Dissertation

Tierärztliche Hochschule Hannover / Bibliothek – School of Veterinary Medicine Hannover / Library

 

 

 Anna Tönissen

 

Transabdominal ultrasonography during advanced gestation in horses to perform fetal gender determination with special consideration of practicability and repeatability of the examination technique

 

NBN-Prüfziffer

urn:nbn:de:gbv:95-108623

title (engl.)

Transabdominale Ultrasonographie bei fortgeschritten tragenden Stuten zur Durchführung von Geschlechtsbestimmung am Fetus unter besonderer Berücksichtigung der Durchführbarkeit und Reproduzierbarkeit dieser Untersuchung

publication

Hannover, Tierärztliche Hochschule, Dissertation, 2016

text

http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/toenissena_ss16.pdf

abstract (deutsch)

Die fetale Geschlechtsbestimmung beim Pferd erfreut sich wachsender Beliebtheit. Ist das Geschlecht des Fohlens bereits vor der Geburt bekannt, kann dieses den Preis einer tragenden Stute und die weiteren Zuchtpläne beeinflussen. Die Geschlechtsbestimmung kann während verschiedener Trächtigkeitsstadien durchgeführt werden. Die Bestimmung anhand des Geschlechtstuberkels kann am besten zwischen dem 59. und 68. Trächtigkeitstag durch transrektale Untersuchung durchgeführt werden. Die Lokalisation des Tuberkels ist bei männlichen Feten kranial nahe der Nabelschnur, bei weiblichen Feten kaudal unterhalb des Schweifansatzes.

Zwischen dem 90.und 140.Trächtigkeitstag wird die Geschlechtsbestimmung durch transrektale Untersuchung anhand der äußeren Genitalien und der fetalen Gonaden vorgenommen. Diese Organe können durch den Untersucher erreicht werden, wenn sich der Fetus in Hinterendlage befindet, so dass das kaudale Viertel des Fetus untersucht werden kann.

Transabdominale Sonographie kann bis zum Tag der Geburt durchgeführt werden, beginnend ab dem 90. Trächtigkeitstag. Grundlage hierfür sind ebenfalls fetale Gonaden und äußere Genitalien. Die transabdominale Untersuchung ist die, für die Stute risikoärmste, wird gut toleriert und kann auch im Feld durchgeführt werden. Gute Kenntnisse der fetalen Anatomie und des geschlechtsspezifischen Aussehens der fetalen Gonaden ist unentbehrlich.

Für diese Studie wurden fortgeschritten tragende Stuten (n=689) während der alljährlichen Herbstuntersuchung des deutschen Vollblutpferdes untersucht. Das Geschlecht des Fohlens wurde anhand der fetalen Gonaden mit ihrer geschlechtsspezifischen Echogenität und Durchblutung bestimmt. Die Untersuchungen wurden aufgenommen und anschließend ausgewertet. Es konnte gezeigt werden, dass späte Trächtigkeitsuntersuchungen bereits ab dem 70. Trächtigkeitstag durch transabdominale Ultraschalluntersuchungen vorgenommen werden können. Die Untersuchung wurde von den Stuten gut toleriert. Sedierung wurde für kein Pferd verwendet, außerdem wurde das Interesse der Züchter geweckt. Die fetale und feto-plazentare Gesundheit konnte ebenfalls während der Untersuchung überprüft werden. In den meisten Fällen war die Geschlechtsbestimmung möglich, vorausgesetzt, die Gonaden konnten gut dargestellt werden und der Doppler ist ebenfalls zum Einsatz gekommen. Nichtsdestotrotz konnte aufgezeigt werden, dass fetale Geschlechtsbestimmung nicht im Rahmen einer Serienuntersuchung mit zeitlichen Einschränkungen durchgeführt werden sollte. Wenn die Stute aufgeregt ist bewegt sich der Fetus, die Geschlechtsbestimmung sollte dann zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden. Eine Aussage über das Geschlecht sollte nie getätigt werden, bevor die Gonaden nicht in ihrer Gänze geschallt werden konnten und geschlechtsspezifische Merkmale erkannt werden konnten. Die Bedingungen unter denen die Untersuchung durchgeführt wird müssen gegebenenfalls angepasst und verbessert werden um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen (Anpassung der Belichtung und der Entfernung des Bildschirmes des Ultraschallgerätes). Es ist von größter Wichtigkeit, dass die Geschlechtsbestimmung immer auf der Grundlage von markanten geschlechtsspezifischen Unterschieden durchgeführt wird. Können dies nicht erkannt werden, sollte kein Geschlecht vorausgesagt werden, nur so kann das Vertrauen der Züchter in diese Untersuchung aufrechterhalten werden.

