Dissertation

Tierärztliche Hochschule Hannover / Bibliothek – School of Veterinary Medicine Hannover / Library

Hanna Kathrin Köchling

Etablierung des Ovalbumin-induzierten Mausmodells

der atopischen Dermatitis zur Beurteilung

pharmakologischer Wirkstoffe

 

NBN-Prüfziffer

urn:nbn:de:gbv:95-107369

title (engl.)

Establishing the murine ovalbumin-induced model of atopic dermatitis to evaluate different pharmacological drugs

publication

Hannover, Tierärztliche Hochschule, Dissertation, 2015

text

http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/koechlingh_ws15.pdf

abstract (deutsch)

Das Ziel der vorliegenden Arbeit war es, dass Ovalbumin-induzierte Mausmodell (OVA-Modell) der atopischen Dermatitis (AD) zu etablieren und im Anschluss die Wirkung verschiedener pharmakologischer Wirkstoffe in diesem zu untersuchen.

Im ersten Teil dieser Arbeit wurde das OVA-Modell auf den Einfluss der zusätzlichen Störung der Hautbarriere durch Abwischen der Haut mit Aceton oder Tesa-Strippen auf die Entwicklung der klinischen Symptome untersucht. Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit dem Effekt von verschiedenen pharmakologischen Wirkstoffen und deren Kombinationen im OVA-Modell. Getestet wurden der Effekt des Glukokortikoids Betamethason, des Histamin-1-Rezeptor-Antagonisten (H1R-Antagonist) Mepyramin und des Histamin-4-Rezeptor-Antagonisten (H4R-Antagonist) JNJ 39758979.

Zunächst wurden weibliche Balb/c-Mäuse nach einem modifizierten Protokoll von SPERGEL et al. (1998) gegen das Protein Ovalbumin (OVA) sensibilisiert. Dabei wurde bei einer Mausgruppe die Hautbarriere durch das mehrfache Abwischen der Haut mit Aceton gestört, bei einer weiteren Gruppe durch das Strippen der Haut mit Tesafilm. Eine andere Mausgruppe wurde nach dem Standardprotokoll behandelt. Als Kontrolle dienten nach dem gleichen Protokoll nur mit PBS behandelte Mäuse. Bei allen Tieren, die mit OVA behandelt wurden, zeigten sich klinische Symptome der allergisch-bedingten Deramtitis. Die zusätzliche Störung der Hautbarriere führte zu keiner weiteren Verstärkung der Symptome. Daher wurde in den folgenden Versuchen zur Untersuchung verschiedener pharmakologischer Wirkstoffe auf eine zusätzliche Störung der Hautbarriere verzichtet.

Das Glukokortikoid Betamethason wurde oral als Betamethasonvalerat (1mg/kg) und intraperitoneal als Betamethasonphosphat (2 mg/kg) verabreicht. Es brachte jedoch nicht den erwarteten Effekt der deutlichen Linderung der Symptome, sondern zeigte lediglich eine Tendenz. Sowohl die Monotherapie mit dem H1R-Antagonisten Mepyramin (30 mg/kg i.p.) als auch mit dem H4R-Antagonisten JNJ 39758979, der auf verschiedenen Applikationswegen und in unterschiedlichen Dosierungen gegeben wurde, zeigte keinen Effekt auf die klinischen Symptome. Die Kombination dieser beiden Wirkstoffe könnte jedoch ein vielversprechender neuer Ansatz zur Behandlung der AD sein, da diese zu einer Reduktion der Symptome im OVA-Modell führte. Die Kombination des Glukokortikoids Betamethason mit dem H4R-Antagonisten JNJ 39758979 konnte die Symptome ebenfalls mindern. Auch dies könnte ein interessanter Therapieansatz zur Behandlung der AD sein, da so eine Dosisreduktion des Glukokortikoids möglich sein könnte.

abstract (englisch)

Aim of this study was to establish the murine ovalbumin-induced model (OVA-model) of atopic dermatitis (AD) in order to test different pharmacological drugs.

In the first part of this study the influence of additional skin barrier disruption on the clinical symptoms of the OVA-model was examined. The skin barrier was disrupted by wiping the skin with acetone or tape-stripping. In the second part of this study the effects of different pharmacological drugs, namely the glucocorticoid betamethasone, the histamine H1 receptor (H1R) antagonist mepyramine and the histamine H4 receptor (H4R) antagonist JNJ 39758979 and their combinations, were determined in the OVA-model.

First female Balb/c-mice were sensitised against the protein ovalbumin according to a modified protocol of SPERGEL et al. (1998). The mice were either treated according to the standard protocol of the OVA-model or the skin barrier was additionally disrupted by wiping the skin several times with acetone or tape-stripping. As a control mice were sensitised with PBS according to the standard protocol. The sensitisation against OVA induced clinical symptoms of AD, just as skin lesions and elevated IgE levels. Furthermore additional disrupting of the skin barrier had no influence on the severity of the clinical symptoms. Therefore the following trials were done without additional disruption.

The glucocorticoid betamethasone, given orally as betamethasonvalerate (1 mg/kg) or intraperitoneally as betamethasonphosphate (2 mg/kg), did not ameliorate clinical symptoms in the OVA-model significantly as expected, it just showed a slight tendency. Either the monotherapy with the H1R antagonist mepyramine (30 mg/kg i.p.) nor the monotherapy with the H4R antagonist JNJ 39758979, given at different dosages and administration routes, had an effect in the OVA-model. Though the combination of these drugs could be a promising new treatment approach for AD as it reduced clinical symptoms significantly. The combination of the glucocorticoid betamethasone and the H4R antagonist JNJ 39758979 ameliorated clinical symptoms in the OVA-model as well. Therefore it could also be a promising treatment approach for AD, leading to a dose reduction of the glucocorticoid.

keywords

Atopische Dermatitis, OVA-Modell, Histamin-4-Rezeptor-Antagonist, atopic dermatitis, OVA-model, histamine-4-receptor-antagonist 

kb

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