Dissertation

Tierärztliche Hochschule Hannover / Bibliothek – School of Veterinary Medicine Hannover / Library

 

Samuel Alberto Mérida Ruíz

 

Epidemiological Survey on Peccaries (Tayassu pecari) and Pigs (Sus scrofa) in the Community Forestry Concession of Uaxactún, Maya Reserve Biosphere, Guatemala

 

NBN-Prüfziffer

urn:nbn:de:gbv:95-106659

title (ger.)

Epidemiologische Untersuchung von Pekaris (Tayassu pecari) und Hausschweinen (Sus scrofa) in den Waldgemeinschaften von Uaxactún, Maya Biosphere Reserve, Guatemala

 

Estudio epidemiológico en Pecaríes (Tayassu pecari) y Cerdos (Sus scrofa) en la Comunidad de Concesión Forestal de Uaxactún, Reserva de la Biósfera Maya.

 

publication

Hannover, Tierärztliche Hochschule, Dissertation, 2015

text

http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/meridaruizs_ss15.pdf

abstract (deutsch)

Das Ziel der nachfolgend beschriebenen Studie ist es, die Zusammenhänge zwischen Dorfbewohnern, Haustieren und Wildtieren in der Gemeinschaftsforstkonzession „Uaxactún“, Guatemala, hinsichtlich des Vorkommens von Pathogenen zu analysieren und Faktoren zu identifizieren, die das Risiko an einer Zoonose zu erkranken, erhöhen können. Dabei sollten auch partizipatorische epidemiologische Methoden angewendet werden. Die Feldarbeit wurde dazu in zwei Phasen unterteilt. In der ersten Phase wurden klassisch-epidemiologische Daten (inkl. Probenentnahmen) zu Schweinen und Pekaris erhoben. In der zweiten Phase wurde eine Befragung der Anwohner durchgeführt und diese zu ihren Einstellungen sowie den Aktivitäten der Jagd sowie deren Kochgewohnheitene erfasst.

 

Diese zweite Phase wurde in einer zehnmonatigen Erhebungsphase (August 2013 - Mai 2014) im Dorf durchgeführt und mit einem partizipatorischen Ansatz Methoden entwickelt, um die Auffassung der Menschen bezüglich Krankheiten der Tiere und davon ausgehenden Gefahren für die eigene Gesundheit sowie das Verhalten der Dorfbewohner gegenüber Nutz- und Wildtieren einzuschätzen. Es wurde ebenfalls beurteilt, welchen Stellenwert die Bewohner ihren Nutztieren gaben und welche Bereitschaft sie hatten, in eine Verbesserung der Tiergesundheit zu investieren. Darüber hinaus wurden Kochgewohnheiten abgefragt, um das Risiko einer Exposition der Verbraucher durch diese Gewohnheiten abzuschätzen.

 

Proben von 50 Weißbartpekaris (Tayassu pecari, WLP) und 67 Hausschweinen (Sus scrofa, DP) wurden entnommen, um die Prävalenz von verschiedenen Krankheitserregern in der Gemeinschaft „Uaxactún“ zu bestimmen. Dabei wurden in 30% der WLP und bei keinem der DP Brucelloseerreger, sowie bei 28% der WLP und 39% der DP Leptospiroseerreger nachgewiesen. Weder der Haushalt (p=0,2293), in dem die Tiere gehalten wurden, noch das Geschlecht (p=0,3778) der Schweine waren statistisch signifikant mit dem Vorkommen dieser Erreger assoziiert. Außerdem gab es keinen statistischen Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Tieren (p=0,176), zwischen den Regionen (p=0,404) oder einen jahreszeitlichen Einfluss (p=0,895). Erreger der Tuberkulose, klassischen Schweinepest, Mycoplasmose oder Actinobacillose wurden bei keiner untersuchten Tierart nachgewiesen. Alle Pekaris waren stark von Zecken der Gattung Amblyomma befallen.

 

Die Dorfbewohner maßen Geflügelkrankheiten wegen ihres wirtschaftlichen Einflusses die größte Bedeutung bei, wobei die Newcastle-Krankheit (NCD) als besonders wichtig wahrgenommen wurde. Es wurden 33 Proben von Hühnern (Gallus gallus), 16 von Enten (Cairina moschata) und 3 von Puten (Meleagris gallopavo) gesammelt. Der Erreger der Newcastle-Krankheit wurde mittels Antikörper-Nachweis im Hämagglutinations-Hemm-Test bei 41% der untersuchten Proben nachgewiesen, wobei die Hühner am Häufigsten betroffen waren. Der Erreger der aviären Influenza konnte mittels Immundiffusions-Agargel-Test nicht nachgewiesen werden. Es wurde kein Virus aus einem Luftröhren- oder Kloakentupfer der Enten isoliert.

 

Generell wurden alle Tierarten zu jeder Jahreszeit gejagt. Pekaris (T. pecari und Pecari tajacu) wurden jedoch in der Trockenzeit häufiger erlegt, während Hirsche (Mazama sp.; Odocoileus virginianus) und Wildvogelarten (Crax rubra, Melleagris ocellata, Penelope purpurascens) eher während der Regenzeit erlegt werden konnten. Gürteltiere (Dasypus novemcintus) und Pacas (Cuniculus paca) wurden je nach Gelegenheit gejagt.

