Dissertation
Tierärztliche Hochschule Hannover / Bibliothek –
School of Veterinary Medicine
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Jana Biermann |
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Auswirkungen
verschiedener Nabeldesinfektionsmittel auf die klinische und sonographische Entwicklung des Nabels beim neonaten Fohlen |
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NBN-Prüfziffer |
urn:nbn:de:gbv:95-95673 |
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title (engl.) |
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publication |
Hannover, Tierärztliche Hochschule, Dissertation, 2008 |
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text |
http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/biermannj_ws08.pdf |
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abstract (deutsch) |
Die Fohlen und insbesondere deren Nabel wurden in den ersten acht Lebenstagen täglich klinisch und zweimal sonographisch unter-sucht. Klinisch wurden Durchmesser und Feuchtigkeit des Nabels dokumentiert. Die Fohlen wurden entsprechend dem Feuchtigkeits-zustand ihres Nabels einer von drei Kategorien (trocken ab Lebenstag 2, feucht und nicht behandlungsbedürftig und feucht und be-handlungsbedürftig) zugeteilt. Sonographisch wurden Messungen der intraabdominalen Nabelstrukturen an festgelegten Schnittebenen am zweiten und am achten Lebenstag durchgeführt. Das Auftreten von Omphalitis und die Art der Behandlung wurden dokumentiert. Zum Durchmesser des äußeren Nabels wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Nabeldipp-Gruppen beobachtet. Im Mittel wurden hier gruppenübergreifend am ersten Lebenstag 1,5 ± 0,3 cm und am siebten Lebenstag 1,2 ± 0,3 cm dokumentiert. Der Unterschied zwischen Lebenstag 1 und Lebenstag 7 war innerhalb jeder Gruppe signifikant. Bei Fohlen mit einer Omphalitis war der Nabel ab dem zweiten Lebenstag und insbesondere am vierten Lebenstag signifikant größer als bei Fohlen ohne entzündliche Ver-änderung des Nabels. Fohlen, bei denen der Nabel mit alkoholischer Jodlösung gedippt wurde, zeigten häufiger (50 % entsprechend 9 von 18 Fohlen) einen feuchten Nabel als Fohlen der anderen Gruppen. Sonographisch wurde ermittelt, dass der Durchmesser der Nabelvene im Bereich unmittelbar kaudal der Leber bei dorso-ventraler Messung (von 5,6 ± 1,4 mm zu 5,1 ± 1,3 mm) und bei latero-lateraler Messung (von 8,1 ± 1,7 mm zu 6,9 ± 1,3 mm) innerhalb der ersten Lebenswoche signifikant abnahm. Der dorso-ventrale Durchmesser der Nabelvene unmittelbar kranial des Nabelstumpfes nahm von 7,1 ± 2 mm zu 6,4 ± 1,5 mm signifikant ab. Auch der latero-laterale Durchmesser nahm von 9,9 ± 2,5 mm zu 8,3 ± 1,7 mm signifikant ab. Die Nabelarterien zeigten keine klinisch relevanten Veränderungen ihres Durchmessers innerhalb der ersten Lebens-woche. Hinsichtlich des Urachus wurde in der sonographischen Untersuchung nur der Befund erkrankt oder nicht erkrankt erhoben. Hier zeigten signifikant mehr Fohlen mit dem Nabeldipp einer zweiprozentigen PVP-Jodlösung (5 Tage 1x täglich angewendet) am zweiten Lebenstag eine Urachitis als Fohlen, deren Nabel in den ersten fünf Lebenstagen zweimal täglich mit einprozentiger alkoho-lischer Jodlösung gedippt wurde. Urachitiden waren die am häufigsten sonographisch diagnostizierten Nabelerkrankungen (n = 14), gefolgt von Omphalophlebitiden (n = 10) und Omphaloarteriitiden (n = 2) und patentem Urachus (n = 1). Von den 98 Fohlen der Studie wurden insgesamt 32 Fohlen aufgrund einer Nabelinfektion medikamentös behandelt. Mit 65 % behandelten Fohlen in der Gruppe mit 2%iger PVP-Jodlösung einmal täglich über 5 Tage, 24 % behandelten Fohlen in der Gruppe mit dreimalig am ersten Lebenstag angewendeter 2%iger PVP-Jodlösung, 32 % behandelten Fohlen in der Gruppe mit 1%iger PVP-Jodlösung, 28 % behandelten Fohlen in der Gruppe mit alkoholischer Jodlösung und 15 % behandelten Fohlen der Chlorhexidin-Gruppe bestand ein signifikanter Unterschied in der Behandlungsrate zwischen den fünf Gruppen. Dabei schnitt die Gruppe, in der die zweiprozentige PVP-Jodlösung 1x täglich über 5 Tage verwendet wurde, mit Abstand am schlechtesten ab. Das Ergebnis dieser Gruppe war mit 65 % zu behandelnden Fohlen signifikant schlechter als das Ergebnis der Chlorhexidin-Gruppe und schwach signifikant schlechter als die Ergebnisse der Gruppen, in denen der Fohlennabel mit alkoholischer Jodlösung oder mit zweiprozentiger PVP-Jodlösung nur am ersten Lebenstag gedippt wurde. In der Chlorhexidin-Gruppe wurden drei Fohlen aufgrund einer Nabelinfektion einer Resektion der Nabelstrukturen unterzogen; zwei dieser Fohlen erkrankten allerdings erstmals im zweiten Lebensmonat. In der Gruppe, in der die 2%ige PVP-Jodlösung nur am ersten Lebenstag verwendet wurde, wurden bei einem Fohlen mit einer Urachusfistel die Nabelstrukturen chirurgisch entfernt. Durch die niedrige Erkrankungsrate der Chlorhexidin-Gruppe kann dieses Präparat für die Desinfektion des Fohlennabels empfohlen werden. PVP-Jodlösungen in Konzentrationen über 1 % werden aufgrund der hohen Nabelerkrankungsrate nach der Verwendung dieses Nabeldipps als nicht geeignet befunden, um den Nabel des neonaten Fohlens zu desinfizieren. Bei Verwendung von Jodlösungen sollte auf die alkoholische Jodlösung zurückgegriffen werden oder die PVP-Jodlösungen sollten entsprechend auf eine geeignete Konzentration (0,1 bis 1 %) eingestellt werden. |
