Dissertation

Tierärztliche Hochschule Hannover / Bibliothek – School of Veterinary Medicine Hannover / Library

 

Peter Klötzer

 

Der mikrobiologisch-hygienische Status eingesandter Futtermittel für Pferde — standardisierte Befundung und epidemiologische Bewertung

 

NBN-Prüfziffer

urn:nbn:de:gbv:95-103170

title (engl.)

The microbiological and hygienic condition of submitted feedstu for horses: A standardization of diagnostic results and an epidemiologic evaluation

publication

Hannover, Tierärztliche Hochschule, Dissertation, 2013

text

http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/kloetzerp_ss13.pdf

abstract (deutsch)

Aufgabenstellung:

Im Rahmen der veterinärmedizinischen Forschung ist es sinnvoll, dass unter anderem Daten analysiert und bewertet werden, die zunächst für andere Zwecke erfasst wurden (Sekundärdatenanalyse). Vor diesem Hintergrund sollten vorliegende Untersuchungsergebnisse aus den Jahren 2000-2003 und 2006-2008 zur mikrobiologisch-hygienischen Beschaffenheit von Futtermitteln für Pferde standardisiert und epidemiologisch bewertet werden. Hierzu war es in einem Zwischenschritt erforderlich, die Qualität der Daten durch die Verwendung einheitlicher Bezeichnungen (Kataloge von Merkmalswerten) sowie durch die Korrektur fehlerhafter Daten (z.B. von Tippfehlern) zu verbessern.

Methodik:

Für eine statistische Auswertung wurden die Daten mit der Hilfe von Regelwerken aufbereitet, die auf regulären Ausdrücken basieren. Diese Aufbereitung lieferte für die Merkmale Probenmaterial und vorberichtliche Information je 15 und für die nachgewiesenen Mikroorganismen 60 Merkmalswerte sowie die Gesamtkeimzahlen an Bakterien, Schimmelpilzen und Hefen zu den 987 in die Untersuchung einbezogenen Proben aus 682 Fällen. In einem ersten Schritt wurden die grundlegenden Statistikmaße der einzelnen Merkmale bestimmt. Anschließend wurden mögliche Beziehungen zwischen den Merkmalen untereinander untersucht. Mit Hilfe des χ2-Tests auf Homogenität wurden jahreszeitliche Einflüsse auf die Häufigkeit der Einsendung bestimmter Probenmaterialien und die Häufigkeit bestimmter vorberichtlicher Informationen geprüft.

Ergebnisse:

Die Probenmaterialien Heu, Hafer und Stroh wurden am häufigsten eingesandt (zusammen ca. 66 %).

In rund 57.5 % aller Fälle wurden Futtermittel in den Herbst- und Wintermonaten und im Sommer die wenigsten Proben (19 %) eingesandt. Die häufigsten Anlässe von Untersuchungen im Zusammenhang mit vorberichtlichen Erkrankungen waren Koliken (15.9 %), veränderte Leberwerte (9.1 %) und Erkrankungen des Atmungstraktes (8.5 %). Zu den am häufigsten kulturell nachgewiesenen aeroben Bakterien gehören Pantoea agglomerans, coryneforme Bakterien, Keime der Bacillus subtilis-Gruppe, koagulasenegative Staphylokokken, coliforme Bakterien und Pseudomonas sp.

Bei den Schimmelpilzen dominierten Aspergillus sp., nicht differenzierbare Schimmelpilze, Penicillium sp., Alternaria sp., Mucor sp. und Cladosporium sp.

Bei Grassilagen konnten aerobe Bakterien der Bacillus subtilis-Gruppe, koagulasenegative Staphylokokken und alpha-hämolysierende Streptokokken und die Schimmelpilzgattungen Penicillium sp., Mucor sp. und Aspergillus sp. vermehrt nachgewiesen werden. Beim Hafer fiel insbesondere die vermehrte Nachweishäufigkeit coliformer Bakterien und von Pseudomonas sp. beziehungsweise der Schimmelpilzgattungen Penicillium sp., Cladosporium sp. und Fusarium sp. auf.

