Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Haltung von Sportpferden unter besonderer Berücksichtigung der Leistung

Arnemann, Stephanie

The aim of the present study was to evaluate the influence of housing management on endurance capacity and to examine whether loose housing systems are suitable for sport horses. In Germany horses are largely kept in box stalls which offer only a limited freedom of movement. Therefore, loose housing and box stalls were compared. The horses were trained on a high speed treadmill. To this end ten four-and-a-half year old warmblood geldings were randomly assigned to the housing systems. The horses that were kept in the loose housing system were able to move on a 1,300 m² paddock for ten hours a day. Throughout this time water and haylage were available ad libitum, feeding and resting areas were separated. The horses kept in box stalls were allowed to move in a paddock (700 m²) for one hour per day. At the beginning and at the end of each test phase a submaximal standardized exercise test (3 min 1,5 m/s at 0° incline; 3 min 1,5 m/s, 4 min 3,5 m/s, 2 min 6 m/s, 2 min 7 m/s, 2 min 8 m/s, 2 min 9m/s at 3° incline) was carried out on a high speed treadmill to determinate blood lactate and heart rates to assess the effects of housing and training. After a five week period without training the horses were reversed and assigned to the other housing system and the study was repeated (second test phase). While blood lactate of all horses showed a tendency for decline from the first to the final treadmill test in both test phases, heart rates varied strongly. In the first test phase heart rates of the loose housed horses dropped gradually during exercise and recovery, box housed horses did not. When the two systems were compared the loose housed horses` heart rates were significantly lower during recovery when compared to those of the box housed horses. The second test phase caused significantly higher heart rates in boxed horses during exercise, loose housed horses developed hardly any differences. The comparison showed, that box housed horses reached significantly higher heart rates during exercise than the loose housed horses. While blood lactate shows a decline in response to endurance training in both horse groups, heart rate does not indicate such. The results of this study confirm that blood lactate is a reliable fitness indicator which is hardly influenced by external factors and therefore allows evaluation of endurance performance. The loose housing system showed no significant influence on endurance performance of the four-and-a-half year old conditioned horses. No disadvantages concerning handling and motivation were observed in the well integrated group in this experiment. No injuries occurred. Due to the results of this experiment group housing can be recommended for sport and pleasure horses.

Ziel der vorliegenden Studie war es, den Einfluß des Managementfaktors Aufstallung auf die Ausdauerleistungsfähigkeit zu ermitteln und zu prüfen, ob Gruppenauslaufhaltungen für Sportpferde geeignet sind. Die in Deutschland am häufigsten vertretene, nur wenig Bewegungsmöglichkeiten bietende Boxenhaltung sollte der tiergerechteren, bewegungsfördernden Mehrraumgruppenauslaufhaltung gegenübergestellt werden. Um Praxisbedingungen zu simulieren, wurden die Pferde zusätzlich trainiert. Zu diesem Zweck wurden zehn viereinhalbjährige Warmblutwallache auf die beiden Haltungssysteme aufgeteilt. Die in der Auslaufhaltung untergebrachten Pferde konnten sich täglich zehn Stunden frei auf einem 1300 m2 großen Paddock bewegen. Während dieser Zeit stand ihnen Wasser und Grassilage ad libitum zur Verfügung, Freß- und Ruhebereich waren räumlich getrennt. Die Boxenpferde erhielten nur eine Stunde Auslauf pro Tag (Paddockgröße 700 m²). Zu Beginn und nach Abschluß der Testphase wurden submaximale Stufenbelastungstests durchgeführt (3 Min 1,5 m/s bei 0° Steigung; 3 Min 1,5 m/s, 4 Min 3,5 m/s, 2 Min 6 m/s, 2 Min 7 m/s, 2 Min 8 m/s 2 Min 9 m/s bei 3° Steigung), um anhand von Laktat- und Herzfrequenzmessungen die Auswirkungen der beiden Haltungsformen und des Trainings zu überprüfen. Nach einer fünfwöchigen Trainingspause wurden die Pferde in das jeweils andere Haltungssystem gebracht und der Versuch wurde wiederholt. Während die Blutlaktatkonzentrationen in beiden Versuchsphasen bei beiden Haltungsgruppen vom Eingangs- zum Abschlußtest tendenziell sanken und sich damit ein Trainingserfolg andeutete, verhielten sich die Herzfrequenzen sehr unterschiedlich. In der ersten Versuchsphase fielen die Herzfrequenzen der Gruppenhaltungspferde in der Belastungs- und der Erholungsphase tendenziell ab, die der Boxenpferde ließen keinen Trend erkennen. Im abschließenden Haltungsvergleich lagen die Herzfrequenzen der Gruppenhaltungspferde in der Erholungsphase signifikant unter denen der Boxenpferde. Die zweite Versuchsphase führte bei den Boxenpferden zu signifikant höheren Herzfrequenzen in der Belastungsphase, die bei den Gruppenhaltungspferden verursachten Veränderungen waren vernachlässigbar. In der Schlußbetrachtung dieser Versuchsphase wiesen die Boxenpferde signifikant höhere Herzfrequenzen auf als die Gruppenhaltungspferde. Während die Laktatwerte durch ihr Absinken eine Verbesserung der Ausdauerleistung andeuten, zeigt die Herzfrequenz keinen Trend an. Die Ergebnisse der Untersuchung bestätigen, daß die Blutlaktatkonzentration als ein gegenüber äußeren Faktoren unempfindlicher Meßwert anzusehen ist, der die Beurteilung von Ausdauerfortschritten zuläßt. Die Mehrraumgruppenauslaufhaltung hat auf die Ausdauerleistungsfähigkeit der viereinhalbjährigen, nicht vollkommen untrainierten Pferde keinen erkennbaren Einfluß gehabt. Andererseits haben sich jedoch keine Nachteile bezüglich des Handlings und der Motivation aus dieser tiergerechteren Haltungsform ergeben und bei gut integrierten Gruppen wie dieser ist das Verletzungsrisiko gering. Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen, daß die Mehrraumauslaufhaltung unter bestimmten Voraussetzungen auch für Sportpferde geeignet ist.

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Arnemann, Stephanie: Haltung von Sportpferden unter besonderer Berücksichtigung der Leistung. Hannover 2003. Tierärztliche Hochschule.

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