Dissertation
Tierärztliche Hochschule Hannover / Bibliothek – School of Veterinary Medicine Hannover / Library

 

Karin Burfeindt

 

Tierärztliche Empfehlungen für die Unterbringung

von Ziervögeln in Tierheimen

 

title (engl.)

Veterinary guidelines for the care of pet birds in animal shelters.

publication

Hannover, Tierärztliche Hochschule, Dissertation, 2001

text

/dissertations/burfeindtk_2001.pdf

abstract (orig.)

Das Ziel dieser Untersuchung war es, die derzeitige Unterbringungssituation von Ziervögeln in Tierheimen zu erfassen und deren Haltung aus tierärztlicher Sicht zu beurteilen. Das Interesse galt hierbei vor allem den häufig als Ziervögel gehaltenen Kanarien, Prachtfinken, Wellensittiche, Nymphensittiche, Agaporniden, Großpapageien und Beos.

Die Befragung fand in zehn Tierheimen in Niedersachsen, Schleswig – Holstein, Nordrhein – Westfalen und Hessen statt.

Die Tierheime wurden einschließlich der Außenanlagen besichtigt. In den für Ziervögel vorgesehenen Haltungsräumlichkeiten wurden Messungen der Temperatur, der relativen Luftfeuchtigkeit und der Raumgröße vorgenommen. Die Käfige und Volieren wurden vermessen sowie Einstreu und Ausstattung untersucht und den gesetzlichen Forderungen sowie Gutachten und Empfehlungen gegenübergestellt.

Es stellte sich heraus, dass nicht jedes Tierheim auf die Unterbringung aller oben  genannten Ziervögel vorbereitet war. Die Kenntnisse zur art- und verhaltensgerechten Haltung von Ziervögeln waren nicht immer ausreichend.

Nur wenige hatten für Neuzugänge oder Pensionstiere eine Quarantänestation oder eine separate Unterbringungsmöglichkeit für erkrankte Vögel. Die angegebenen Quarantänezeiträume waren den Inkubationszeiten nicht immer angepasst.

Einen gesonderten Raum für die Unterbringung der Vögel gab es nicht immer, so dass die Tiere zum Teil Küchendämpfen, Zugluft oder Rauch ausgesetzt waren. In den meisten Fällen wurden die klimatischen Bedingungen in den für Ziervögel vorgesehenen Räumen durch die Außentemperatur beeinflusst, so dass die Klimawerte größeren Schwankungen unterlagen.

Die Käfiggrößen lagen zum Teil unter den Mindestanforderungen des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Das Sicherheitsgefühl der Vögel wurde beim Aufstellen der Käfige nicht immer ausreichend berücksichtigt, sie wurden zum Teil frei im Raum oder zu niedrig positioniert.

Großpapageien wurden mit einer Ausnahme nicht in Volieren, sondern in Käfigen untergebracht, dabei wurden in zwei Tierheimen auch runde Käfige benutzt. Ferner hielten zwei Tierheime Pensionstiere (Großpapageien) in Stangenhaltung.

Die Häufigkeit des Einstreuwechsels sowie der Käfig- und Volierenreinigung war in den wenigsten Tierheimen ausreichend. 

Zur Fütterung wurde meist das jeweils kostengünstigste kommerziell erhältliche Mischfutter für die entsprechende Ziervogelart verwendet. Ergänzungsfuttermittel wurden in unterschiedlichem Ausmaß und Qualität angeboten.

 

abstract (engl.)

The aim of this investigation was to record the current housing of pet birds in animal shelters and evaluate their care from the veterinarian point of view. This study focused on species often kept as pet birds: canaries, waxbills, budgerigars, cockatiels, lovebirds, large parrots and hill mynahs.

A total of 10 animal shelters located in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen and Hessen were observed.

The animal shelters and their outdoor facilities were inspected. In the areas designated for housing pet birds, measurements of temperature, relative humidity and room size were conducted. The cages and aviaries were measured and litter as well as the equipment provided in the cage were investigated. These results were then compared with the legal requirements as well as expert recommendations.

It was found that not every animal shelter was prepared for the proper keeping of the pet birds mentioned above. Furthermore the knowledge about correct keeping of pet birds in accordance to species and behaviour was lacking.

Few animal shelters had a quarantine station for new or boarded animals. Separate housing facilities were seldom provided for ill birds. The periods of quarantine were not always adapted to the times of disease incubation.

The birds were often not kept in isolated rooms, resulting in their exposure in part to kitchen steam, drafts or smoke. In most cases the climatic conditions in rooms designated for pet birds were influenced by the outside temperature, therefore the climatic data fluctuated greatly.

The cage sizes were frequently not up to the minimum requirements set by the Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

The birds' sense of security was not sufficiently taken into consideration when setting up the cages exemplified by cages that were placed in the open or too low.

Large parrots, with only one exception, were not placed in aviaries but in cages. Two animal shelters even used round cages. Furthermore two animal shelters kept the boarded animals (large parrot) on perches.

The frequency of changing the litter as well as the cleaning of the cages and aviaries was insufficient in most of the animal shelters.

Most often the cheapest commercially available food for the corresponding species of pet birds was used. Supplementary food was offered in different amount and quality.

keywords

Ziervögel, Haltung, Tierheim, pet bird, keeping, animal shelters

kb

295