Die unterschiedlichen Probenmaterialien weisen deutlich verschiedene Gesamtkeimzahlen auf. Auf die Jahreszeit bezogen ergeben sich nur geringe Schwankungen der Gesamtkeimzahlen.

Eine jahreszeitliche Abhängigkeit der Einsendehäufigkeit lässt sich nur bei den Probenmaterialien Heulage und Stroh nachweisen. Bei der vorberichtlichen Information Kolik lässt sich die jahreszeitliche Schwankung (Abnahme der Häufigkeit vom Herbst bis zum Sommer) als nicht zufällig belegen.

Schlussfolgerungen:

Die vorgelegte Auswertung konnte zeigen, dass eine Analyse von Sekundärdaten auch dann erfolgen kann, wenn diese zunächst nicht standardisiert erfasst wurden. Mit Hilfe der verwendeten Regelwerke lassen sich auch größere Datenmengen effizient aufbereiten. Gleichzeitig wird damit die für eine Gute Praxis Sekundärdatenanalyse gefordert Dokumentation aller Änderungen an den Ausgangsdaten erfüllt.

Um eine Qualitätsbeurteilung der Futtermittel hinsichtlich der mikrobiologisch-hygienischen Beschaffenheit nach VDLUFA (2012) vornehmen zu können, muss der dort angegebene Untersuchungsgang angewandt und die Keimzahl für die sieben festgelegten Keimgruppen einzeln bestimmt werden.

 

abstract (englisch)

Purpose: In veterinary research, it is rationale to analyse and evaluate data that was originally collected for another purpose (secondary data analysis). The objectives of this study were the standardization and epidemiological evaluation of results, obtained from microbiological culture of feedstu for horses from 2000 to 2003 and from 2006 to 2008.

Methods: Data from 987 horse feedstu samples from 682 submissions for microbiological and hygienic evaluation were included in this study.

First, the quality of raw data was improved by standardizing terms (catalogue of attributes) and correcting false data (e.g. typing errors). Therefore, rules using regular expressions were applied and following categories were formed: type of sample (n=15), history (n=15), microorganism (n=60) and total viable count (in numbers).

Second, descriptive statistics were performed and served for interpretation of the data. Third, chi-square test of homogeneity was used to determine whether the submission of a particular type of sample diered signicantly between seasons and whether a particular sample history diered signicantly between seasons.

Results: The feedstu samples hay, oats and straw represented ca. 66% of all forage submissions. Feedstu samples were submitted for culture the most in autumn and winter (57.5% of cases) and the least in summer (19% of cases). The most common reasons for forage submissions due to medical issues were colics (15.9%), elevated liver enzymes (9.1%) and respiratory disorders (8.5%).

The most frequent aerobe bacteria in the feedstu samples were Pantoea agglomerans, coryneform bacteria, species of Bacillus subtilis group, coagulase-negative Staphylococci, coliform bacteria and Pseudomonas sp. The predominant fungi identified were Aspergillus sp., uncharacterized fungi, Penicillium sp., Alternaria sp., Mucor sp. und Cladosporium sp.

Cultures from grass silage revealed aerobe bacteria from the Bacillus subtilis group, coagulase-negative Staphylococci, alpha hemolytic Streptococci and the fungi Penicillium sp., Mucor sp. and Aspergillus sp. Oats were most frequently populated with coliform bacteria, Pseudomonas sp., Penicillium sp., Cladosporium sp. and Fusarium sp. Descriptive statistics indicated variations in the total viable count between dierent types of samples, but not between seasons.

The frequency of submission only diered signicantly between seasons for the feedstu samples baleage and straw. Further, only samples with the history of colic diered signicantly in their frequency of submission between the seasons with a decrease from autumn to summer.

Conclusions: The present analysis revealed that the preparation of secondary data is feasible in cases in which the original collection of data was not standardized. Further, using rules allows an ecient preparation of data of large quantity. At the same time, it was possible to record the data according to the guidelines of „Good secondary-data-analysis practice“.

To allow the interpretation of quality of feedstu samples according to VDLUFA (2012), the total viable count would have to be replaced by a counting procedure suggested by VDLUFA.

 

keywords

Futtermittel, Pferd, mikrobiologisch-hygienische Beschaenheit; feedstu, horse, hygienic condition

kb

1.704