Hunden mit klinischen Anzeichen einer Hypothyreose und fraglichen Laborwerten eine Bestimmung von THAA bei der Diagnose einer autoimmunen Hypothyreose hilfreich war.

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Piechotta, Marion: Bestimmung von Autoantikörpern gegen Schilddrüsenhormone im Serum von Hunden und deren Einfluss auf die Schilddrüsendiagnostik. Hannover 2007. Tierärztliche Hochschule.

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