HABILITATIONSSCHRIFT

 


Tierärztliche Hochschule Hannover / Bibliothek – University of Veterinary Medicine Hannover – Foundation / Library

 

Annemarie Käsbohrer

 

Monitoring von mikrobiologischen Risiken in der Lebensmittelkette als Element des vorbeugenden gesundheitlichen Verbraucherschutzes

 

NBN-Prüfziffer

urn:nbn:de:gbv:95-h2725

publication

Hannover, Tierärztliche Hochschule, Habilitationsschrift, 2014

text

http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/h_kaesbohrer14.pdf

Zusammenfassung

Monitoringprogramme sollen aussagekräftige Daten für die Risikobewertung liefern und damit eine Grundlage für den Erkenntnisgewinn zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit darstellen. Ziel dieser Arbeit ist es, in strukturierter umfassender Form die rechtlichen und strukturellen Rahmenbedingungen sowie die methodischen Schritte für das Monitoring mikrobiologischer Risiken in der Lebensmittelkette zusammenzustellen.

Unter Beachtung und Nutzung des föderalen System in Deutschland werden hierfür alle Elemente der Monitoringprogramme präzise geplant und abgestimmt durchgeführt. Dies umfasst eine wissenschaftliche Studienplanung, die Auswahl der Untersuchungseinheiten, Probenplanung, Diagnostik, Probenahme und Probenaufbereitung nach standardisierten Vorschriften (SOP), statistisch-epidemiologische Auswertung unter Berücksichtigung des Studiendesigns, Interpretation und Bewertung der Ergebnisse und Beratung des Risikomanagements.

Anhand konkreter Beispiele wird die erfolgreiche Vorbereitung und Umsetzung dieser Monitoringprogramme und der Eingang der Erkenntnisse in die Bewertungspraxis am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) demonstriert. Die gewählten Beispiele befassen sich hierbei mit Studien zu verschiedenen Erregern, Stufen der Lebensmittelkette sowie methodischen Ansätzen. Schwerpunkt der Arbeit sind hierbei Monitoringprogramme und Surveys, die gemäß der Richtlinie 2003/99/EG der Schätzung der Prävalenz eines Erregers in einer Population anhand einer Stichprobe dienen. Insgesamt wurden sieben Surveys und mehr als fünfzig jährliche Monitoringprogramme vorbereitet, begleitet und die Ergebnisse ausgewertet und bewertet. Aber auch Surveillance-Programme auf der Grundlage der Verordnung (EG) Nr. 2160/2003 wurden begleitet und der Erfolg der getroffenen Maßnahmen bewertet.

Für die quantitative mikrobiologische Risikobewertung fließen die Ergebnisse der Prävalenzschätzung eines Erregers in die Expositionsschätzung ein, liefern aber auch wichtigen Input für die Herleitung und Quantifizierung von Expositionspfaden. Modelle zu Wachstum, Überleben und Inaktivierung von Mikroorganismen unter verschiedenen Umweltbedingungen, Informationen zu diesen Bedingungen und weiteren Risikofaktoren, die Einfluss auf die Konzentration von Erregern bis zur Exposition des Verbrauchers haben, unterstützen die Expositionsschätzung.

Die Erfahrungen aus den ersten vier Jahren des nationalen Zoonosen-Monitoring untermauern den besonderen Erkenntnisgewinn durch eine Lebensmittelketten-bezogene Vorgehensweise bei der Abschätzung der Ausbreitung von Zoonoseerregern. Der integrierte Ansatz aus Monitoring, Surveillance und gezielten Surveys und die Nutzung dieser Erkenntnisse für die Bewertung dieser Risiken für die Gesundheit des Verbrauchers machen auch künftige Herausforderungen und konkrete offene Punkte für die weitere Gestaltung des Ansatzes deutlich. Um diesen systematischen Ansatz für das Monitoring von mikrobiologischen Risiken weiter zu entwickeln, wird daher ein erstes Konzept zu einem Leitlinienpapier bereit gestellt.

Neun Publikationen stützen die in sich geschlossene Form der Darstellung. Ergänzend angeführte Vorträge und Poster verdeutlichen den intensiv geführten Kommunikationsprozess, der mit den Beteiligten und Wissenschaftlern geführt wird und wesentlich zur hohen Akzeptanz der Vorgehensweise und der Qualität der Daten beiträgt.

 

Summary

Monitoring programs should provide significant data for risk assessment and thus constitute the background for the scientific knowledge gained to improve food safety. The aim of this work is to describe in a structured comprehensive way the legal and administrative framework and the methods needed for monitoring microbiological risks along the food chain.

Taking into account the federal structure in Germany, all elements of the monitoring programs need to be planned precisely and performed in an agreed way. This includes the scientific study design, the selection procedure of the sampling units, the planning of the sampling, the diagnostic procedure, the sampling and handling of the samples according to standard operating procedures as well as the analysis of the data taking into account the study design, the interpretation and assessment of the results and the advice to the risk management.

Based on specific examples, the successful preparation and realisation of the monitoring programs and the use of the outcome for risk assessment purposes at the Federal Institute for Risk Assessment (BfR) is shown. The selected examples cover studies on different pathogens, levels of the food chain and methodological approaches. Focus is laid on monitoring programs and surveys, which aim to estimate the prevalence of a pathogen in a specific population based on a sample as required by directive 2003/99/EC. Altogether, seven surveys and more than fifty monitoring programs were designed, coordinated and the results analysed and assessed. In addition, surveillance activities based on Regulation (EC) No. 2160/2003 were accompanied and the outcome of the control activities evaluated.

In the context of quantitative risk assessments these prevalence estimates of a pathogen are used for the exposure assessment and support the construction and quantification of exposure pathways. Models for growth, survival and inactivation of microorganisms under different environmental conditions, information on these conditions and other risk factors, which may have impact on the concentration of the pathogen before the exposure to the consumer, support the exposure assessment.

Results of the first four years of running an annual monitoring program support the benefit of the food-chain approach taken in estimating the spread of zoonotic agents. The integrated concept of using monitoring, surveys and surveillance and the use of these data for risk assessment purposes highlight future demands and needs for the further development of the approach. To support the future development of this systematic approach for monitoring microbiological risks a first concept for a guidance document is presented.

Nine scientific papers support this overarching description of the approach. Additionally mentioned presentations and posters highlight the intensive communication process, which is run with the partners involved as well as scientists and which contributed considerably to the high compliance with the procedure and the quality of the results collected.

 

keywords

Zoonosen, Monitoring, Epidemiologie, zoonoses, monitoring, epidemiology

kb

2.046