Dissertation

Tierärztliche Hochschule Hannover / Bibliothek – School of Veterinary Medicine Hannover / Library

Svenja Biernot

Beurteilung von Belastungsschweregraden mittels Phänotypisierung und klinischer Überwachung bei Versuchstieren

 

NBN-Prüfziffer

urn:nbn:de:gbv:95-110357

title (eng.)

Severity assessment in laboratory animals by investigation of physiological, biochemical and special behavioral parameters

publication

Hannover, Tierärztliche Hochschule, Dissertation, 2017

text

http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/biernots_ws17.pdf

abstract (deutsch)

Die Beurteilung der Belastung bei Versuchstieren ist sehr wichtig zur Umsetzung des 3R-Prinzips, das wesentlicher Bestandteil der EU Richtlinie 2010/63/EU ist. Dies erfordert z.B. auch eine exakte Belastungsbeurteilung der Versuche, die am Tier vorgenommen werden. Bisher gibt es bei Fluchttieren wie Schafen und Mäusen diesbezüglich wenig adäquate Methoden. Daher sind entsprechende objektive, quantifizierbare, nicht- oder nur minimalinvasive sowie einfach durchführbare und erlernbare Parameter erforderlich, die eine exakte Bestimmung von Schmerzen, Leiden, Ängsten oder dauerhaften Schäden ermöglichen. Im Rahmen dieser Doktorarbeit wurden verschiedene Verhaltensparameter beim Schaf und bei der Maus jeweils im Vergleich zur klinischen Untersuchung analysiert. Dazu wurden Schafe nach unilateraler Osteotomie anhand des Sheep Grimace Scales (SGS) beurteilt. Bei Mäusen wurde im Modell der DSS-induzierten Kolitis das Nestbauverhalten anhand des Time To Integrate To Nest Test (TINT) und das Laufradverhalten untersucht. Die Schafe zeigten nach der Osteotomie sowohl einen erhöhten klinischen Score als auch einen erhöhten SGS Score. Im Gegensatz dazu war die klinische Untersuchung bei der Maus nur teilweise geeignet, um gestörtes Wohlbefinden zu erkennen. Bei den Mäusen, die anhand des Nestbauverhaltens untersucht wurden, konnten mit dem klinischen Scoring sowohl stamm- als auch dosisabhängige Unterschiede erkannt werden. Der TINT war geeignet, um stammspezifische, jedoch keine dosisabhängigen Unterschiede zu erkennen. Bei der Analyse des Laufradverhaltens konnten anhand der Laufleistung Veränderungen des Wohlbefindens detektiert werden, die auch im Verlauf des Körpergewichts und der Histologie sichtbar waren. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die untersuchten Verhaltensparameter prinzipiell geeignet sind, um Veränderungen des Wohlbefindens bei den Tieren zu erkennen. Sie stellen keinen vollständigen Ersatz für eine klinische Untersuchung dar, können jedoch in Verbindung mit dieser im Sinne des Refinements zur Belastungsbeurteilung beitragen.

abstract (englisch)

Severity assessment is important for the implementation of the 3R concept, which is an essential aspect of the EU Directive 2010/63/EU. All procedures undertaken on laboratory animals must be classified into the postulated categories. However, adequate methods to identify disturbed welfare in flight animals, e.g. sheep or mice, are still lacking. Therefore, objective, quantifiable, minimally or non-invasive and easy applicable parameters to identify pain, suffering, distress or lasting harm need to be developed. In this study, changes in animal behavior were compared to the results of the clinical investigation. Sheep undergoing unilateral osteotomy were analyzed by using the Sheep Grimace Scale (SGS) and mice in a DSS-colitis model were assessed by the Time To Integrate To Nest Test (TINT) analyzing changes in strongly motivated nesting behavior and measuring wheel running behavior. Osteotomy in sheep resulted in an increased clinical score as well as an elevated SGS score. In the study analyzing changes in nesting behavior under experimental colitis clinical scoring was suitable to detect strain and dose dependent differences. TINT was sensitive enough to detect strain related, but not dose dependent differences. Measuring wheel running behavior represents an indicator of disturbed animal welfare correlating to the course of body weight and to the histological score whereas clinical scoring was limited to recognize disturbed animal welfare in this experimental setup. In conclusion, there is no substitute for clinical investigation. However, the SGS, TINT and wheel running behavior represent valuable methods to detect disturbed animal welfare and potential refinement tools for severity assessment.

keywords

Belastungsbeurteilung, Sheep Grimace Scale, Laufräder ; severity assessment, Sheep Grimace Scale, wheel running

kb

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