Dissertation
Tierärztliche Hochschule Hannover / Bibliothek – School of Veterinary
Medicine Hannover / Library
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Juliane von Kurnatowski |
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Klinische
und genetische Untersuchungen zu Krampfanfällen bei Border
Terriern
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NBN-Prüfziffer |
urn:nbn:de:gbv:95-93907 |
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title (engl.) |
Clinical
and genetic investigations of seizures in Border Terriers |
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publication |
Hannover, Tierärztliche Hochschule, Dissertation, 2007 |
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text |
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abstract (deutsch) |
In der vorliegenden Studie wurden die klinischen und
genetischen Aspekte der Krampfanfälle bei Border
Terriern beschrieben. Da ein gehäuftes Auftreten von Krampfanfällen bei
dieser Hunderasse in bestimmten Subpopulationen durch Anpaarung spezieller
Mutter- oder Vatertiere und ein wiederholtes Auftreten in verschiedenen
Familien zu verzeichnen war, wurde eine genetische Grundlage vermutet. In
Form einer Fragebogenaktion wurde zunächst die Prävalenz
der Krampfanfälle bei Border Terriern in
Deutschland geschätzt sowie eine Evaluierung des Anfallscharakters
vorgenommen. Anhand von Pedigreeuntersuchungen und
Segregationsanalysen konnte letztendlich der Erbgang bestimmt werden. Die Mehrheit der Border Terrier
zeigte generalisierte Anfälle ohne Bewusstseinsverlust, wobei ein tonisches
Anfallsbild dominierte. Die in die Studie aufgenommenen Hunde waren
durchschnittlich 3,73 Jahre alt und erfuhren ihren ersten Krampfanfall im
Durchschnitt mit 3,15 Jahren. Im Zuge einer ausführlichen Diagnostik wurden keine
bedeutenden Abweichungen von der Norm gefunden. Durch die Analyse der
Konzentrationen von Aminosäuren und organischen Säuren in Serum und Urin im
Rahmen eines metabolischen Screenings
konnte das Vorliegen eines angeborenen Stoffwechseldefektes ausgeschlossen
werden. Das Vorliegen einer idiopathischen
Epilepsie ist bei dieser Rasse zu vermuten. Der durchschnittliche Inzuchtkoeffizient der Border Terrier besaß einen Wert von 3,85%, wobei
betroffene Würfe einen nicht signifikant größeren Inzuchtkoeffizienten als
nicht betroffene Würfe aufwiesen. Aufgrund einer sehr hohen Prävalenz von 13,1% und einer hohen Heritabilität
von 0,506 war die Anwesenheit eines genetischen Effektes sehr wahrscheinlich.
Die Analyse systematischer Einflussfaktoren ergab keine Bedeutung des
Inzuchtkoeffizienten auf das Auftreten von Krampfanfällen bei Border Terriern. Geschlecht und Alter besaßen jedoch
einen signifikanten Einfluss auf das Auftreten der Erkrankung. In die zehn miteinander in Verbindung stehenden Pedigrees über mindestens fünf Generationen, bestehend
aus 25 Würfen, konnten 31 der 47 erkrankten Border
Terrier eingegliedert werden. Einige Tiere traten sowohl innerhalb einer
Familie, als auch in verschiedenen Familien mehrfach auf. Die 25 ermittelten
Würfe bestanden aus zwei bis sieben Tieren. Die Analyse der Pedigrees zeigte, dass die Mehrheit der erkrankten Hunde
von gesunden Elterntieren abstammte. Anpaarungen von zwei gesunden Tieren
sowie einem gesunden und einem erkrankten Tier brachten jeweils Würfe hervor,
welche stets aus gesunden und erkrankten Nachkommen bestanden. Komplett
gesunde oder erkrankte Würfe existierten nicht. Das wiederholte Auftreten
erkrankter Hunde in verschiedenen Würfen aus der Anpaarung gleicher
Vatertiere mit unterschiedlichen Muttertieren oder der Anpaarung gleicher
Muttertiere mit verschiedenen Vatertieren unterstützte die Vermutung einer
genetischen Komponente. Im Hinblick auf die Vermutung einer genetischen Komponente
wurden Segregationsanalysen durchgeführt. Dabei wurden ein Umweltmodell (µ-Modell), Mendel´sche Erbgänge
(Ein-Locus-Modell), ein polygenes
Modell und gemischte Erbgänge (ein Hauptgen und polygene Effekte) getestet. Das µ-Modell
und die Modelle der polygenen und dominanten
Vererbung konnten signifikant ausgeschlossen werden. Das
Modell eines monogen-rezessiven Erbgangs erklärte
den vorliegenden Datensatz am besten. Ein gemischt monogen-polygenes
Modell war nicht endgültig auszuschließen, ist jedoch sehr unwahrscheinlich. Das
monogen-rezessive Modell besaß zusätzlich das
