Dissertation

Tierärztliche Hochschule Hannover / Bibliothek – School of Veterinary Medicine Hannover / Library

Annika Kleine

Untersuchungen zum Vorkommen von Parasitenstadien im Sand von Kinderspielplätzen im Stadtgebiet Hannover

 

NBN-Prüfziffer

urn:nbn:de:gbv:95-105639

title (engl.)

Studies on the prevalence of Toxocara spp. in sandpits on children`s playgrounds in the city of Hanover

publication

Hannover, Tierärztliche Hochschule, Dissertation, 2014

text

http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/kleinea_ws14.pdf

abstract (deutsch)

Toxocara spp. sind weltweit vorkommende Zoonoseerreger, die eine Gefährdung für die öffentliche Gesundheit darstellen. Das Hauptziel der vorliegenden Arbeit war die Erhebung neuer Prävalenzdaten zum Vorkommen von Toxocara spp.-Eiern auf Kinderspielplätzen in Hannover. Hierzu wurden im Verlaufe des Jahres 2011 monatlich Sandproben von 46 Kinderspielplätzen genommen. Zusätzlich wurde bei 13 Spielplätzen der Sand unter dem Klettergerüst beprobt. Als erstes wurde die Methode nach Stoye und Horn (HORN et al.1990b) für größere Probenvolumina modifiziert und die Wiederfindungsrate von Spulwurmeiern in 250 g Sand evaluiert. Dabei konnte für T. canis-Eier eine Wiederfindungsrate von 42,8 % und für T. cati-Eier von 30,9 % festgestellt werden. Auf Grund dieses festgestellten signifikanten Unterschieds bezüglich der Wiederfindungsraten von T. canis- und T. cati–Eiern wurden Flotations- und Adhäsionsversuche durchgeführt. Für diese lässt sich zusammenfassend feststellen, dass die Eier von beiden Toxocara-Spezies gleich gut in einer gesättigten NaCl-Lösung flotierten (30,1 % flotierte T. canis- und 28,4 % flotierte T. cati-Eier), während T. canis-Eier signifikant besser an Materialien hafteten als T. cati-Eier. Dieses Ergebnis ist insofern überraschend, als dass es keinen Erklärungsansatz für die bessere Wiederfindungsrate von T. canis bietet. Hier könnten also andere Faktoren, wie z. B. die Wechselwirkung zwischen der elektrischen Leitfähigkeit der verschiedenen Waschlösungen und der elektrostatische Ladung der Eischalenoberfläche oder verschiedene spezifische Gewichte von verschiedenen Entwicklungsstadien eine Rolle spielen, so dass weitere diesbezügliche Untersuchungen wünschenswert wären, um Toxocara-Eier effizienter in Bodenproben nachweisen zu können. Die anschließend durchgeführte Untersuchung zur Feststellung des Kontaminationsgrades der Spielplätze im Stadtgebiet Hannover ergab, dass zwischen den Sandproben, welche aus Sandkästen stammten und denen, die unter den Klettergerüsten entnommen wurden, kein signifikanter Unterschied festgestellt werden konnte, obwohl der Sand unter den Klettergerüsten weniger häufig ausgetauscht wurde und die Sandkörner größer und rauer waren. Die jahreszeitliche Kontamination von Kinderspielplätzen mit Spulwurmeiern war im Frühling und Winter signifikant höher als im Herbst 2011, wobei der höchste Prozentsatz an Spielplätzen, welche mit embryonierten Eiern kontaminiert waren im Winter festgestellt werden konnte. Insgesamt ist festzustellen, dass sich die Kontaminationsrate im Vergleich zu den von HORN et al. im Jahr 1985 erhobenen Daten deutlich reduziert hat. Das Infektionsrisiko für Kinder beim Spielen in Sandkästen ist auf Grund der nicht vorhandenen Datenlage bezüglich einer für eine klinisch manifeste Toxokarose erforderlichen Infektionsdosis nur schwer zu bestimmen. Eine Infektion mit Toxocara spp. beim Spielen auf den Spielplätzen im Stadtgebiet Hannover ist zwar nicht auszuschließen, auf Grund der hier erhobenen Daten, sollte es aber als gering bis mäßig eingestuft werden. 

abstract (englisch)

Toxocara spp. represent a risk for public health. There are various studies dealing with the contamination rate of public squares and playgrounds. However, data was obtained with different methods and Toxocara egg recovery rates varied between investigators. Therefore, data comparison of recovery rates is critical. The recovery rate of the optimised method by Stoye and Horn used in the present study was 42.8% and 30.9% for T. canis and T. cati eggs, respectively, when using 250 g sand sample. This is comparable to results of HORN et al. (1990b) who found 43.1% of the previously added eggs. Consequently, data concerning prevalence of Toxocara spp. on children’s playgrounds in the city of Hanover from the present study and the study by HORN et al. (1990a) is comparable. As T. canis recovery rates were significantly higher than those of T. cati, studies on flotation and adhesion characteristics of both species were conducted. Flotation of Toxocara species in saturated sodium-chloride solution revealed with 30.1% floated T. canis and 28.4% floated T. cati eggs no significant differences. In contrast, T. canis adhered with 55.1% significantly better to different materials than T. cati with 35.3%. A further result of the present study was the significantly better adherence of Toxocara spp. eggs to plastic materials than to glass materials. Additionally, the type of solution used for washing to detach eggs from materials had an influence on the adherence characteristics of both species. Toxocara eggs adhered significantly better on materials when tap water was used instead of 0.2% Tween®80 or Triton®X-100-solution. Obtained results highlight the need of further work on the adherence and flotation properties of Toxocara spp. to optimize recovery methods. The main aim of the present study was to obtain current data about the prevalence of Toxocara spp. eggs on children’s playgrounds in the city of Hanover. Therefore, sand samples were collected on 46 sandpits in the city of Hanover in the year 2011. Additionally, on 13 of the 46 playgrounds, sand samples were collected under climbing frames. There was no significant difference between the contamination rate of sand samples originating from sandpits and climbing frames, although the sand exchange rate of climbing frames is less frequent and sand grains are larger and coarser. The contamination rates of children’s playgrounds in Hanover varied between 6.5% (3/46) in September and 41.3% (19/46) positive playgrounds in February, whereas contamination rates of playgrounds contaminated with embryonated eggs varied between 2.2% (1/46) in September, October and November and 23.9% (11/46) in February. On average, 26.1% of the examined playgrounds were positive for Toxocara spp. which is about one half of the finding of Horn et al. (1990a) who determined 55.8% Toxocara spp. contaminated playgrounds. Overall, the infection risk for children playing in sandpits in Hanover seems to be moderate to low. 

keywords

Toxocara spp., Sandkasten, Flotation, Toxocara spp., sandpits, flotation 

kb

1.766