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abstract (englisch) |
In the first eight days of life clinical
examination of all foals was performed daily. The clinical examination
evaluated size and wetness of the umbilical stump. The foals were assigned to
three different categories according to wetness of the umbilicus (dry from
day two, wet without treatment or wet with treatment). Sonographical
examination was performed on day two and day eight of life and included
measurements of the intraabdominal umbilical
structures at defined sections. The diameter of the external umbilical stump
was not different between the five disinfection groups. Over all groups a
mean diameter of 1.5 ± 0.3 cm on day one and a significant smaller diameter
of 1.2 ± 0.3 cm on day seven of life were noted. The difference between day
one and day seven was significant in each group. From day two until day seven
foals that were diagnosed to have an omphalitis had
a significantly larger umbilical stump diameter than foals without any sign
of umbilical infection. The difference was maximal on day four. Foals that
were treated with alcoholic iodine solution had more frequent (50 %) a wet
umbilical stump than foals treated with any of the other disinfectants. At sonography the dorso-ventral diameter of the umbilical vein immediately
caudal to the liver decreased significantly from 5.6 ± 1.4 mm to 5.1 ± 1.3
mm. The latero-lateral diameter decreased as well
from 8.1 ± 1.7 mm to 6.9 ± 1.3 mm. The diameter of the umbilical vein
measured just cranial to the umbilical stump decreased from 7.1 ± 2 mm to 6.4
± 1.5 mm (dorso-ventral) and from 9.9 ± 2.5 mm to
8.3 ± 1.7 mm (latero-lateral). The diameter of
umbilical arteries did not decrease significantly within the first week of
life. On day two the group dipped with 2 % PVP iodine solution for five days
once daily showed significantly more affected urachal
structures than the group that was dipped with alcoholic iodine solution. Urachitis (n = 14) was the most common diagnosed
infectious alteration, omphalophlebitis (n = 10)
and omphaloarteriitis (n = 2) were diagnosed less
frequently and sometimes coexistent with urachitis.
There was just one diagnosed case of an urachal
fistula. 32 foals of the 98 foals of the study had to
be treated because of umbilical infection. In the group disinfected with 2 %
PVP-iodine solution for five days once daily 65 % of foals were treated
because of omphalitis. In the group with 2 %
PVP-iodine solution applied only three times on the first day of life 24 % of
the foals were treated, in the group that was disinfected with 1 % PVP-iodine
solution 32 % of the foals were treated, in the group of alcoholic iodine
solution (1 %, twice daily for five days) 28 % of the foals were treated and
in the chlorhexidine group 15 % of the foals were
treated because of omphalitis. The treatment rate
was significantly different between the five groups. Particularly foals of
the group disinfected with 2 % PVP-iodine solution (65 %) for five days once
daily showed significantly more umbilical infections than foals of the chlorhexidine group and foals of the groups that were
treated with alcoholic iodine solution or PVP-iodine solution used three
times on day one. Three foals had to be treated surgically
because of umbilical infection in the chlorhexidine
group. Two of them did not show any umbilical alteration until the second
month of life. One foal in the group dipped with 2 % PVP-iodine solution
three times on the first day of life had to be treated surgically because of
an urachal fistula. The results of this study show that the use
of chlorhexidine has a more beneficial effect in
preventing umbilical infections (only 15 % of infected foals). PVP-iodine
solutions with a concentration of more than 1 % were determined to be not
suitable to treat foals`umbilicus. If iodine
solutions are used, it should be preferred to use alcoholic iodine solution
or PVP-iodine solutions in a concentration between 0,1
and 1 %. |
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keywords (3 dt. + 3 engl.) |
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