kleinste Informationskriterium nach AKAIKE. Aufgrund des Nachweises der genetischen Basis sowie eines monogen-rezessiven Erbgangs sollten an Krampfanfällen
leidende Tiere oder deren Verwandte ersten Grades nicht zur Zucht eingesetzt
werden. Außerdem sollte eine Anpaarung, welche erkrankte Nachkommen
hervorgebracht hat, nicht wiederholt werden. Die Identifikation von Genen,
welche für die Krampfanfälle verantwortlich sind, würden hilfreich sein, um
ein weiteres Auftreten der Erkrankung effizienter zu vermeiden und um Träger
der Erkrankung frühzeitig erfassen zu können. |
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abstract (englisch) |
With the
present study clinical characteristics and the mode of inheritance of
seizures in the Border Terrier were determined. The increased manifestation
of seizures in some subpopulations through the mating of special sires or
dams and the repeated occurrence in different families suggested a genetic
basis for the condition in this breed. Questionnaires sent to breeders and
owners were used to estimate the incidence of seizures in Border Terriers in The
majority of the dogs showed generalised tonic seizures without loosing
consciousness. The median age of the Border Terriers included in the study
was 3,73 years and the median age at seizure onset
was 3,15 years. No
underlying causes for the seizures could be found using variable diagnostic
methods. Inherited metabolic diseases could be excluded with the analysis of
the concentrations of amino acids and organic acids in serum and urine within
a metabolic screening. Idiopathic epilepsy was suspected in this breed. The
median inbreeding coefficient of the Border Terriers was about 3,85%. The average F value of affected litters was not
significantly different from that of unaffected litters. A very high
prevalence of 13,1% and an extremely high
heritability of 0,506 supported the suspicion of a genetic basis for the
condition in Border Terriers. The inbreeding coefficient had no influence on
the occurrence of seizures in Border Terriers. However, sex and age had a
significant influence on the occurrence of the disorder. The ten
pedigrees of at least five generations were connected with each other. They
consisted of 25 litters and 31 of the 47 affected Border Terriers could be
integrated. Some dogs were represented twice in one family or in several
families. The 25 litters consisted of two to seven animals. The analysis of
the pedigrees showed that the majority of affected Border Terriers descended
from healthy parents. Matings of two unaffected
animals or of affected and not affected dogs resulted always in affected and
unaffected offspring. Litters consisting only of affected or unaffected dogs
did not exist. The repeated occurrence of affected dogs in several litters
from the mating of the same sire with several dams or the mating of the same
dam with several sires also supported the suspicion of a genetic basis. Because
of the suspicion of a genetic component segregation analyses were performed.
Hypotheses tested for the mode of inheritance were as follows: a single
phenotypic distribution without any genetic component (µ-model), monogenic
inheritance with one gene locus and two alleles, polygenic inheritance, mixed
major gene inheritance with a polygenic component and an independently
segregating major gene locus with two alleles. The model with only phenotypic
distribution and models including polygenic and dominant inheritance could be
significantly rejected against the most general (satured)
model and the models of monogenic and mixed monogenic-polygenic inheritance.
The monogenic recessive model fitted the data best but the hypothesis of
mixed monogenic-polygenic inheritance with the influence of a recessive major
gene could not be excluded. Furthermore the information criterion of AKAIKE
was lowest for the monogenic recessive model. Because of the genetic component and a suspected monogenic recessive
inheritance animals suffering from seizures or their first grade relatives
should not be breeded. Furthermore a mating that
produced affected offspring should not be repeated. Identification of the
genes responsible for seizures would be helpful to prevent this disease more
efficiently and to recognize carriers of the condition very early. |
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keywords |
Epilepsie, Border Terrier, Erbgang, epilepsy, Border Terrier, mode of inheritance |
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kb |
3.827 |