Dissertation
Tierärztliche Hochschule Hannover / Bibliothek – School of Veterinary
Medicine Hannover / Library
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Jennifer Neff |
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Genomische und evolutionäre Analyse von MHC-Klasse-I
Genen bei einem Halbaffen (Microcebus
murinus) |
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NBN-Prüfziffer |
urn:nbn:de:gbv:95-90619 |
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title (engl.) |
Genomic and evolutionary analysis of the MHC class
I region in a prosimian primate species (Microcebus murinus). |
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publication |
Hannover, Tierärztliche Hochschule, Dissertation, 2005 |
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text |
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abstract (deutsch) |
Der Haupthistokompatibilitätskomplex
(MHC) der Säuger spielt beim Zustandekommen der Immunantwort eine entscheidene Rolle. Die Klasse-I-,
bzw. Klasse-II-Moleküle präsentieren die von
verschiedenen Erregern abstammenden Peptide an die T-Lymphozyten, die daraufhin
eine Immunreaktion auslösen. Der MHC ist mit vielen immunologischen
Krankheiten, wie z.B. Infektions- und Autoimmunerkrankungen assoziiert.
Weiterhin determiniert der MHC die Histokompatibilität
bei Transplantationen. Für die Erforschung dieser Krankheiten unter Nutzung
von Tiermodellen ist daher die genomische Kenntnis
des jeweiligen MHC unerlässlich. Bereits die komplette Sequenzierung
des HLA-Systems des Menschen und des RT1-Systems der Ratte sowie viele
Teilsequenzen des MHC weiterer Säuger bieten die Möglichkeit, Vergleiche und
evolutionäre Beziehungen untereinander herzustellen. Primaten dienen häufig
als Modelle für die Erforschung MHC-assoziierter
Erkrankungen, jedoch ist bisher sehr wenig über deren genetische Vielfalt
bekannt. Die strukturelle Analyse der MHC-Klasse-I-Gene
sowie deren Evolution waren das Ziel dieser Arbeit. Unter Nutzung einer genomischen BAC-Bank eines
Grauen Mausmakis sollten die MHC-Klasse-I-Gene
sowie eventuell vorhandene MIC-Gene identifiziert
und physikalisch kartiert werden. Weiterhin war es für die Erstellung der
physikalischen Karte der MHC-Region notwendig die Framework-Gene
zu bestimmen und mit den Framework-Genen vom Menschen, der Maus, der
Ratte und des Rhesusaffen zu vergleichen. Ein zusätzlicher Aspekt war die Analyse
der evolutionären Beziehung der MHC-Klasse-I-Gene
zu anderen Halbaffen und zu höheren Primaten. Aus der BAC-Bank
eines Microcebus murinus
(CHORI-257) wurden insgesamt 73 MHC-Klasse-I-positive
BAC-Klone identifiziert. Die Analyse der
etablierten Contigs wies drei MHC-Klasse-I-Gencluster
auf, die in die Intervalle BAT1-TCF19 (Contig
1), CAT56-TRIM26 (Contig 2) und PPP1R11-MOG
(Contig 3) eingeteilt wurden. Ein zusätzliches
Intervall, das MHC-Klasse-I-Gene sowie das Gen TRIM26
enthalten, konnte im Contig 4 zusammengefaßt
werden, so daß eine vorläufige Genkarte
erstellt wurde. Für das Contig 1 konnten fünf MHC-Klasse-I-positive BAC-Klone
identifiziert werden, die alle ein MHC-Klasse-I-Fragment
sowie ein MIC-Fragment besitzen. Für das Contig 2 wurden zwölf MHC-Klasse-I-positive
BAC-Klone identifiziert, die alle ein MHC-Klasse-I-Gen besitzen, aber keine MIC-Gene
tragen. Das Contig 3 enthält vier BAC-Klone, von denen zwei BAC-Klone
jeweils zwei MHC-Klasse-I-Gene sowie Framework-Gene
aufweisen. Die anderen beiden BAC-Klone besitzen
dagegen nur Framework-Gene aus dieser MHC-Region.
