Dissertation
Tierärztliche Hochschule Hannover / Bibliothek – School of Veterinary
Medicine Hannover / Library
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Danai Dima |
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Investigation of neural
correlates of bottom-up and top-down processing with functional magnetic
resonance imaging and electroencephalogram. Exemplified by the binocular
depth inversion-paradigm. |
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NBN-Prüfziffer |
urn:nbn:de:gbv:95-97942 |
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title (ger.) |
Untersuchung der neuronalen Grundlagen der Interaktion von Top-down – und Bottom-up - Prozessen mittels funktioneller Magnetresonanztomographie und Elektroenzephalographie, anhand des Paradigmas der binokulären Tiefeninversion. |
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publication |
Hannover, Tierärztliche Hochschule, Dissertation, 2009 |
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text |
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abstract (deutsch) |
Die Verarbeitung von Sinneseindrücken im Gehirn ist ein
interaktiver Prozess, in dem die von den Sinnesorganen ankommenden
Informationen mit den im Gehirn gespeicherten Informationen verglichen und
abgeglichen werden müssen. Die Informationsweitergabe, ausgehend von den
Sinnesorganen, bezeichnet man als „bottom-up“
- Prozess, während der entgegengesetzte
Informationsfluss von gespeicherten Informationen als „top-down“ – Prozess bezeichnet wird. Unter
gesunden Bedingungen besteht ein dynamisches Gleichgewicht, wodurch eine
sinnvolle Wahrnehmung entsteht mit einer für das Individuum jeweils optimal
angepassten Reaktionsweise auf einen äußeren Reiz. Eine Krankheitshypothese
der Schizophrenie besagt, dass es bei der psychotischen Erkrankung zu einer
Störung dieses Gleichgewichtes kommt (Emrich,
1989). Die Störung macht sich, besonders bei der Wahrnehmung nicht
eindeutiger Reize, wie dies bei Illusionen der Fall ist, bemerkbar. Bei einer
illusionären Verkennung werden an sich korrekte Sinneswahrnehmungen aufgrund
andersartiger Erwartungen fehlinterpretiert. Somit
eignen sich Paradigmen, die illusionäre Phänomene verwenden, besonders gut
zur weiteren Untersuchung dieser Krankheitshypothese. In der vorliegenden
Studie wurde das „Hohlmaskenparadigma“ zur Untersuchung von Top-Down - und Bottom-Up -
Phänomenen benutzt. Bei der „Hohlmaske“ handelt es sich um die
Maske eines menschlichen Gesichtes, die nicht von außen sondern von innen
betrachtet wird, also hohl, d.h. konkav ist. Unter Normalbedingungen sind
Menschen nicht in der Lage, eine Hohlmaske als hohl zu erkennen, sie nehmen
die Maske als ein normales konvexes menschliches Gesicht wahr. Patienten, die
an einer Schizophrenie erkrankt sind, lassen sich durch diese Illusion jedoch
erstaunlicherweise nicht täuschen sondern erkennen die Hohlmaske tatsächlich
als hohl (Schneider et al., 1996a, 2002; Emrich et
al., 1997). In früheren Studien wurden solche Unterschiede als Störung eines
internen „Zensors“ (Frith and Dove, 1988; 1989; Malenka et al., 1982) oder als Dyskonnektionssyndrom (Hemsley,
1987, Friston, 1998) gedeutet. Grundlage der vorliegenden Arbeit ist die Hypothese, dass bei der Schizophrenie die Wahrnehmung dadurch verändert ist, dass die Top-Down Komponenten geschwächt sind. Eine Patienten- und eine Kontrollgruppe wurden mittels fMRT und EEG untersucht, während sie sich 3-dimensionale Bilder von Gesichtern anschauten und entscheiden sollten, ob sie ein hohles und ein normales Gesicht sehen. Wie zu erwarten war, konnten nur die Patienten die Hohlmaske als hohl erkennen. Mittels der neuen Methode der Konnektivitätsanalyse (dynamic causal modelling-DCM) lässt sich zeigen, dass bei den Patienten die Verbindungen vom frontalen Kortex (Top-Down Komponente), zu anderen Gebieten, die visuell räumliche Informationen verarbeiten, geschwächt sind. In der Kontrollgruppe hingegen zeigt sich beim Blick auf die Hohlmaske eine Intensivierung der Top-Down Komponente. Die Konnektivitätsanalyse der EEG Daten führt zu den gleichen Ergebnissen. Darüber hinaus zeigen diese Daten, dass diese Unterschiede in der – zeitlich gesehen – „späten“ Phase der Verarbeitung von sensorischen Eindrücken entstehen. Die Daten bestätigen, dass bei der Schizophrenie eine funktionelle Dyskonnektivität besteht, die die Wirksamkeit der Top-Down Komponente vermindert. |
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abstract (englisch) |
Perception
is the result of interaction between sensory signals (bottom-up processing)
and prior knowledge, predictions and models stored in memory (top-down
processing). It is a crucial balance that has to be maintained in order to
make sense of the environment around. Schizophrenia impacts on perception by
creating an imbalance between top-down and bottom-up processes. This
imbalance becomes more manifest when the percept is ambiguous like an
illusion (Emrich, 1989). Illusions provide a useful
tool for studying the impact of previous knowledge and contextual information
on perception because the perceived stimulus diverges substantially from the
real sensory input. In this research the binocular depth inversion paradigm,
that is, the ‘hollow-mask illusion’, was used to investigate the
interaction between top-down and bottom-up processing. The hollow mask
illusion occurs when a hollow mask is erroneously perceived as a normal
convex face. Studies so far have shown that patients suffering from
schizophrenia do not perceive the illusion, but see the hollow mask as a
hollow face (Schneider et al., 1996a, 2002; Emrich
et al., 1997). Other studies have attributed this kind of findings to the
impairment of the internal correcting systems (Frith
and Dove, 1988; 1989; Malenka et al., 1982) and to
an imbalance in systems responsible for concept formation in schizophrenia (Hemsley, 1987, Friston, 1998).
In this research we hypothesized that the patients suffering from
schizophrenia do not perceive the hollow mask illusion because they rely more
on stimulus-driven processing than on top-down processing. The aim
of this thesis was to test these hypotheses by using two complementing neuroimaging techniques, functional magnetic resonance
tomography (fMRI) and electroencephalography (EEG).
As anticipated, schizophrenic patients and controls differed in their
susceptibility to the hollow face illusion. In contrast to control subjects,
patients were immune to the illusion. In the fMRI
study by using a novel connectivity tool dynamic causal modeling (DCM), we
demonstrated that during the perception of the hollow faces schizophrenic
patients exhibited changes in connectivity. In particular top-down processes
were weakened and bottom-up processes were strengthened. On the contrary,
when perceiving the same stimuli controls exhibited a strengthening of
top-down influences. DCM analysis on EEG data verified these results.
Furthermore, by using the event-related method we specified that the
distortion in the balance between bottom-up and top-down processes occurs in
the late stages of sensory processing in schizophrenia. These findings
indicate that there is deficient functional connectivity in schizophrenia
which constrains top-down control during perception. |
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keywords |
Schizophrenie, Konnektivität, Neurowissenschaft, schizophrenia, connectivity, neuroscience |
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kb |
5.465 |