Dissertation
Tierärztliche Hochschule Hannover / Bibliothek – School of Veterinary Medicine Hannover / Library

 

Amelie M. von Gaertner

 

Untersuchung zum Einfluss verschiedener Haltungsfaktoren und der vom Halter subjektiv empfundenen Bindung auf das Verhalten von Deutschen Schäferhunden in einem Wesenstest

 

NBN-Prüfziffer

urn:nbn:de:gbv:95-97513

title (engl.)

A study of the influence of different husbandry factors and the owner-perceived attachment to the dog on the behaviour of German Shepherd dogs in a character test

publication

Hannover, Tierärztliche Hochschule, Dissertation, 2009

text

http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/gaertnera_ws09.pdf

abstract (deutsch)

In dieser Studie wurde der Einfluss von verschiedenen Haltungsparametern und der Halter-Hund-Bindung auf das Verhalten von 62 Deutschen Schäferhunden untersucht, indem die Hunde einen Wesenstest durchliefen und die Ergebnisse des Verhaltenstests mit denen eines Fragebogens verglichen wurden.

Der Fragebogen bestand aus zwei Teilen. Der erste Teil fragte nach verschiedenen Lebensumständen der Hunde. Hierbei handelte es sich um: Alter des Hundes zum Zeitpunkt des Erwerbs sowie zum Zeitpunkt des Tests, Geschlecht des Hundes, Herkunft des Hundes, beabsichtigter Verwendungszweck des Hundes beim Kauf, Anzahl an Personen und anderen Hunden im Haushalt, Ausbildungsstand des Hundes, Haltungsform und Dauer der täglichen Beschäftigung mit dem Hund. Der zweite Teil war ein Fragebogen von James A. Serpell, in dem Halter die Bindung an ihren Hund als gering, mittel oder stark angeben und das Wesen ihres Hund anhand von 12 vorgegebene Adjektivpaaren beschreiben sollten.

Der Verhaltenstest bestand aus 25 Situationen, in denen die Hunde mit Stimuli aus der belebten und unbelebten Umwelt in Kontakt kamen. Hierbei gab es Wechsel zwischen freundlichen, neutralen und bedrohlichen Situationen. Dabei wurden die Hunde stets von der Person durch den Test geführt, die sich am meisten mit dem Hund beschäftigte und auch den Fragebogen ausgefüllt hatte.

Die gezeigten Verhaltensweisen wurden direkt nach jeder Situation von zwei Beobachtern in einen Auswertungsbogen eingetragen.

Zur Auswertung der Daten wurden die Ergebnisse des Fragebogens mit den Ergebnissen des Tests verglichen. Ebenso wurde ein Vergleich der Bindung mit der Einschätzung der Hunde anhand der 12 Adjektive durchgeführt.

Es gab eine Vielzahl an statistischen Signifikanzen im Bereich der Haltungsparameter. Der einzige Punkt ohne ein Ergebnis war die Anzahl an anderen Hunden im Haushalt. In Spielsituationen und einer Bedrohungssituation kam es zu besonders vielen Korrelationen. Es konnte nur ein geringer Einfluss der Bindung auf das Verhalten festgestellt werden. Im Vergleich der Bindung mit den Adjektiven traten zwei Korrelationen auf.

Daher lässt sich sagen, dass einzelne Parameter in der Hundehaltung durchaus einen Einfluss auf das Verhalten von Hunden haben, während die Bindung ein weniger wichtiger Faktor zu sein scheint. Allerdings lässt sich kein absoluter Einfluss eines einzelnen Umstands feststellen, sondern es handelt sich vielmehr um ein komplexes Zusammenspiel vieler verschiedener Bedingungen. Weitere Untersuchungen müssen zeigen, inwieweit alle Faktoren in der Umwelt eines Hundes miteinander auf sein Verhalten einwirken.

 

abstract (englisch)

In this study 62 German Shepherd dogs were tested in order to investigate the influence of different husbandry criteria and the owner-dog-attachment on the behaviour of the dogs. For this purpose the dogs passed through a behaviour test and the results of this test were compared to those of a questionnaire.

This questionnaire consisted of two parts. In the first part the owners were asked about different living circumstances of their dogs. These were: age of the dog at time of purchase and at time of test, sexual status of the dog, intended main use of the dog, number of persons and of other dogs in household, level of training of the dog, type of housing and duration of daily interaction with the dog. The second part was a questionnaire by James A. Serpell which asked the owner for an estimation of the attachment to their dog as not particularly attached, moderately attached or very attached and furthermore requested to assess the nature of the dog using twelve predetermined pairs of adjectives.

The behaviour test consisted of 25 situations in which the dogs were confronted with animate and inanimate stimuli. There was an alternation between friendly, neutral and threatening situations. The dogs were always lead through the test by the person in the family who occupied themselves the most with the dog and who had also filled in the questionnaire.

The shown behaviour patterns were charted in an evaluation sheet directly after each situation by two different observers.

For the evaluation of the data the results of the questionnaire and the behaviour test were compared. Likewise a comparison of the human-dog-attachment and the evaluation of the dogs on the basis of the twelve adjectives was conducted.

There was a multitude of statistical significances. The only husbandry factor without a result was the number of other dogs in the household. Notably in play situations as well as in one threatening situation there were many correlations. Only a small influence of the owner-dog-attachment could be detected. In comparison to the adjectives two correlations were found.

Thus it can be asserted that some husbandry factors have a certain influence on the behaviour of dogs while the owner-dog-attachment seems to play a less important role. It was however not possible to detect a downright influence of a particular factor, but a complex interplay of many different prerequisites.

Further studies must show to which extent all factors in the husbandry and the environment of a dog have an impact on its behaviour.

 

keywords

Wesenstest, Hundehaltung, Bindung; character test, dog keeping, attachment

kb

3.366