Für das Contig 4 wurden neun MHC-Klasse-I-positive
BAC-Klone identifiziert, die jeweils fünf bis
sieben MHC-Klasse-I-Gene sowie ausschließlich das Framework-Gen
TRIM26 besitzen. Bei der Analyse der MHC-Region
zeigte sich, dass die MHC-Klasse-I-Gene des Microcebus von den gleichen Framework-Genen
wie beim Rhesusaffen, beim Menschen, bei den Nagern und weiteren Säugetieren flankiert
werden. Es wird daher angenommen, dass die genomische
Architektur der MHC-Klasse-I-Region der Halbaffen
identisch mit der aus bereits bekannten Spezies ist. Für das Contig 1 war es anhand der Sequenzierung
des BAC-Klons 487C11 möglich, eine präzise Genkarte zu erstellen. Die vergleichende Analyse der
Sequenz des NFKBIL1-STG-Intervalls von Microcebus
murinus und vom Menschen zeigt mit Ausnahme
der MHC-Klasse-I-Gene, ein hohes Maß an
Konserviertheit. Die MHC-Klasse-I-Gene sowie die MIC-Gene besitzen einen ausgeprägten Polymorphismus, der sich auch beim Microcebus
murinus darstellt. Interessanterweise
beinhaltet das NFKBIL1-STG-Intervall nur ein Klasse-I-Gen und ein MIC-Gen,
die sich als Pseudogene herausstellten. Mit Hilfe der Erstellung eines phylogenetischen
Stammbaums konnten ausschließlich paraloge
Beziehungen zwischen den MHC-Klasse-I-Genen des
Menschen und des Microcebus murinus nachgewiesen werden. Die physikalische Kartierung des MHC von Microcebus murinus
soll neue genomische Grundlagendaten liefern, die
weitere Analysen der MHC-Region für Krankheitssuszeptibilität, Immunreaktivität und Transplantationsabstossung sowie die Evolution des MHC
ermöglichen. Zusätzlich bietet die Karte die Grundlage für anschließende Sequenzierungen der BAC-Klone
der einzelnen Contigs. |
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abstract (englisch) |
The
major histocompatibility complex (MHC) plays a central role in the control of
the immune response. The class I and class II molecules present
pathogen-derived peptides on their cell surface to cytotoxic T cells and T
helper cells, respectively, thereby initiating the adaptive immune response.
The MHC is associated with many immunological diseases, e.g. infectious and
autoimmune diseases. Furthermore, the MHC determines histocompatibility in
organ transplantation. For the study of such diseases, animal models play an
important role. Therefore, the genomic knowledge of the respective MHC is
mandatory. The complete sequences of the MHC of human and the rat as well as
many partial sequences of the MHC of further mammals offers the opportunity
of comparative and evolutionary analyses. Primates are frequently used as
models for the study of MHC-associated diseases, but less is known about
their genetic diversity. The
aims of the study were the structural and evolutionary analysis of the MHC
class I genes in Microcebus murinus. By screening a
commercially available BAC-library, class I genes and MIC genes should be
identified and physically mapped. Furthermore the framework genes should be
identified and compared with those in human, mouse and rat. Altogether
73 BAC clones could be identified. Analysis of the established BAC clonal
contigs indicated the presence of three class I gene clusters that map into
the BAT1 and TCF19, CAT56 and TRIM26, PPP1R11
and MOG intervals, respectively. An additional class I gene and TRIM26
gene containing cluster in a fourth contig could also be identified. Cluster
1 includes five MHC class I positive BAC clones, which all have one MHC class
I gene and one MIC gene. Twelve MHC class I positive BAC clones with one MHC
class I gene but no MIC genes could be arranged in cluster 2. Cluster 3
includes four MHC class I positive BAC clones. Two clones have two MHC class
I genes and framework genes of this region, whereas the two other clones only
have framework genes. Nine MHC class I positive clones belong to the
additional TRIM26 cluster, which have five to seven MHC class I genes and
only the framework gene TRIM26. The grey mouse lemur class I gene clusters
are flanked by the same “framework” genes (non class I / non
class II) as in human, mouse, and rat MHC, indicating a similar genetic
architecture. For Contig 1 a precise gene map could be established based on
the complete sequence of BAC clone 487C11. The comparative analysis of the
sequence of the NFKBIL1-STG interval in Microcebus murinus
and human shows a high degree of conservation, with the exeption of MHC class
I genes. The MHC class I genes as well as the MIC genes of Microcebus
murinus are polymorphic. Interestingly the NFKBIL1-STG
interval harbors only a single class I gene and a single MIC gene,
which are both pseudogenes. Phylogenetic tree analysis indicates solely
paralogous relationships between the MHC class I genes of Microcebus murinus
and human. Physical
mapping of the MHC class I region of Microcebus murinus provides the
basis for further studying MHC disease associations, immune reactivity and
graft rejection as well as MHC evolution. Additionally, the map is the basis
for the complete sequencing of the MHC region. |
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keywords |
MHC-Klasse-I-Gene,
Primaten, BAC-Klon-Contigs, MHC class I genes, primates, BAC clonal contigs |
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kb |
5.225 |