Von den während der Untersuchungen angefertigten Videoaufnahmen wurden 100 repräsentative Aufnahmen ausgewählt, die fetale Gonaden zeigen. Diese wurden Probanden mit unterschiedlich viel Erfahrung in equiner Gynäkologie zur Durchführung der fetalen Geschlechtsbestimmung gezeigt. Es konnte festgestellt werden, dass der Gebrauch des Dopplers eindeutig die Anzahl der richtig bestimmten Geschlechter erhöht. Die typischen optischen Merkmale konnten ebenfalls besser erkannt werden, wenn der Doppler benutzt wurde. Weibliche fetale Gonaden waren einfacher zu erkennen als männliche. Die meisten Übereinstimmungen zwischen erkannten und tatsächlichen Geschlecht konnten erreicht werden, wenn die Aufnahmen im 4. Trächtigkeitsmonat angefertigt wurden. Zu diesem Zeitpunkt liegt der Fetus noch weit oben im Abdomen und kann gut im Querschnitt geschallt werden, außerdem ist der Abstand zwischen Schallkopf und Fetus klein.

Die Erfahrung der Probanden im Bereich der equinen Gynäkologie hatte keinerlei Einfluss auf die Anzahl der richtig erkannten Geschlechter, bessere Ergebnisse wurden sogar von den am wenigsten erfahrenen Probanden erzielt.

Mit genug Übung, Geduld und gutem Equipment kann die fetale Geschlechtsbestimmung durch transabdominale Sonographie von jedem praktizierenden Tierarzt durchgeführt werden. Der Stress der bei der Stute während der Untersuchung hervorgerufen wird ist niedriger als der Stress während einer transrektalen Untersuchung. Das Risiko die Stute zu verletzen ist deutlich geringer und Ponys und kleine Pferde, die einer transrektalen Untersuchung nicht zugänglich sind können ebenfalls gefahrlos untersucht werden.

 

abstract (englisch)

Gender determination in horses is getting more popular. Known sex of the fetus can influence the price of a pregnant mare and future breeding plans. Different gestation stages for determination are reported. Determination based on the genital tubercle can be performed best between D 59 and D 68 of gestation by transrectal examination. The location of the tubercle has to be evaluated, in males it can be found cranially close to the umbilical cord, in females it is visible underneath the tail head.

Between D 90 and D 140 gender determination by transrectal examination is based on fetal gonads and external genitalia. These can be reached if the fetus is in posterior position and fetal hindquarters can be examined.

Transabdominal examination can be conducted from D 90 of gestation up to term. It is based on identification of the gonads and external genitalia as well. The transabdominal approach bears the lowest risk for the mare. Examination is tolerated well and can be performed under field conditions. Good knowledge of fetal anatomy and gender specific appearance of fetal gonads is essential.

For this study 689 mares have been examined during advanced gestation by transabdominal sonography during the annual examination of the German Thoroughbred Horse in fall. Gender had been determined by evaluation of fetal gonads and their gender related echotexture and vascularization. Examination was video-taped and reviewed afterwards.

It has been shown that late pregnancy check-ups can be accomplished by transabdominal sonography as early as D 70 of gestation. Examination was tolerated by the mares well, none of the mares was sedated and breeders` interest was generated. Fetal and feto-placental well-being could be evaluated additionally.

Sex determination was possible in most cases. Given that the gonads could be scanned properly and Doppler sonography could be used, determination was not possible in 250 mares. Nonetheless it was shown that gender determination should not be conducted during a serial examination with a small time-frame given for examination due to the large number of mares to be examined. If the mare is not relaxed or there is a lot of fetal movement, gender determination should be repeated later, no prediction should be made before the gonads have not been scanned thoroughly and gender specific features have been evaluated. Conditions for examination might have to be adjusted to get the best result possible (lights adjusted, screen set at the right distance). It is important that determination is always based on distinctive features, without those, no sex should be predicted to keep breeders trust in examination up.

Out of the performed examinations 100 representative videotapes showing fetal gonads have been chosen and shown to veterinarians with a various amount of experience in equine gynecology. It was shown that the use of Doppler sonography clearly increases the number of right determinations. Distinct optical features could be identified better when Doppler sonography was used. Female gonads were easier to identify than male gonads. Most agreements in determined and actual gender were achieved, when the videotapes were taken during the 4th month of gestation, while the fetus is still high within the abdomen and can be scanned in cross-sections and the distance between fetus and probe is still small.

Raters experience in equine gynecology did not influence the amount of right determinations. In fact raters with few or none experience showed a higher level of agreements.

With enough practice, patience and good equipment fetal gender determination can be conducted by any practitioner by transabdominal examination. Stress levels caused by transabdominal examination are lower than by transrectal examination. The risk to hurt the mare during examination is much lower and it is a good approach to check pregnancies in ponies and small horses.

 

keywords

Tansabdomanal, Sonographie, Geschlechtsbestimmung, Transabdominal sonography, gender determination

kb

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