Dissertation
Tierärztliche Hochschule Hannover / Bibliothek – School of Veterinary Medicine Hannover / Library

 

Tanja Rusch

 

Auswirkungen von Haltungssystemen auf die Reproduktion und das Verhalten von Mäusen bei unterschiedlichen Käfiganreicherungen am Modell der DBA / 2 Maus

 

NBN-Prüfziffer

urn:nbn:de:gbv:95-87999

title (engl.)

The effects of different housing systems on the breeding performance and the behavior of mice having access to different cage enrichment exemplary on DBA / 2 mouse

publication

Hannover, Tierärztliche Hochschule, Dissertation, 2003

text

/dissertations/ruscht_ws03.pdf

abstract (deutsch)

In der Versuchstierhaltung wird heutzutage eine Umweltanreicherung, sogenanntes "Environmental Enrichment", gefordert, um so das Wohlbefinden der Labortiere zu steigern. Verschiedene Versuche ergaben, daß "Enrichment" die Versuchsergebnisse verändern kann.

Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, den Einfluß von Haltungssystemen und Käfiganreicherungen auf die Zuchtleistung und das Verhalten zu testen. Weiterhin wurde der Einfluß auf bestimmte physiologische Parameter (Hämatologie, Körpergewicht und relative Organgewichte) untersucht. Die Ergebnisse wurden mit dem jeweiligen Mittelwert und der Streuung dargestellt.

32 weibliche und 32 männliche Mäuse des Inzuchtstammes DBA/2NCrl (Charles River, Niederlande) wurden im Alter von 6 Wochen zum Adaptieren für vier Wochen in Vierergruppen gleichen Geschlechts in Typ III Makrolonkäfigen gehalten. Im Alter von 10 Wochen wurden sie zu Zuchtpaaren auf eingerichtete (Nach SCHARMANN, 1993) und nicht eingerichtete Makrolon Typ II lang - Käfige verteilt. 16 Käfige, 8 nicht eingerichtete und 8 eingerichtete, standen in einem Offenen Regal, weitere 16 Käfige, 8 nicht eingerichtete und 8 eingerichtete, in einem Scantainer.

Die Zuchtleistung der Tiere wurde von der 10. bis zur 40. Woche registriert. Weiterhin wurde das Verhalten mit einer Videokamera und einem Langzeitvideorekorder aufgenommen. Die Auswertung erfolge durch Betrachten der Aufnahmen und Aufzeichnen der Dauer der einzelnen Verhaltensweisen.

Im Alter von 36 Wochen wurde den Männchen Blut abgenommen. Zwei Tage später wurden sie euthanasiert und die Organgewichte und das Körpergewicht bestimmt. Ebenso wurde bei den Weibchen im Alter von 40 Wochen vorgegangen.

Die Daten dieser Untersuchung zeigen, daß es keine signifikanten Unterschiede (p<0,05) in der Zuchtleistung zwischen den beiden Haltungssystemen und den beiden Einrichtungsformen gibt. Auch die relativen Organgewichte zeigen bis auf das Milzgewicht keine Abweichungen. Die weiblichen Tiere zeigen etwas höhere Milzgewichte in den nicht eingerichteten Käfigen. Das Verhalten unterscheidet sich ebenfalls bis auf die Verhaltensweise "Scharren" nicht signifikant. "Scharren" wird bei den Tieren in eingerichteten Käfigen signifikant häufiger gezeigt. Die Blutparameter Hämatokrit, Hämoglobin und RBC (Anzahl der roten Blutkörperchen) unterscheiden sich bei den Weibchen zwischen den beiden Einrichtungsformen signifikant. In den nicht eingerichteten Käfigen sind die Werte geringer als in den eingerichteten Käfigen. Die Anzahl der weißen Blutkörperchen (WBC) unterscheidet sich weder zwischen den beiden Haltungssystemen, noch zwischen den beiden Einrichtungsformen signifikant voneinander. Das Wohlbefinden der Tiere scheint somit auch in nicht eingerichteten Käfigen nicht deutlich beeinträchtigt zu sein.

Umweltanreicherungen können also die Versuchsergebnisse beeinflussen und verbessern nicht notwendigerweise das Wohlbefinden der Tiere. Diese Auswirkungen auf die Ergebnisse muß man kennen, bevor man ein Versuchsvorhaben startet, da man sonst zu nicht interpretierbaren Forschungsergebnissen kommen kann. Den Vorschlag einer gesetzmäßig vorgeschriebenen Anreicherung für

abstract (englisch)

Nowadays, to enhance the welfare of laboratory animals environmental enrichment is required. As a result of several experiments environmental enrichment may alter the results of experiments.

Aim of the present study was to test the influence of housing systems and cage environments on the breeding performence and the behavior. Furthermore, we examined the effect of certain physiological parameters (haematology, body weight and relative organ weights). The results are presented by sharing the means and the coefficient of variation.

32 female and 32 male mice of the inbred strain DBA / 2 NCrl (Charles River, Netherlands) were kept in groups of four of the same sex. They were kept in Makrolon Type III cages from 6 weeks of age for 4 weeks in order to adapt. At the age of 10 weeks they were arranged as breeding pairs and put into enriched (according to SCHARMANN, 1993) and non-enriched Makrolon Type II long cages. 16 cages, 8 enriched and 8 non-enriched, were placed in an Open Rack, whereas the other 16 cages, again 8 enriched and 8 non-enriched, were placed into a Scantainer.

The animals´ breeding performance was registered from week 10 to 40. Additionally, the behavior was recorded by video camera and video cassette recorder (VCR). The analysis is done by observing the behavior recorded and by recording the length of each behavioral pattern.
When the male mice were 36 weeks of age, a blood sample was taken. Two days later they were killed and the body and organs were weighted. The same was carried out with the females when they were 40 weeks old.

Concerning the breeding performance the data of this study show, that there are no significant differences (p<0,05) between the two housing systems and enriched and non-enriched cages. Also the relative organ weights do not show an aberration except for the spleen weights. Moreover, significant differences between the behavior cannot be detected. An exception is the behavioral pattern "pawing", which is significantly performed more often in enriched cages than in non-enriched. The blood parameters haematocrit, haemoglobin and the RBC (number of red blood cells) significantly differ between the two cage forms in female mice. The values are lower in the non-enriched cages. The number of white blood cells (WBC) does not differ neither between the housing nor between the cage forms.

Refering to the breeding performance and the behavior the animals do not show significant differences between the two cage forms. The animals´ welfare does not seem to be affected by beeing kept in enriched cages.

As a result environmental enrichment may alter the results of experiments but does not necessarily improve the animals´ welfare. Before a study is carried out it is important to know the effects of environmental enrichment. Otherwise the results will not be interpretable. Therefore one should rethink the suggestion for a law calling for environmental enrichment.

 

keywords

Käfiganreicherung, Reproduktion, Verhalten, environmental enrichment, reproduction, behavior

kb

909