Dissertation
Tierärztliche Hochschule Hannover / Bibliothek – School of Veterinary Medicine Hannover / Library

 

Olaf Carsten Korries

 

Untersuchung pferdehaltender Betriebe in Niedersachsen

Bewertung unter dem Aspekt der Tiergerechtheit, bei Trennung in verschiedene Nutzungsgruppen und Beachtung haltungsbedingter Schäden

 

NBN-Prüfziffer

urn:nbn:de:gbv:95-87769

title (engl.)

Examination of the horse keeping in Lower Saxony

Valuation with regard to animal protection, while differentiating between different use and paying attention to health damages

publication

Hannover, Tierärztliche Hochschule, Dissertation, 2003

text

/dissertations/korrieso_ws03.pdf

abstract (deutsch)

Der Grundgedanke der vorliegenden Arbeit war, die Pferdehaltung in Niedersachsen mit dem Ziel einer Bewertung von Pensionsställen unter dem Aspekt der Tiergerechtheit zu untersuchen

Gleichzeitig wurde die Nutzung der eingestellten Pferde für eine Trennung der Pensionsbetriebe in die Gruppen Zucht - Sport - Freizeit herangezogen.
Zur Beachtung der haltungsbedingten Schäden der Pferdegesundheit wurde nach Tierhalterangaben eine Feststellung der Neuerkrankungsrate in bestimmten aufgetretenen Problemkreisen vorgenommen.

Die untersuchten Pensionspferdebetriebe erstreckten sich auf das ganze geographische Gebiet des Bundeslandes Niedersachsen. Insgesamt wurden 104 einzelne Haltungssysteme (Einzelställe) untersucht und bewertet, die in sechzig unabhängigen Betrieben angetroffen wurden und 2.147 Pferde beherbergten.

Als Rückschlüsse aus den Untersuchungsergebnissen auf den gegenwärtigen Stand der niedersächsischen Pferdehaltung lassen sich festhalten:

-

Die hier definierten Betriebsgrößen sind nach Anzahl der eingestellten Pferde anteilig gleichmäßig verteilt.

 

 

-

Der monatliche Einstellungspreis beträgt im Mittel 209,06 Euro.

 

-

94 % der Pferde dieser Untersuchung werden in Einzelboxen gehalten. Der Anteil von Innenboxen beträgt 63 %. Laufställe oder direkt angeschlossene Ausläufe finden sich in weniger als 6 % aller Haltungssysteme.

 

 

 

-

Bei den untersuchten Betrieben beträgt der Anteil an Freizeitpferden 44%.

 

-

90 % der untersuchten Betriebe haben mindestens eine Reithalle.

 

-

17 % der Betreibe können keine Angabe zur Qualifikation der Tierhalter bzw. -betreuer machen.

 

 

-

Der Hufschmiederhythmus beträgt bei 15 % der Pferde über acht Wochen.

 

-

Nur bei 18 % der Pferde wird routinemäßig eine Kontrolle von Zähnen und Gebiss durchgeführt.

 

 

-

Betriebliche Impfvorschriften bestehen bei 72 % der Pensionspferdehaltungen; 80 % schreiben Wurmkuren vor.

 

 

-

46 % der Pferde in den untersuchten Betrieben leiden jährlich mindestens einmal an einer der erfragten Problemerkrankungen.
Verhaltungsstörungen haben hieran einen Anteil von 7 %, dass heißt, 3 % aller Pferde dieser Untersuchung zeigen eine Auffälligkeit in Form einer stereotypen Abweichung vom Normalverhalten.

 

 

 

 

 

-

Die veraltete Raufenfütterung für Rauhfutter wurde in keinem Betrieb vorgefunden.

 

-

Die Wasserversorgung der Pferde wird bei 97 % der Betriebe durch Selbsttränken gewährleistet.

 

 

-

7 % der Betriebe halten die Tiere in Haltungssystemen, die die geforderte Mindestliegefläche pro Pferd unterschreiten.

