Dissertation
Tierärztliche Hochschule Hannover / Bibliothek – School of Veterinary Medicine Hannover / Library

 

Michael Dahlkamp

 

Vergleich zweier Trainingsmethoden für 6-jährige Vielseitigkeitspferde unter besonderer Berücksichtigung von Bergtraining

 

NBN-Prüfziffer

urn:nbn:de:gbv:95-87493

title (engl.)

Comparison of two different training programmes for 6-year-old eventing horses with emphasis on uphill exercise

publication

Hannover, Tierärztliche Hochschule, Dissertation, 2003

text

/dissertations/dahlkampm_ws03.pdf

abstract (deutsch)

Ziel dieser Studie war es die Auswirkungen zweier Trainingsmodelle für die Vielseitigkeit auf die Belastungsfähigkeit und Leistungsentwicklung einer Pferdegruppe festzuhalten und die Bedeutung von Bergtraining für ein Konditionstrainingsprogramm zu untersuchen. Daraus sollten Erkenntnisse zur Gestaltung eines wissenschaftlich fundierten Trainingsplans für Sportpferde, insbesondere Vielseitigkeitspferde, gewonnen werden.

Zwei Versuchsgruppen (Berg- und Vergleichsgruppe, jeweils n= 6) wurden annähernd identisch intensiv trainiert. Der Unterschied im Trainingsplan war in den letzten beiden von drei Trainingsabschnitten (jeweils über 6 Wochen) das Bergtraining für die Berggruppe. Anstelle des Bergtrainings absolvierte die Vergleichsgruppe ein Training in der Ebene. Am Ende sah das Trainingsmodell für die Bergpferde einen signifikant höheren Gesamtumfang vor, der zum Großteil aus langen Schrittphasen während der Bergtrainingseinheiten resultierte. Die Vergleichsgruppe absolvierte zwar weniger Gesamtumfang, wurde aber signifikant mehr getrabt und galoppiert.

Herzfrequenzen wurden täglich aufgezeichnet. Laktatkontrollen wurden in regelmäßigen Abständen beim Bergtraining nach verschiedenen Steigungsabschnitten genommen. Stufenbelastungstests auf einem Laufband mit sechswöchigen Abständen dienten der Überprüfung und Bewertung des Trainingsfortschritts. 3 Tage vor dem letzten Stufentest starteten die Versuchspferde in einer Geländepferdeprüfung mit den Anforderungen der Klasse A (laut LPO). Dort traten die eigenen Versuchspferde gegen Fremdpferde an. Der Turniereinsatz diente der Kontrolle, ob beide Trainingsmodelle, mit und ohne Bergtraining, die Pferde sinnvoll auf die Geländepferdeprüfung vorbereiteten.

Herzfrequenzen, die in der Ebene im Trab (ca. 200 m/min) und Galopp (ca. 400 m/min) erreicht wurden, entsprechen annähernd denen, die am Berg bei Steigungen ab 9% im Schritt und Trab (ca. 200 m/min) erreicht wurden. Die Herzfrequenzen im Trab am Berg gingen sogar weit über Galoppherzfrequenzen in der Ebene bei 400 m/min hinaus. Eine Intensitätssteigerung um das Herz-Kreislaufsystem zu trainieren, lässt sich folglich anhand gemessener Herzfrequenzen anstelle von Galopptrainingseinheiten auch durch Bergtrainingseinheiten erreichen.

Eine kontinuierliche Herzfrequenzabnahme durch eine kardiovaskuläre Anpassungsreaktion konnte für einen Steigungsabschnitt, der über einen Zeitraum von 5 ½ Wochen wiederholt beritten wurde, nachgewiesen werden.

Laktatmessungen während der Bergtrainingseinheiten zeigten, dass Anstiege des Blutlaktatgehaltes infolge von Trabbelastungen am Berg bei 6-17 % Steigung erfolgen. Diese Ergebnisse unterstreichen die aufgezeigte Möglichkeit der Intensitätssteigerung der Trainingseinheiten durch Steigungen und zeigen, dass der anaerobe Ausdauerbereich durch Trabbelastung erreicht wird.

