Dissertation

Tierärztliche Hochschule Hannover / Bibliothek – School of Veterinary Medicine Hannover / Library

Gönna Henningsen

Untersuchungen zur Totgeburtenrate mit Hilfe

des iVET® Systems zur Geburtsüberwachung

bei Färsen

 

NBN-Prüfziffer

urn:nbn:de:gbv:95-106479

title (engl.)

Investigations on stillbirth incidence by implementation of the iVET® system in order to supervise calving heifers

publication

Hannover, Tierärztliche Hochschule, Dissertation, 2015

text

http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/henningseng_ss15.pdf

abstract (deutsch)

Das Ziel der vorliegenden Arbeit war die Validierung von iVET® für den Einsatz zur Geburtsüberwachung bei Färsen. Dabei sollten mögliche Auswirkungen des Einsatzes von iVET® auf die Reduktion der Totgeburtenrate sowie auf die Kälbergesundheit in den ersten zwei (männliche und weibliche Kälber) bzw. acht Lebenswochen (weibliche Kälber) untersucht werden.

Die Untersuchungen wurden auf einem Großbetrieb mit 1000 Milchkühen in Quellendorf, Sachsen-Anhalt, durchgeführt. Das Geburtsüberwachungsinstrument iVET® wurde nur bei den Färsen des Betriebes eingesetzt, da eine erhöhte Totgeburtenrate in dieser Tiergruppe ein Problem des Betriebes darstellte.

IVET® ist ein technisches Hilfsmittel bestehend aus einem Sender-Empfänger-Prinzip, welches ante partum intravaginal bei Rindern eingesetzt wird. Der Empfänger wird im Stall über den zu überwachenden Tieren installiert. Im Geburtsverlauf wird der Sender durch Fruchtblasen oder -teile herausgepresst und die Betriebsmitarbeiter über ein Mobilfunktelefon informiert.

Die Versuchsphase begann mit dem Tag der Umstallung der hochtragenden Färsen in den Abkalbebereich in Quellendorf und endete für die Färsen mit der Geburt und für die männlichen Kälber mit dem Verkauf zur Mast zwei Wochen nach der Geburt bzw. für die weiblichen Kälber mit dem Absetzen acht Wochen nach der Geburt.

Die Färsen wurden der Kontrollgruppe (n = 192) oder der iVET®-Gruppe (n = 167) zugeordnet.

Die Totgeburtenrate der Färsen betrug in der Kontrollgruppe 10% und in der iVET®-Gruppe 9%. Spezifische Todesursachen konnten bei keinem Kalb diagnostiziert werden.

Durch den Einsatz des iVET® wurden die Totgeburtenrate, die Kolostrumaufnahme und die Vitalität der Neugeborenen nicht beeinflusst. Des Weiteren konnte im Studienzeitraum in beiden Versuchsgruppen kein Einfluss des BCS`, des Erstkalbealters, des Trächtigkeitstages und des Geschlechts auf die Totgeburtenrate nachgewiesen werden. Haltungsanomalien stellten in beiden Versuchsgruppen und das Geburtsgewicht in der Kontrollgruppe einen Einflussfaktor auf die Totgeburtenrate dar. Der Geburtsverlauf beeinflusste die Totgeburtenrate der Kontrollgruppe, die Kolostrumaufnahme in der iVET®-Gruppe, die Vitalität der Kälber beider Versuchsgruppen sowie das Vorkommen von Nabelentzündungen der Kälber der iVET®-Gruppe.

Die Geburt wurde bei Vorliegen einer Haltungsanomalie in der Hälfte der Fälle durch iVET® detektiert. Die Sensitivität des iVET® erreichte unabhängig vom Vorliegen von Lage-, Stellungs- und Haltungsanomalien im Versuchszeitraum den Wert 78%.