 

 

-

Die Bewertung der Licht- und Luftverhältnisse in den Betrieben ergab sehr unterschiedliche weit gefächerte Ergebnisse.

 

 

-

Bei 40 % der Betriebe mit an den Stall angeschlossenen Ausläufen ist die Bodenbeschaffenheit der Ausläufe unzureichend.

 

 

-

Bei nur 3 % der Betriebe waren mehr als 10 % der Pferde nicht in optimalem Futterzustand.

 

 

-

Sauberkeit und Ordnung, sowie der technische Zustand der Stallanlagen zeigen eine große Variationsbreite.

 

 

-

Ein besitzerunabhängiges Auslaufmanagement bieten in den Sommermonaten 70% und in den Wintermonaten 45 % der Betriebe an.

 

 

-

Eine Rangierung der drei Nutzungsgruppen im Hinblick auf die Tiergerechtheit platziert in der Reihenfolge Zucht - Sport - Freizeit.

 

 

-

Bei der Bewertung im Skalenbereich "Gebäudehülle" sind die Sportbetriebe am höchsten bewertet worden. Bei der "Betreuung" schneiden die Freizeitbetriebe am schlechtesten ab.

 

 

 

 

abstract (englisch)

The main purpose of this thesis was to examine the horse keeping in Lower Saxony.
The objective was the valuation of livery stables with regard to animal welfare.

The boarding stables have been classified into groups according to the use of the horses such as breeding, sport and leisure. In order to determine the damage to the horses` health attributed to their boarding conditions, the animal keepers records were used to indicate the new sickness rate in particular problem areas.

The evaluated boarding stables were spread out over the entire geographic area of the State of Lower Saxony. In total, 104 individual keeping systems which means individual stables were examined and evaluated. This involved 60 independent businesses and 2.147 horses, being stabled there.


Conclusions of the study regarding the current status of the horse keeping in Lower Saxony are the following:

-

The facility size defined in the study according to the number of boarded horses are uniformly distributed.

 

 

-

The average monthly boarding fee was 209,06 Euros.

 

-

94% of the horses involved in this study were kept in individual stalls. The portion of inside stalls were 63%. Only 6% of the facilities were exercise stalls or stalls having direct external access.

 

 

 

-

44% of the stables involved in this study stabled leisure horses.

 

-

90% of the stables had at least one riding hall.

 

-

17% of the stables are not able to give indications about the qualifications of the animal keepers - respectively their care takers.

 

 

-

15% of the horses had a shoeing/hoof preparation cycle of over eight weeks.

 

-

Only 18% of the horses had routine control of the teeth and jaw area.

 

 

-

72% of the boarding stables had their own, in-house vaccination regulations - 80% required de-worming.

 

 

-

46% of the horses in the examined stables suffered from at least one of the surveyed problem sicknesses annually. Behavioural disturbances made up a portion of 7% - that means that 3% of all horses in the study showed evidence in form of a stereotyped variation from normal behaviour.

 

 

 

 

-

Obsolete, elevated feeding systems for hay / straw were not found in any facilities.

 

-

In 97% of the stables, the water supply for the horses was provided by self-actuated systems.

 

 

-

7% of the stables kept the animals in retaining systems were the required minimum floor space per horse was not provided.

 

 

-

The valuation of light- and air conditions in the businesses resulted in different manners.

 

 

-

40% of the stables having direct external access had unsatisfactory ground conditions.

 

 

-

In only 3% of the stables were more then 10% of the horses not in optimal feeding status.

 

 

-

Cleanliness and tidiness as well as technical conditions of the stalls showed a wide range of variations.

 

 

-

An owner-independent exercise management was offered during the summer in 70% of the facilities and in the winter season 45%.

 

 

-

The three user groups with regard to animal rights have the following ranking: breeding - sport - leisure.

 

 

-

With regard to stable building, the sport stables were above average. With respect to care taking, the leisure stables showed the worst results.

 

 

 

keywords

Pferdehaltung, Niedersachsen, Tiergerechtheit, animal protection, lower saxony, horse keeping

kb

3.770