Dissertation

Tierärztliche Hochschule Hannover / Bibliothek – School of Veterinary Medicine Hannover / Library

Katharina Beel

Der Tierarzt kommt!

Quellen und Materialien zur Geschichte und Entwicklung tierärztlicher Mobilität

NBN-Prüfziffer

urn:nbn:de:gbv:95-107837

title (engl.)

The Vet is coming! Sources an materials of history and development of veterinary mobility

publication

Hannover, Tierärztliche Hochschule, Dissertation, 2015

text

http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/beelk_ws15.pdf

abstract (deutsch)

Die Arbeit enthält erstmalig eine historiographische Darstellung der tierärztlichen Mobilität im Praxisalltag mit Schwerpunkt 19. und 20. Jahrhundert. Die in tierärztlichen Fachzeitschriften, (auto)biografischer Gegenwartsliteratur sowie Internetquellen und persönlichen Gesprächen resp. Korrespondenzen ermittelten historischen Daten zur Fortbewegung im tierärztlichen Berufsalltag sind in eine chronologische Ordnung so-wie in eine der technischen Entwicklung entsprechende Reihenfolge gebracht und analysiert worden. Zahlreiche Photographien zeichnen ein lebendiges Bild vom Tier-arzt auf dem Weg zu seinen Patienten. Schnelle und flexible Fortbewegung war immer eine tragende Säule im Berufsalltag des niedergelassenen Praktikers resp. Landtier-arztes und ist es bis heute geblieben.

 

Im zentralen Teil der Arbeit werden die einzelnen Möglichkeiten der  Fortbewegung hinsichtlich ihrer technischen Entwicklung im zeitlichen Verlauf in Wort und Bild dar-gestellt und ihr Einfluss und Stellenwert in der tierärztlichen Praxis herausgearbeitet. Die Palette reicht von der Zurücklegung der Wegstrecke per pedes, über die Nutzung von Pferden unter dem Sattel oder im Gespann, die Umsetzung der eigenen Muskel-kraft auf dem Fahrrad bis hin zu motorisierten Fortbewegungsmitteln wie dem Kraftrad, Automobil, Schnellboot und Hubschrauber. In gebirgigen Gegenden wird die Liste noch durch die heute obsolete Nutzung von Materialseilbahnen und den Patientenbesuch auf Skiern ergänzt.

 

Es stellt sich deutlich heraus, dass die Nutzung der einzelnen Fortbewegungsmittel nicht nur vom technischen Status der jeweiligen Epoche sondern auch von einer Viel-zahl anderer Faktoren abhängig war. Dazu zählen die geographische Lage und infrastrukturelle Situation im Praxisgebiet sowie die wirtschaftliche Lage der Tierarztpraxis, aber auch die individuelle Vorliebe des einzelnen Tierarztes. Als ausschlaggebende Faktoren sind die Wirtschaftlichkeit, Schnelligkeit und Praktikabilität eines Fortbewegungsmittels für den Einsatz in der tierärztlichen Praxis zu nennen. Der technische Fortschritt ab Beginn des 20. Jahrhundert und das damit verbundene Angebot an Fahr-zeugen aller Art wirkte sich direkt auf die tierärztliche Praxis aus.

 

Mit der Massenmotorisierung ab den 1950er Jahren rückten (bis auf wenige Aus-nahmen) unmotorisierte Fahrzeuge dauerhaft in den Hintergrund. Mit dem standard-mäßigen Einsatz des Autos als Praxisfahrzeug konnten langfristig die bestehenden Praxisgrenzen erweitert oder neue Gebiete erschlossen, die Flexibilität und Schnelligkeit während des Arbeitstages erhöht, die Mitnahme von Medikamenten und Instrumenten und somit auch der Rahmen des tierärztlichen Leistungsspektrums vor Ort beim Patienten erweitert werden. Außerdem war der Tierarzt meist komfortabel und vor Wettereinflüssen geschützt unterwegs und konnte wesentlich mehr Termine pro Tag wahrnehmen. Mittlerweile gehören Autos nicht nur zur üblichen Ausstattung in der tierärztlichen Praxis, sondern es ist durch spezielle und direkt auf den tierärztlichen Bedarf zugeschnittene Umbauten sogar möglich, ein einzelnes Fahrzeug selbst als Praxis zu nutzen. Kein anderes Fortbewegungsmittel hat im historischen Vergleich den tierärztlichen Beruf so nachhaltig beeinflusst wie das Auto.

abstract (englisch)

The presented work is the first historic compilation of veterinary mobility focusing on the 19th and 20th century. Knowledge was acquired from scientific journals, biographies, internet sources, and personal correspondence. The information on mobility of veterinarians in their daily work routine was put in chronological order and analysed in regard to technical development. Numerous photographs paint a lively picture of veterinarians on the way to their patients. Fast and flexible locomotion has always been a key attribute of the veterinarians work life and still is today.

 

This work is focused on locomotion possibilities with considerations regarding technical development. Pictures and descriptions are presented in chronological order. Further, the significance and importance of sufficient transportation for veterinarians is dis-cussed. The described means of traveling include walking, the use of horses, either for riding or in front of a carriage, bicycles, and motorised vehicles like cars, motorbikes, speed boats and helicopters. Even the use of cable cars, which is obsolete today, or ski in mountain areas, is included in the discussion.

 

The sources revealed that the selected means of transportation for each time period not only depended on technical development, but also on many other factors like geo-graphic region and its infrastructure, financial status or individual preferences. The most important considerations are cost effectiveness, promptness, and practicality of the selected transport medium. Clearly, the technical development since the beginning of the 20th century has changed the work routine of veterinarians.

 

Due to mass motorization starting in the 1950s, unmotorized vehicles have almost entirely been replaced. The car as standard transportation instrument has lead to the expansion of a veterinarians work territory, higher flexibility, faster response opportunities, and an increasing amount of medical instruments and pharmaceuticals on hand. Further the car provides comfort, weather protection, and the ability to visit an increasing amount of clients every day. Today, car alterations are available to meet the special requirements of veterinarians. Even the modification to a mobile surgery is possible. No other means of transportation has changed the work routine of veterinarians as strongly as the car.

keywords

Tierarzt, Mobilität, Geschichte, vet, mobility, history

kb

42.125