Zum Zeitpunkt der Meldung durch iVET® waren am häufigsten zwei Klauen sichtbar (38%). Zum Beginn der Aufweitungsphase (Sichtbarwerden oder Platzen von Fruchtblasen) registrierte iVET® die Geburt in 25% der Fälle. IVET® erkannte die Geburten ausgehend vom Erscheinen der Fruchtblase(n) zu einem signifikant früheren Zeitpunkt im Vergleich zur herkömmlichen Geburtsüberwachung. Vom Zeitpunkt der Geburtsmeldung bzw. der Erkennung bis zur Vollendung der Geburt vergingen in der iVET®-Gruppe 81 Minuten im Vergleich zu 66 Minuten in der Kontrollgruppe.

Die Mortalitätsrate der Kälber bis zu einem Alter von zwei Wochen (männliche und weibliche Kälber) bzw. acht Wochen (weibliche Kälber) war mit Werten von 1% bzw. 0% in der Kontrollgruppe und jeweils 3% in beiden Zeitabschnitten in der iVET®-Gruppe niedrig.

Zusammenfassend führte die Anwendung des iVET® 3.0 in einem Feldversuch im Vergleich zur herkömmlichen Geburtsüberwachung der abkalbenden Färsen nicht zu einer signifikanten Reduktion der Totgeburtenrate. In der verwendeten Form ist iVET® aufgrund der Reaktionen der Tiere auf die Applikation des iVET® nur bedingt für den Einsatz bei Färsen geeignet.

abstract (englisch)

The objective of this study was the validation of iVET® as a program for supervising heifers which have to calve soon. Possible consequences of the use of the iVET® on reduction of stillbirth incidence as well as on calf health in the first two (male and female calves) or eight weeks of life (female calves) had to be investigated.

Analyses were performed on a large dairy farm of 1000 cows in Quellendorf, Saxony-Anhalt. IVET® was only applied to heifers of the farm as heightened stillbirth incidence of this animal group was outlined as a problem of the farm.

IVET® is a technical device produced as transceiver that is put intravaginal into cattle before parturition. Receiver has to be fixed above the animals which have to be observed. Gestational sacs or parts of the calf will push out the iVET® during parturition and observing personnel will be informed by mobile phone.

Monitoring began with time pregnant heifers housing in calving pens on the farm in Quellendorf and finished with parturition for heifers and for male calves with sale for fattening two weeks after parturition or with weaning of female calves eight weeks after parturition.

Heifers were assigned to control-group (n = 192) or to iVET®-group (n = 167).

Stillbirth incidence of heifers in control-group was 10% and in iVET®-group 9%. Specific causes of death were diagnosed in none of the calves.

IVET® did not influence stillbirth incidence, ingestion of colostrum and vitality of newborn calves. Additionally, no influence of bcs, age at first calving, day of gestation and gender of calf on stillbirth incidence could be verified in both testing groups during experimental phase. Malposture could be identified as influencing factor on stillbirth incidence in both groups and birth weight could be identified as influencing factor in control-group.

Birth process had an influence on stillbirth incidence of control-group, ingestion of colostrum in iVET®-group, vitality of calves in both testing groups as well as on frequency of navel inflammation of calves in iVET®-group.

In case of malposture iVET® registered half of all births. Independent from malpresentation, malposition and malposture the iVET®`s sensitivity amounted to 78% during trial period.

Two claws could be seen most frequently (38%) when iVET® signaled parturition. IVET® detected parturition in 25% of all cases at beginning of stage two (appearance or burst of allantoic or amniotic sac). Concerning appearance of allantoic or amniotic sac iVET® signaled parturition at a significant earlier point of time compared to conventional supervision of calving heifers. Time period from iVET®-signal for birth or registration until parturition is completed took 81 minutes in iVET®-group in contrast to 66 minutes in control-group.

Mortality rate of calves until the age of two weeks (male and female calves) or eight weeks (female calves) was low as value amounted to 1% or 0% in control-group and 3% in both time periods in iVET®-group.

Summarizing all results, implementation of iVET® 3.0 did not lead to a significant reduction of stillbirth incidence in a field experiment in comparison to conventional supervision of calving heifers. On account of the reactions on application of iVET® to heifers iVET® is only restrictedly suitable for utilization in heifers in the tested form.

keywords

Totgeburt, Geburtsüberwachungssystem iVET®, Färsengeburt, stillbirth, birth monitoring system iVET®, parturition of heifer

kb

4.031