Dissertation

Tierärztliche Hochschule Hannover / Bibliothek – School of Veterinary Medicine Hannover / Library

 

Nadine Möbius

 

Identifikation von Zoonoseerregern bei Haustieren und Bewertung des humanen Infektionsrisikos

 

NBN-Prüfziffer

urn:nbn:de:gbv:95-103348

title (engl.)

Identification of zoonotic pathogens of pets and assessment of the risk of infection for humans

publication

Hannover, Tierärztliche Hochschule, Dissertation, 2013

text

http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/moebiusn_ss13.pdf

abstract (deutsch)

Ziel der vorliegenden Arbeit war es, eine Methode zu erproben, mit deren Hilfe es möglich ist, mikrobiologisch auswertbare Proben von Hunden und Katzen auch von deren Besitzern entnehmen zu lassen. Im Anschluss sollte eine Risikobewertung des humanen Infektionsrisikos erstellt werden.

Bei den genommenen Proben handelte es sich um Nasentupfer, Maulschleimhaut-tupfer und Kotproben sowie Haarproben bei Katzenbesitzern. An drei verschiedenen Kliniken und Tierarztpraxen in Hannover wurden insgesamt 100 Hunde- und Katzenbesitzer zur Teilnahme an der Studie rekrutiert. Dabei wurden auch eigenständig Nasen- und Maulschleimhauttupfer der in den Praxen vorgestellten Tiere entnommen. Der Tierbesitzer erhielt ein Päckchen mit den nötigen Probennahmematerialien zur Entnahme der Proben zu Hause. Die mikrobiologische Auswertung erfolgte im Institut für Mikrobiologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Dabei wurden die Tupferproben hinsichtlich des Keimwachstums (gering, mittel, hochgradig) und dem Wachstum Gram positiver bzw. Gram negativer Erreger untersucht.

Unter Verwendung von logistischer Regression und des McNemar’s Tests wurde ein Vergleich zwischen den von Besitzern genommenen Proben und den tierärztlich genommenen Proben gezogen. Dabei ergab sich eine Übereinstimmung von 71% für Gram positive Keime und eine Übereinstimmung von 59% für Gram negative Keime bei den Nasentupfern sowie eine Übereinstimmung von 78% für Gram positive Keime und eine Übereinstimmung von 87% für Gram negative Keime bei den Maulschleimhauttupfern.

Zur Vorbereitung der Risikobewertung wurde zunächst eine intensive Literatursuche bezüglich der Normalflora von Nase, Maul und Kot von Hunden und Katzen vorgenommen. Anschließend wurden ebenfalls durch Literaturrecherche Erreger identifiziert, die potentiell von Hund und Katze auf den Menschen übertragbar sind. Diese wurden bezüglich ihrer Relevanz für eine Expertenbefragung ausgewählt. An dieser Expertenbefragung, die mittels eines Internetbefragungssystems stattfand, nahmen insgesamt 18 von 24 eingeladenen Experten aus Humanmedizin, Tiermedizin und Biologie teil. Diese bewerteten das Risiko des Tierbesitzers, sich mit den vorgelegten Pathogenen zu infizieren, falls sein Haustier Träger des Pathogens wäre. Dabei wurde die Bewertung getrennt für Kinder und Erwachsene und auch für Katzen und Hunde vorgenommen.

Als Ergebnis zeigte sich, dass die Bewertungen des Risikos für Kinder statistisch signifikant höher eingestuft wurden als für Erwachsene. Bei den erwachsenen Hundebesitzern befanden sich E. coli und MRSA in der Gruppe mit der höchsten Relevanz, bei den erwachsenen Katzenbesitzern handelte es sich um E. coli, Salmonella, Toxocara cati und Pasteurella multocida. Da das Risiko für Kinder allgemein als höher eingestuft wurde, waren bei diesen mehr Erreger in dieser Gruppe vertreten.

 

abstract (englisch)

The aim of this thesis was to test a method with which it will be possible to gain microbiologically useable samples from dogs and cats by having them sampled by their owners. Following, a risk assessment of the human infection risk had to be created.

Samples collected were composed of nose swabs, mouth swabs, faecal samples and also hair samples of cats. Overall there were recruited 100 dog- and cat owners at three different animal clinics in Hannover. There were taken swabs of nose and mouth of presented animals at the clinics and afterwards pet owners were given a package with sampling material and instructions to take samples at home. Microbiological analysis was performed at the Institute for Microbiology of the University of Veterinary Medicine Hannover. Swab samples were analysed regarding bacterial growth (low, medium and high) and growth of gram positive and gram negative bacteria.

Using logistic regression and McNemar’s test a comparison between samples taken by owners and samples taken by the vet was drawn. An agreement of 71% for gram positive bacteria and an agreement of 59% for gram negative bacteria were received for nasal swabs. An agreement of 78% for gram positive bacteria and an agreement of 87% for gram negative bacteria were received for oral swabs.

In preparation of the risk assessment, an intensive literature search regarding the normal flora of nose, mouth and faeces of cats and dogs was conducted. Afterwards another literature search was conducted to identify pathogens possibly transmittable from dogs and cats to humans. Those were extracted for the expert judgement elicitation regarding their relevance. At this elicitation, using an online survey, on the whole 18 of 24 invited experts from human medicine, veterinary medicine and biology took part. They ranked the risk for pet owners to get infected with presented pathogens if their animals were carrier of the pathogens. These rankings were given separately for adults and children as well as for cats and dogs.

As a result it was seen, that rankings concerning the risk for children were statistically significant higher than rankings for adults. With adult dog owners, E. coli and MRSA were in the group of highest relevance. Concerning adult cat owners, more pathogens were in this group: E. coli, Salmonella, Toxocara cati and Pasteurella multocida. As in general the risk for children was rated higher, more pathogens were listed in this group for them.

 

keywords

Zoonosen, Haustiere, Besitzer, zoonoses, companion animals, owner

kb

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