Dissertation

Tierärztliche Hochschule Hannover / Bibliothek – School of Veterinary Medicine Hannover / Library

Yvonne Eckert

 

 Untersuchungen zur Strahlenexposition des radiologisch tätigen Personals bei der Radiographie von Heimtieren, Reptilien sowie Zier- und Wildvögeln

 

NBN-Prüfziffer

urn:nbn:de:gbv:95-106341

title (engl.)

Radiation exposure of the radiological staff caused by radiography of small mammals, reptiles and birds

publication

Hannover, Tierärztliche Hochschule, Dissertation, 2015

text

http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/eckerty_ss15.pdf

abstract (deutsch)

Die Radiographie stellt ein sehr wichtiges bildgebendes Verfahren zur weiterführenden Diagnostik bei Heimtieren, Reptilien, Zier- und Wildvögeln dar.

Die Ziele dieser Arbeit waren es:

1.      Die Strahlenexposition des radiologisch tätigen Personals bei der Radiographie von Heimtieren, Reptilien, Zier- und Wildvögeln ist zu bestimmen. Im Rahmen der klinischen Routine wird die Strahlenexposition relevanter Organe und Körperteile bestimmt.

2.      Die Unterschiede der Strahlenexposition beim Röntgen verschiedener Tierarten und der Einfluss verschiedener dosisrelevanter Parameter sind herauszuarbeiten.

3.      Die Strahlenschutzmaßnahmen der Klinik sind zu beschreiben und mögliche Verbesserungen zu diskutieren.

4.      Die Strahlenexposition des radiologisch tätigen Personals soll im Vergleich zum Narkoserisiko von Heimtieren, Reptilien und Vögeln beurteilt werden.

Die Messungen wurden im Rahmen der klinischen Sprechstunde der Klinik für HRZWV durchgeführt. Die Strahlenexposition wurde am radiologisch tätigen Personal bestimmt. Dieses umfasste Tierärztinnen und Tierärzte, VMTA, Doktorandinnen und Doktoranden, sowie Studentinnen und Studenten im praktischen Jahr. An zehn Messpositionen wurde die Strahlenexposition an repräsentativen Körperregionen mit Hilfe der Thermolumineszenzdosimetrie bestimmt. Die Messpositionen umfassten die Augenlinse, den Bereich der Schilddrüse, die Brustregion unterhalb und oberhalb der Bleischürze, die Gonaden, die Finger und den Fuß. Bis auf eine Messposition wurden alle Dosimeter oberhalb der Schutzkleidung fixiert. Bei jeder Röntgenaufnahme wurden die dosisrelevanten Parameter Körpergröße der radiologisch tätigen Person und ihr Standort am Röntgentisch, Körpergewicht des Patienten, Tierart und die Belichtungsparameter Fokus-Film-Abstand, Röhrenspannung und Röhrenstrom-Zeit-Produkt, sowie der Röntgenraum, in dem die Aufnahme angefertigt wurde, protokolliert. Über den gesamten Messzeitraum verteilt, erfolgten Dosismessungen an 366 Personen. In allen drei Abteilungen wurden insgesamt 792 Röntgenbilder angefertigt und 3660 Dosiswerte bestimmt. Die maximal gemessenen Dosiswerte betrugen für die Augenlinse 11,4 µSv, für die Schilddrüse 11,5 µSv, für den Brustbereich unterhalb der Bleischürze 5,67 µSv, für den Brustbereich oberhalb der Bleischürze 3,47 µSv, für die Gonaden 1,86 µSv, für die Finger 182 µSv und für den Fuß 2,05 µSv. Von allen Dosiswerten betrug der Median 0,53 µSv. Die Auswertung der Ergebnisse ergab, dass die Strahlenbelastung bei der Radiographie von Heimtieren, Reptilien, Zier- und Wildvögeln als sehr gering zu betrachten ist. Regelmäßig messbare Werte wurden an der Augenlinse, im Bereich der Schilddrüse und an den Fingern bestimmt. Als am stärksten exponierte Körperregionen wurden die Finger bestimmt, die sich während der Fixierung der Patienten nah am Zentralstrahl befanden. Insgesamt lagen aber alle gemessenen Dosiswerte in einem Bereich von wenigen Mikrosievert. Es konnte kein Einfluss der dosisbeeinflussenden Parameter auf die Dosiswerte festgestellt werden. Lediglich Tendenzen, dass schwerere Patienten infolge der erhöhten Streustrahlung geringfügig höhere Dosiswerte verursachen und dass sich durch eine höhere Röhrenspannung eine Steigerung der Dosisleistung andeutet, wurden festgestellt.

