Dissertation

Tierärztliche Hochschule Hannover / Bibliothek – School of Veterinary Medicine Hannover / Library

Nadine Steiner

Untersuchung zur Hengsthaltung in

Niedersachsen

Eine Erhebung aus dem Jahr 2012

 

NBN-Prüfziffer

urn:nbn:de:gbv:95-110208

title (eng.)

Stallion husbandry in Lower Saxony: a survey from 2012

publication

Hannover, Tierärztliche Hochschule, Dissertation, 2017

text

http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/steinern_ss17.pdf

abstract (deutsch)

In dieser Studie sollten die Haltungsbedingungen für Hengste in Niedersachsen ermittelt und überprüft werden. Hierfür wurden 96 hengsthaltende Betriebe mit insgesamt 463 Hengsten nach vorheriger Terminabsprache besucht und anhand eines eigens entwickelten Bewertungskonzeptes für Hengsthaltungen analysiert. Darüber hinaus wurden das Stallklima (Temperatur, relative Luftfeuchte, Luftströmungsgeschwindigkeit) und die Lichtverhältnisse erfasst.

 Die Untersuchung erfolgte im gesamten Bundesland Niedersachsen über einen Zeitraum von ungefähr acht Monaten. Die Teilnahme war für die hengsthaltenden Betriebe freiwillig. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Hengsthaltung in Niedersachsen noch großes Verbesserungspotential bietet.

 Das Alter der Hengste lag zwischen zwei und 32 Jahren, der Mittelwert bei fast neun Jahren. Insgesamt wurden 69 verschiedene Pferderassen angegeben, einschließlich der Rassekreuzungen. In der Zucht wurden ungefähr 60 % der Hengste genutzt.

 Die Hengste wurden überwiegend einzeln gehalten (n = 410),  mehrheitlich in Innenboxen. Dabei waren über 62 % der Innenboxen in Relation zur Größe der Pferde zu klein bemessen. Sozialkontakte wurden für Hengste, die in Innen- und Außenboxen gehalten wurden, im Stall meist nur sehr eingeschränkt gewährt.

 Die statistische Auswertung ergab, dass Pferdewirte und Landwirte ihre Hengste deutlich mehr in Innenboxen hielten als Betreuer mit sonstigen oder ohne Qualifikationen. Außerdem wurden Warmbluthengste in beiden Jahreshälften deutlich häufiger in Innenboxen gehalten als Vollblut- und Ponyhengste.

 Allerdings wurde auch die Gruppenhaltung von Hengsten erfolgreich praktiziert (n = 53). Sowohl aktiv in der Zucht genutzte Hengste als auch Hengste, die nicht in der Zucht eingesetzt wurden, waren in Gruppen vergesellschaftet. Die Zusammensetzung der Gruppen und das Platzangebot waren dabei sehr unterschiedlich.

 Das Bewegungsmanagement richtete sich zum einen nach dem jeweiligen Betrieb, aber auch nach den Hengsten. Die durchschnittliche freie und kontrollierte Bewegung lag im Sommer bei 52 Stunden pro Woche und im Winter bei 32 Stunden pro Woche. Darüber hinaus verblieben im Winter über 40 % der Hengste ohne Bewegungsmöglichkeit mindestens einen Tag pro Woche in ihrem Haltungssystem.

 Für das Gesundheitsmanagement wurden verschiedene Angaben zum Ernährungs- und Pflegezustand, zu Impfung, Entwurmung, Zahnkontrolle und Hufpflege dokumentiert. Ein Großteil der Hengste wurde gegen Tetanus, Herpes und Influenza geimpft. Über 5 % der Hengste wurden hingegen grundsätzlich überhaupt nicht geimpft.

 Alle Daten beziehen sich auf die Erhebung aus dem Jahr 2012. In einigen Betrieben wurden nach dieser Studie bauliche Veränderungen durchgeführt, um die Boxengröße an die Vorgaben der Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten (BMELV, 2009) anzupassen. Zudem wurde das Bewegungsmanagement für einige Hengste deutlich verbessert.

abstract (englisch)

In this study, the conditions of stallion husbandry in Lower Saxony were examined. For this 96 horse farms with a total of 463 stallions were visited after previous date appointment and were analysed with the help of a specially developed assessment for stallion husbandry. In addition, climate factory (temperature, relative humidity, air current) and the lighting conditions were recorded.
The investigation took place in the entire state of Lower Saxony over a period of nearly eight months. The participation was voluntary for the horse owners. The results show that stallion keeping in Lower Saxony still offers great potential for improvement.
The age of the stallions lay between two and 32 years, the mean value was almost nine years. All together 69 different horse races were indicated, including the crossbreeds. Approximately 60% of the stallions were used in breeding.
Most of the stallions (n = 410) were kept in individual stables, mainly in inside boxes. Over 62% of the inside boxes were too small in relation to the size of the horses. Social contacts in the stable were granted in a very limited way.
The statistical evaluation showed that horse landlords and farmers kept their stallions much more in inside boxes than owners with other or without qualifications. In addition, warmblood stallions were kept more frequently in inside boxes than full-blood and pony stallions.
However, the group stabling of stallions was also practiced successfully (n = 53). Stallions that were actively used in breeding as well as stallions that were not used in breeding were kept in groups. The composition of the groups and the available space were different.
On the one hand, the movement management was dependent on the stables, but also on the stallions themselves. The average free and controlled movement was 52 hours per week in summer and 32 hours per week in winter. In addition, in winter more than 40% of the stallions were left in their housing system at least one day per week without any movement.
For health management, further information on nutrition and care status, vaccination, deworming, tooth control and hoof care were documented. Most of the stallions were vaccinated against tetanus, herpes and influenza. More than 5% of the stallions were not vaccinated at all.
All data refer to the survey from 2012. After this study, structural changes were carried out in some horse stables to adapt the box size to the requirements of the guidelines “horse husbandry with respect to animal welfare" (BMELV, 2009). Besides, the movement management was clearly improved for some stallions.

 

keywords

Hengsthaltung, Pferdehaltung, Sozialkontakt; stallion husbandry, horse keeping, social contact

kb

7.070