 

Die Kochgewohnheiten hängen von der Tierart ab. Wildschweine, Wild- und Hausvögel sowie Pacas wurden eher geschmort, Gürteltiere gegrillt und Schweinefleisch mariniert, während Hirsche auf einer „Plancha-Grillplatte“ zubereitet wurden. Die Dorfbewohner essen kein rohes Fleisch.

 

Aus den Ergebnissen kann geschlossen werden, dass Hühner und Schweine die wichtigsten Nutztierarten im Dorf sind, wobei Hühner am stärksten von Krankheiten betroffen sind. Es gab keine offensichtlichen Gesundheitsprobleme bei den Schweinen. Es werden hauptsächlich größere Spezies gejagt. Die Kochgewohnheiten stellen eher einen Schutzfaktor dar, da Dünsten und Brühen die gängigsten Zubereitungsarten sind. Es besteht also keine Gefahr für Menschen aus diesem Grund zu erkranken, so dass diesbezüglich kein Handlungsbedarf besteht. Sowohl landwirtschaftliche wie auch jagdliche Aktivitäten sind jedoch ein Risikofaktor für die Verbreitung von Krankheiten, da die Personen mechanische Träger von verschiedenen Krankheitserregern in Haus- und Wildtierpopulationen sein können. Deswegen sollten Überwachungssysteme unter Berücksichtigung klassischer und partizipatorischer epidemiologischer Methoden eingerichtet werden.

 

abstract (englisch)

This study was intended to describe the interrelationship between villagers, domestic animals and wildlife at the Community Forestry Concession of Uaxactún, Guatemala, by means of classical as well as participatory methods. Fieldwork was divided into two phases: one for generating epidemiological data on pigs and peccaries; whereas the other one for generating information regarding to livestock diseases considered as important by villagers, their relevance, as well as obtaining knowledge concerning to the hunting activities and cooking patterns.

 

During a 10-months living within the village (August 2013 - May 2014), a participatory approach was developed for the assessment of the local perception concerning to diseases, as well as the behavior of people towards animals – both domestic and wild animals –. The relevance that people give to their animals and the investment people would like to do for improving the health of their livestock were assessed. As well, cooking patterns were studied for knowing the degree of risk that these could represent.

 

50 white-lipped peccaries (Tayassu pecari, WLP) and 67 domestic pigs (Sus scrofa, DP) were sampled to determine the prevalence of several diseases in Uaxactún. Results are: Brucellosis 30 % WLP, 0 % DP; Leptospirosis 28 % WLP, 39 % DP. For pigs, no statistical significant difference between households (p = 0.2293), or sex (p = 0.3778) was found. For peccaries, no statistical difference for sex (p = 0.176), regions (p = 0.404) nor season (p = 0.895) was found. No individual was detected positive for Tuberculosis, Classical Swine Fever, Mycoplasmosis, Actinobacillus, Trypanosoma or Leishmania. All peccaries were heavily infested of ticks of the Amblyomma genus.

For poultry, Newcastle disease (NCD) was defined as the most important disease, and that poultry diseases are the most important due to economic factors and their high mortality rate. 33 samples of chicken (Gallus gallus), 16 of ducks (Cairina moschata) and 3 of turkeys (Meleagris gallopavo) were collected. 41% of prevalence for Newcastle disease was found by hemagglutination inhibition assay by antibody detection, being chicken the most affected species. No samples were positive to Avian Influenza by Immunodiffusion Agar Gel test. No virus was isolated of the tracheal or cloaca swabbing of the ducks.

 

Concerning to hunting, all species could be hunted by chance in any season. There was an influence of season, being peccaries (T. pecari and Pecari tajacu) more frequently hunted during summer, whereas deer (Mazama sp.; Odocoileus virginianus) and avian species (Crax rubra, Melleagris ocellata, Penelope purpurascens) during the rainy season. Hunting of other species such as armadillos (Dasypus novemcintus) and tepezcuintles (Cuniculus paca) occur mostly by chance.

 

Cooking patterns depend according to the species. Stewed is predominant for peccaries, avian species and tepezcuintle, whereas grilled for deer, roasted for armadillo and marinated for pork. Villagers do not consume raw meat. These data was considered as relevant since the main subject of the investigation was to identify factors which could increase the risk of acquiring a zoonotic disease.

 

It is concluded that the most important livestock species are chicken and pigs, being chicken the most affected by health issues. No evident health problems on pigs were observed. Hunting is directed to larger species. Cooking patterns reflect mostly a protective factor, as stewed and broths are the most common patterns. There is no risk requiring immediate action for relevant diseases for both humans and animals. But, both agricultural and hunting activities represent a risk factor, as hunters may act as mechanical vectors for different pathogens within domestic and wild animal populations. Therefore, ongoing surveillance activities, taking classical as well as participatory epidemiological methods into account should be established.

keywords

Guatemala, Peccaries, Zoonoses, Pekaris, Zoonosen 

kb

1.311