HABILITATIONSSCHRIFT
Tierärztliche Hochschule Hannover / Bibliothek – School of Veterinary
Medicine Hannover / Library
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Korinna Huber |
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Molekulare Grundlagen der Phosphor-Homöostase beim kleinen Wiederkäuer |
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NBN-Prüfziffer |
urn:nbn:de:gbv:95-h2094 |
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publication |
Hannover, Tierärztliche Hochschule, Habilitationsschrift, 2003 |
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text |
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Zusammenfassung |
Beim Wiederkäuer wird die P-Homöostase
hauptsächlich über Na+-abhängige
Pi-Transportsysteme des Typs NaPi II in den epihelialen
Organen moduliert. Eine Ausnahme stellt der H+-abhängige Pi-Transportprozess im Duodenum dar. In Niere und Speicheldrüse
scheinen die Pi-Transporter
entwicklungsabhängig maximal exprimiert zu sein, so
dass dies dem Unvermögen der Niere und auch der Speicheldrüse zugrunde liegen
dürfte, auf eine diätetischen P-Restriktion mit einer deutlichen Steigerung
des Pi-Transportes zu reagieren. Einzig
im Jejunum wird beim ruminierenden
Wiederkäuer unter diätetischen P-Restriktionsbedingungen die Kapazität des Pi-Transportes über eine Steigerung der NaPi IIb-Transportermenge
adaptiert. Bei einem diätetischen Überfluß an Pi kommt sowohl dem Jejunum
als auch der Niere beim noch nicht ruminierenden
Wiederkäuer eine wichtige Bedeutung für die P-Homöostase
zu, beide Organe reduzieren ihre Pi-Transportkapazität
auf funktioneller und struktureller Ebene, während die Speicheldrüse in der
Höhe der NaPi II-Expression unbeeinflusst bleibt. Diese
Adaptationsprozesse sind beim ruminierenden
Wiederkäuer noch nicht untersucht, aus Bilanzversuchen lässt sich aber ein
ähnlicher Adaptationsablauf ableiten. Mit dem Beginn der Pi-Konzentrierung im Speichel und der Sekretion
in den Pansen ab der 3. Lebenswoche schließt sich der endogene Pi-Kreislauf beim noch nicht ruminierenden Wiederkäuer, ohne seine volle Kapazität
erreicht zu haben. Dies geschieht erst mit dem Absetzen der Jungtiere und der
damit verbundenen mechanischen Stimulation der Speichelsekretion. Die frühzeitige Anlage
aller notwendigen Pi-Transportsysteme gewährleisten eine Rezyklierung
von Pi auf hohem Niveau. Der endgültige
Schluss des endogenen Pi-Kreislaufes
über den Darm, komplette Rückgewinnung von Pi in
der Niere und maximale Sekretion mit dem Speichel findet aber erst statt,
wenn die Nierenschwelle auf Werte angestiegen ist, die deutlich über der Plasma-Pi-Konzentration
liegen. Dies erfolgt nicht zum Zeitpunkt des Absetzens,
sondern deutlich später in der ruminierenden Phase.
Der Mechanismus der Nierenschwelle setzt wahrscheinlich ein Pi sensing
voraus, wie es in ähnlicher Wiese für das Ca angenommen wird. Wie
die Regulation der Höhe der Nierenschwelle entwicklungsabhängig erfolgt, ist
unklar. Sie ist offensichtlich eng mit der funktionellen Reifung der
Speicheldrüse gekoppelt. Wenn dort die Pi-Transportkapazität
so hoch ist, dass in physiologischen Plasma-Pi-Bereichen die Speichel-Pi-Konzentration linear mit der Plasma-Pi-Konzentration
korreliert ist, wird ein „Zuviel“ an Pi über diesen Weg aus dem Körper-Pi-Pool
„ausgeschieden“. Die Niere senkt die Pi-Resorptionskapazität erst, wenn dieser lineare Zusammenhang
nicht mehr, bzw. beim jungen Wiederkäuer noch nicht gegeben ist. Letztendlich
determiniert also die Reife der Speicheldrüse den kompletten Schluss des
endogenen Pi-Kreislaufes und den Wechsel
der Pi-Ausscheidung von renal und fäkal auf ausschließlich fäkal, wie es für den
erwachsenen Wiederkäuer typisch ist. Trotz der beobachteten
Anpassungsmechanismen beim Wiederkäuer kommt es unter diätetisch
P-restriktiven Bedingungen zu kurzzeitigen Störungen im N-Haushalt, die aber
kompensiert werden können. Diese Beeinflussung lässt sich auch umgekehrt
beobachten, unter Reduktion der diätetischen N-Zufuhr reduzieren sich die Pi- Konzentrationen in Plasma und Pansensaft. Welche
Mechanismen dem zugrunde liegen, ist unklar. Möglich erscheint eine enge
Verknüpfung mit dem Mikrobenstoffwechsel. Darüber hinaus ist aber aufgrund
der leicht erhöhten Harn-Pi-Konzentrationen
eine Wirkung auf den endogenen Pi-Kreislauf
und die P-Homöostase über eine Reduktion des Energiegrundumsatzes
nicht auszuschließen. Wie stark die Auswirkungen eine diätetischen
P-Restriktion sind, ist vor allem neben Dauer und Größe der
Versorgungseinschränkung abhängig vom Entwicklungsstatus der Tiere, sodass
eine P-Mangelversorgung jeweils für jede Entwicklungsstufe neu definiert
werden muss. In gleicher Weise gilt dies dann natürlich auch für die
P-Überversorgung. |
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keywords |
Molekulare Grundlagen, Phosphor-Homöostase, Wiederkäuern |
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kb |
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