Die Vergleichsgruppe weist in den Stufenbelastungstests aufgrund von Laktat und Herzfrequenzwerten sukzessive Trainingsfortschritte (p<0,05) aus den Trainingsabschnitten II (5 Wochen) und III (6 Wochen) auf. Ein Trainingsfortschritt für die Berggruppe konnte ausschließlich im abschließenden Stufenbelastungstest ermittelt werden, er basiert auf Übereinstimmung von Herzfrequenz- (p<0,05 und p<0,01) und Laktatrückgängen (p<0,05) auf mehreren Stufen.

Beide Gruppen weisen in der Einzelbetrachtung der Kurvenverläufe eindeutige Trainingsfortschritte durch Rechtsverschiebungen der Laktatleistungskurven (60 %) und Herzfrequenzkurven (80 %) auf. Wenn auch für letztgenannte Entwicklung keine statistische Absicherung erfolgte, deckt sie sich doch mit statistisch signifikanten Verbesserungen der Einzelstufenwerte.

Statistisch signifikante Anstiege der V2 konnten im letzten Stufenbelastungstest für beide Gruppen festgestellt werden (p<0,05). Diese sind als Trainingsfortschritte im aeroben Ausdauerbereich zu verstehen. Ein Gruppenunterschied infolge der unterschiedlichen Trainingsmodelle konnte in den Stufenbelastungstests zu keinem Zeitpunkt festgestellt werden.

Der Turnierstart brachte bezüglich Herzfrequenz- und Laktatmessungen keinen Unterschied zwischen Berg-, Vergleichs- und Fremdpferden hervor. Mit wenigen Ausnahmen waren Berg- und Vergleichspferde in der Lage die Geländepferdeprüfung fehlerfrei oder mit Abzügen zu beenden. Die Trainingsmodelle erwiesen sich aufgrund der Trainingsfortschritte und der gezeigten Leistung der Pferde in der Geländepferdeprüfung als geeignet die Pferde altersentsprechend zu trainieren.

 

abstract (englisch)

The objective of the study was to compare two different training protocols - one including uphill exercise - for eventing horses.

To assess performance and to obtain criteria for science based training of event horses, two groups of horses (each n=6), uphill and reference group, were exposed to an almost identical training programme with the exception that they differed during the second and third 5 to 6 week training sessions. Two times a week the uphill groups exercised uphill, while the reference group carried out training on flat grounds. In the end horses of the uphill group resulted in a significantly longer exercise duration when compared to the reference group, since the uphill velocity was largely walk, while the reference groups velocity included more trot and gallop.

Every six weeks performance was evaluated by a standard exercise test on a high speed treadmill.

Heart rates were recorded daily, blood lactate was analysed during standard exercise test and on a regular base during uphill training.

In the reference group of horses heart rate during trot (around 200 m/min) and gallop (around 400 m/min) were similar to those that were obtained during walk and trot (around 200 m/min) in uphill stretches of 9% slope and more. During uphill trot heart rates exceeded that of gallop on flat grounds (400 m/min). Thus a first conclusion was, that uphill training in walk and trot may have a similar effect on the cardiovascular system when compared to gallop on flat grounds. Heart rate declined continuously over a 5.5 week period when recorded in the same uphill section and at identical velocities. Blood lactate analysis showed an increase of lactate at 6 – 17% slopes during trot.

During standard exercise test the reference group of horses displayed progressive improvement of lactate and heart rate values during the two training sections (11 weeks).

Training progress for the uphill group became evident not until the final standard exercise test, when heart rate and blood lactate levels had declined significantly (p <0.05 and p <0.01 for heart rate and p <0.05 for blood lactate) at several levels of velocity when compared to the test six weeks before.

When lactate performance (lactate vs. velocity) curves were calculated training progress became evident for both training groups, since at a given heart rate and blood lactate level velocity had increased. However, this was not verified statistically. Statistically significant (p < 0.05) increases in velocity at a lactate level of 2 (V2) were observed in both groups of horses when compared to the test six weeks before. This could be interpreted as progress due to training. Group differences between both training groups could not be established.

This is also true when horses were compared in competition on a pre-novice level (Geländepferdeprüfung Kl. A., German Performance Test Rule Book). Most uphill and flat ground horses completed the course without faults. Comparison of heart rate and lactate levels to other competing horses yielded no differences.

In conclusion the training schedules employed in the present study are suitable to prepare horses for novice level. The restriction to walk and trot during uphill training suggests a milder strain on the musculoskeletal system when compared to gallop in the flat ground group.

 

keywords

Bergtraining, Vielseitigkeitspferd, Trainingsmethode, uphill exercise, event horse, training program

kb

5.585