Dissertation

Tierärztliche Hochschule Hannover / Bibliothek – School of Veterinary Medicine Hannover / Library

 

Nadine Schreiner

 

Untersuchungen zu den Auswirkungen verschiedener Faktoren in der Hundehaltung auf das Verhalten von Hunden der Rasse Australian Sheperd in einem speziell entwickelten Verhaltenstest

 

NBN-Prüfziffer

urn:nbn:de:gbv:95-104311

title (engl.)

A study on the effects of various factors in housing dogs on the behavior of dogs of the breed Australian Shepherd in a speciall designed behavior test

publication

Hannover, Tierärztliche Hochschule, Dissertation, 2013

text

http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/schreinern_ws13.pdf

abstract (deutsch)

Das Ziel dieser Dissertation bestand darin herauszufinden, ob verschiedene Haltungsfaktoren einen Einfluss auf das Verhalten von Hunden der Rasse Australian Sheperds haben. Dazu durchliefen 96 Hunde einen speziell entwickelten Verhaltenstest. Anschließend wurde von den Haltern ein Fragebogen ausgefüllt, dessen Ergebnisse mit dem gezeigten Verhalten im Verhaltenstest verglichen wurde.

Der Fragebogen bestand aus 20 Fragen, von denen 16 Fragen verschiedene Haltungsparameter abgefragt haben. Hierbei handelte es sich um: Geschlecht und Alter des Besitzers, Geschlecht des Hundes, Besitzererfahrung, Dauer der Haltung des jeweiligen Hundes, Alter des Hundes bei Erwerb und zum Testzeitpunkt, Anzahl der Vorbesitzer, Herkunft des Hundes, Anschaffungsgrund, Ausbildungsstand des Hundes, Haltungsform, Anzahl an Personen und anderen Tieren im Haushalt, im Vorfeld diagnostizierte Krankheiten und einschneidende Erlebnisse der Hunde.

Der Verhaltenstest bestand aus 23 Situationen, in denen die Hunde mit unterschiedlichen Stimuli in Kontakt kamen. Dazu gehörte der Kontakt mit Geräuschen, mit ungewöhnlichen und bekannten Menschenbildern und mit unbelebter Natur. Außerdem gab es eine Bedrohungssituation, Situationen mit schnellen Bewegungen und Spielsituationen. Der Hund wurde stets von seiner Hauptbezugsperson, die auch schon den Fragebogen beantwortet hatte, durch den Test geführt.

Die gezeigten Verhaltensweisen wurden direkt nach jeder Situation von mindestens zwei Beobachtern erfasst und außerdem mithilfe einer Kamera festgehalten und später zusätzlich ausgewertet. Fünf Situationen konnten in keinen Zusammenhang mit dem Verhalten gebracht werden. Bis auf das Zerrspiel, das relativ häufig Zusammenhänge ergab, waren alle anderen Situationen gleichmäßig verteilt.

Bei der Auswertung der Daten wurden die Ergebnisse des Fragebogens mit denen des Verhaltenstest verglichen. Viele Fragen des Fragebogens konnten aufgrund von großen Ungleichgewichten bei der Beantwortung nicht ausgewertet werden.

Bei der Frage nach dem Hauptanschaffungsgrund kam es zu besonders vielen Zusammenhängen. Speziell die zur Zucht angeschafften Hunde zeigten seltener Annäherung, häufiger Aggressionsverhalten, häufiger Submissionsverhalten, zumeist passive Submission, und weniger Spielverhalten. Weitere Untersuchungen müssen zeigen, ob dies auch für andere Rassen gilt. Bei der Frage nach der Herkunft sind die selbst gezüchteten Tiere in ähnlicher Weise aufgefallen. Hunde von Haltern zwischen 18 bis 40 Jahren zeigten in einer Situation doppelt so häufig passive Submission wie die Hunde der Halter zwischen 41 und 60 Jahren. Mit der Erfahrung der Halter sank die Häufigkeit der Annäherung und das Vorkommen von Jagdverhalten, während das Zeigen von Submissionsverhalten anstieg.Beim Geschlechtervergleich zeigten Hündinnen häufiger Submissionsverhalten, während die Rüden eher entspannt waren.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass gewisse Haltungsparameter in der Hundehaltung das Verhalten von Hunden beeinflussen. In welcher Art und Weise lässt sich naturgemäß nicht genau feststellen. Das Verhalten der Hunde entspringt der Verhaltensentwicklung, die wiederum ein Zusammenspiel von genetisch veranlagtem und erlerntem Verhalten in vielen verschiedenen Situationen darstellt.

Trotzdem sollten verschiedene Parameter der Hundehaltung überprüft und optimiert werden. Ob alleine der obligate Sachkundenachweis für zukünftige Hundehalter in Niedersachsen dazu in der Lage ist, bleibt abzuwarten.

abstract (englisch)

The aim of this thesis was to find out whether different factors of housing dogs have an influence on the behavior of dogs of the breed Australian Shepherds. For this 96 dogs underwent a specially designed behavior test. Afterwards, a questionnaire was filled out by the owners, the results were compared with the behavior shown in the behavioral test.

The questionnaire consisted of 20 questions of which 16 questions were asked with different husbandry criteria. These were: gender and age of the owner, gender of the dog, the owners experience, the housing period of each dog, the dog's age at acquisition and at the time of the testing, number of previous owners, origin of the dog, purchase reasons, level of training of the dog, the type of accommodation, number of people and other animals in the household, previous diagnosted diseases and traumatic events of the dogs.

The behavioral test consisted of 23 situations in which the dogs came in contact with different stimuli. This included contact with noises, with unusual and well-known pictures of people and inanimate nature. There was also a threat situation, situations with quick movements and play situations. The dog was always with it`s main caregiver who had already answered the questionnaire before testing. The shown behavior patterns were recorded directly after each situation by at least two observers, and also recorded using a camera which was later evaluated. Five situations could not be brought into connection with the behavior. Except for the pulling game that quite often revealed correlations, all other situations were evenly distributed.

In evaluating the data, the results of the questionnaire were compared with those of the behavioral test. Many questions of the questionnaire could not be evaluated due to large imbalances in answering.

When asked about the primary in purchasing the dog a multitude of correlations were found. Dogs, which were acquired specifically for breeding, showed less approach. They often showed aggressive behavior patterns, frequent submission behavior patterns, which was mostly passive submission and less play behavior patterns. Further studies have to show whether this also applies to other breeds. On the question of the origin, home bred dogs showed similar behavior patterns. Dogs of owners between the age of 18 and 40 years showed in a situation twice as many passive submission than dogs of owners aged between 41 and 60 years. With the experience of the owner the frequency of approach and of hunting behavior patterns decreased, while the showing of submission behavior increased. When comparing gender, females showed more frequent submission behavior, while males were more relaxed.

In summary it can be said that certain husbandry factors influence the dogs behavior.The reason and cause can of cause not exactly be determined. The behavior of dogs arises from the behavioral development, which in turn is a combination of genetically predisposed and learned behavior in many different situations.

Nevertheless, various parameters of husbandry should be reviewed and optimized. Whether the obligatory certificate of proficiency for future dog owners in Lower Saxony is able to do this, remains to be seen.

keywords

Australian Sheperd, Hundehaltung, Wesenstest, Hundezucht, housing dogs, behavior test, breeding

kb

2.132