Der Vergleich der Dosiswerte der Messpositionen unterhalb und oberhalb der Schutzkleidung zeigte, dass auch oberhalb der Schutzkleidung nur geringe Werte gemessen wurden und bestätigte die Annahme, dass die Strahlenexposition insgesamt sehr gering ist. Zudem konnte die Schutzwirkung der Schutzkleidung nachgewiesen werden. Eine weitere Optimierung der Strahlenschutzmaßnahmen in der Klinik wird zur Zeit nicht für notwendig erachtet. Die konservative Abschätzung der jährlichen Strahlenexposition der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik für HRZWV unterstreicht, dass die Strahlenexposition deutlich unter den Grenzwerten für beruflich strahlenexponierte Personen liegt. Die konservativ bestimmte maximale effektive Dosis betrug insgesamt weniger als 1 % der mittleren jährlichen zivilisatorischen Strahlenexposition aller Bürgerinnen und Bürger in Deutschland.

Die Beurteilung der Ergebnisse hinsichtlich des Narkoserisikos der Patienten ermöglicht es, das routinemäßige Röntgen der Tiere ohne Narkose als gerechtfertigt einzustufen.

abstract (englisch)

Radiography is often used as an advanced examination to ensure a diagnosis in avian, reptiles and small mammal’s medicine.

The aims of this thesis were:

1.             To measure the radiation exposure of radiological staff caused by radiography of small mammals, reptiles and birds. The exposure of relevant body regions were measured during clinical routine.

2.             To examine the differences of radiation exposures caused by radiography of different animal species and to determine the influence of dose-dependent parameters.

3.             To present the radiation protection measures of the clinic and to discuss possible improvements.

4.             To weigh the anaesthetic risk for small mammals, reptiles and birds against the radiation exposure of the radiological staff.

The measurements took place during clinical routine of the Clinic for Exotic Pets, Reptiles, Pet and Feral Birds, University of Veterinary Medicine Hannover, Foundation. The radiation exposure of the radiological staff was measured. The radiological staff included veterinarians, veterinary-medical technical assistants, doctoral candidates and students during their practical year.

Furthermore, the radiation exposure was measured at ten representative body regions using thermoluminescence dosimetry. The measuring positions included the eye-lenses, thyroid, thoracic region under the protective clothes, thoracic region above the protective clothes, gonads, fingers and the left foot. Except for one position that was measured under the protective clothes all positions measured above the protective clothes.

Moreover at each examination the focus-film-distance, the kV-number, the mAs- product and the weight of the patient was recorded. Additionally the size of the examiner and the examiner's position regarding to the X-ray table were recorded as variable, dose-influencing parameters. Altogether, measurements were taken from 366 individual examiners. In all three divisions 792 X-ray images were made and 3660 dose values recorded.

The maximum measured doses were 11.4 µSv for the eye-lenses, 11.5 µSv for the thyroid, 5.67 µSv for the thoracic region under the lead apron, 3.47 µSv for the thoracic region above the lead apron, 1.86 µSv for the gonads, 182 µSv for the fingers and 2.05 µSv for the foot. The median of all dose values was 0.53 µSv. The analysis of the results showed that radiation exposure of staff during X-raying small mammals, reptiles and birds was very low. Dose values at the eye-lenses, thyroid region and the fingers were regularly measurable and were annotated. The most exposed body regions were the fingers, which were closest to the primary x-ray field during X-raying. All in all, the measured dose values were in the range of a few microsievert.

There was no influence of dose-influencing-parameters on the dose. There was a slight, non-significant trend that heavier patients caused higher dose values because of more scattered radiation, and also a higher kV-number was correlated with an increase in dose rate.

The comparison between measuring positions above and under the protection clothes showed that even the values measured above the protection clothes were low. Furthermore, the protective effect of protection clothes was pointed out. Therefore it is not necessary to optimize the radiation protection measures in the clinic.

The results of the estimation of the annual radiation exposure of the radiological staff underlined that the exposure is well below the national dose limits for occupationally exposed persons. The conservative maximum effective dose amounted to less than 1 % of the civilizing radiation exposure of all citizens in Germany.

Moreover the evaluation of the results concerning the anesthetic risk of the patients showed that routinely X-raying without any anesthesia is justifiable.

keywords

Radiation exposure, dose values, X-ray, Heimtiere, Strahlenschutz, Thermolumineszenzdosimetrie

kb

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