Dissertation

Tierärztliche Hochschule Hannover / Bibliothek – School of Veterinary Medicine Hannover / Library

 

 Neringa Alisauskaite

 

Chronic intramedullary lesions following spinal cord injury in dogs

 

NBN-Prüfziffer

urn:nbn:de:gbv:95-106162

title (ger.)

Chronische intramedulläre Läsionen nach Rückenmarksverletzung bei Hunden

publication

Hannover, Tierärztliche Hochschule, Dissertation, 2015

text

http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/alisauskaiten_ss15.pdf

abstract (deutsch)

Einführung. Posttraumatische Myelopathien und Kavitationen in Folge von Rückenmarksverletzungen (RMV) sind beim Menschen beschrieben und wurden in histopathologischen Untersuchungen auch bei Hunden erkannt. Bei Menschen werden Myelopathien/Kavitationen mit klinischen Anzeichen einer Verschlechterung assoziiert und haben einen progressiven Verlauf. Die Inzidenz dieser Rückenmarkserkrankung beträgt bei Patienten mit Rückenmarkstrauma bis zu 80/51%. Bandscheibenextrusionen beim Hund sind aufgrund vielfältiger Ähnlichkeiten in Klinik, Bildgebung und Pathologie ein anerkanntes Tiermodell für Rückenmarksverletzungen beim Menschen.

Ziel der Studie. Um neue Behandlungsmöglichkeiten für chronisch querschnittsgelähmte Hunde zu identifizieren, war das Ziel der vorliegenden Studie eine retrospektive Auswertung von Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) Bildern von chronischen Myelopathien/Kavitationen bei dieser Spezies. MRT-Befunde wurden mit dem Zeitintervall zwischen der Verletzung des Rückenmarks und dem Zeitpunkt der Bildgebung, sowie mit klinischen Daten korreliert.

Material und Methoden. Neununddreißig Hunde mit traumatischen Läsionen des Rückenmarks im Bereich T3-L3 und einer oder mehrerer 3Tesla MRT-Untersuchungen, die drei Wochen oder später nach der RMV durchgeführt wurden, wurden in die Studie eingeschlossen. Das Ausmaß der Myelopathie und Kavitationen in MRT Schnittbildern (T1, T2 und FLAIR) wurde in sagittaler und transversaler Ebene ausgewertet. Entsprechende statistische Berechnungen sollten Korrelationen zwischen Bildgebung und klinischen Befunden ergeben.

Ergebnisse. 89,74% (35/39) der Studienpatienten entwickelten intramedulläre Läsionen und 84,62% ​​(33/39) Kavitationen. Länge und Grad der intramedullären Läsionen und Kavitationen hatten eine deutliche Assoziation mit dem Therapieerfolg und der Schwere der neurologischen Ausfälle. Patienten mit negativem Ergebnis und Querschnittslähmung ohne Tiefenschmerzempfindung bei der Erstvorstellung in der Klinik entwickelten ausgeprägtere intramedulläre Läsionen und Kavitationen im Bereich des Rückenmarks im Vergleich zu Hunden, die eine Gehfähigkeit nach einer dekompressiven Chirurgie wiedererlangten. Läsionen, die nur im Epizentrum der RMV auftraten, waren signifikant mit einem positiven Therapieerfolg der Patienten korreliert. Eine Tendenz zu vermehrter Ausdehnung mit der Zeit zeigten Myelopathien und Kavitationen nur bei einigen Patienten.

Schlussfolgerungen. Die vorliegende Studie könnte dazu beitragen, die Pathophysiologie der Formation von intramedullären Läsionen nach RMV zu erklären, eine Prognose besser zu formulieren und die Diskussion über neue Behandlungsmöglichkeiten chronischer Rückenmarksverletzungen anzuregen.

abstract (englisch)

Introduction. Post-traumatic intramedullary myelopathies and subsequent cavitations are well described lesions following spinal cord injury (SCI) in humans and were detected in histopathological studies in dogs. In humans intramedullary myelopathies/cavitations are associated with deterioration of clinical signs, have progressive pattern and the incidence is reported to reach up to 80/51% among spinal cord injury patients. Canine intervertebral disc extrusions share similarities with SC injuries in humans.

Aim of the study. To identify new treatment options for chronic paraplegic dogs, the purpose of the current study was to retrospectively evaluate magnetic resonance imaging (MRI) features of chronic intramedullary myelopathies/cavitations in the canine patient. MRI findings were expected to be correlated with the time interval between injury and imaging and with clinical data.

Materials and Methods. Thirty-nine dogs with T3-L3 spinal cord lesions and one or more 3Tesla MRI investigations not less than three weeks after SCI were included. Extent of intramedullary myelopathies and cavitations were evaluated in sagittal and transversal MRI planes (T1, T2 and FLAIR).

Results. 89,74% (35/39) of study patients developed intramedullary lesions and 84,62% (33/39) – intramedullary cavitations. Length and degree of intramedullary lesions and cavitations were significantly associated with neurological outcome of the patients and severity of neurological deficits. Patients with negative outcome and paraplegia without deep pain perception at presentation were more likely to develop intramedullary lesions and cavitations in their spinal cords than dogs regaining ambulation after one decompressive surgery. Lesions, restricted to SCI epicenter, were significantly associated with positive outcome of the patients. Extent of intramedullary myelopathies and cavitations showed tendency to increase with time only in some patients.

Conclusions. The present study might contribute to explain the pathophysiology of intramedullary spinal cord lesion formation after SCI, help formulating the prognosis and stimulate the discussion about new treatment options.

keywords

Intramedulläre Läsionen, Rückenmark, Hund / Intramedullary lesions, spinal cord, dog

kb

1.813